****komm mit!*
rief*******die möwe** *ich zeige dir
***
eine insel im weiten ozean**
** so klitzeklein
*** wie eine
muschel**dort*gibt**es**sehr
viel**zu* *entdecken!****
K R E U Z UND Q U E R! (online seit
dezember 2003)
*sechs neue notizen im januar 2006*
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monate - alle themen
ich erhielt in rascher folge anonyme telefonanrufe. sie lauteten immer
gleich: ich sollte mich nicht in der nähe meines ladens zeigen, sonst
würde ich „umgelegt“. als ich mich hilfesuchend an die polizei wandte,
erklärte man mir, nichts weiter tun zu können. „seien sie wachsam!“
war der einzige rat, den ich erhielt.
also kaufte ich eine schreckschuss-pistole, denn ich wollte mich irgendwie
wehren, falls ein überfall drohte.
indes: es geschah nichts.
eines tages jedoch ging die tür meines ladens auf und eine junge frau
rannte atemlos herein: „helfen sie mir!“ dann versteckte sie sich hinter
einem der hohen regale.
schon sprang die tür ein zweites mal auf und herein stürmte ein
mann, der sich wütend im geschäft umsah und rief: „wo ist moni?“
noch während er fragte, hatte er die frau hinter dem regal entdeckt.
„komm da sofort raus, moni, sonst passiert was!“ schrie er.
„so helfen sie mir doch!“ wimmerte die junge frau hinter den regalen. ich
wusste wirklich nicht, wie ich den streit schlichten sollte - zumal der mann
immer rabiater wurde und anstalten machte, "moni" an den haaren aus meinem
geschäft zu zerren. langsam begriff ich, dass bei diesem streit eine
gehörige menge alkohol im spiel war - beide waren nicht mehr ganz sicher
auf den beinen.
plötzlich erinnerte ich mich an die schreckschuss-pistole, die in der
untersten schublade meines schreibtisches lag. ich holte sie heraus, fuchtelte
mit ihr herum und rief dem mann zu: „sie verlassen jetzt sofort meinen laden
- und auf der strasse gehen sie nach links, verstanden? ...
... und als nächstes verschwindet moni - aber bitte nach rechts!“
der mann starrte mit offenem mund auf die pistole. als er sich von seinem
ersten schreck erholt hatte, wimmerte er: „na, gut - ich sterbe! aber du,
moni, bist schuld!“ er drehte sich auf dem absatz um, lief hastig aus meinem
laden und schlug, auf der strasse angekommen, sogleich den weg nach links
ein.
„nicht schiessen!“ rief jetzt die junge frau, rannte ebenfalls aus meinem
geschäft und bog brav - nach rechts ab.
das war das einzige mal, dass meine schreckschuss-pistole zum einsatz kam.
übrigens erklärte man mir später, dass sie im ernstfall ein
denkbar ungeeignetes mittel ist, um einen überfall abzuwehren. eine
pistole, auch wenn sie nur aus lauter schreckschüssen besteht, könnte
nämlich den angreifer dazu verleiten, seinerseits zur (scharfen) waffe
zu greifen.
ich weiss gar nicht mehr, wo ich meine schreckschuss-pistole verwahrt habe.
sollte sich allerdings moni noch einmal in meinem laden verstecken, werde
ich den streit mit ihrem freund oder ehemann nicht ein zweites mal schlichten
- sondern gleich die feuerwehr rufen.
KLICK! ins bild ...
(624)
fredi, mein neffe, isst für sein leben gern bratkartoffeln.
ich übrigens auch! als er mich vor kurzem besuchte - wie immer mit grossem
appetit - war es an der zeit, uns ein rundherum schmackhaftes bratkartoffel-essen
zu gönnen.
um es gleich vorweg zu sagen: dazu gab es spiegeleier - aber selbstverständlich
sind bratkartoffeln auch eine ideale beilage ... zu roastbeef. dies sei aber
- angesichts der vergangenen, vielen feiertage - nur am rande erwähnt.
also kein roastbeef, lieber fredi - sondern spiegeleier, jawohl!
ich schäle allerhand kartoffeln und schneide sie in dünne scheiben.
sie kommen in eine hochwandige pfanne, in die ich so viel wasser gebe, bis
die kartoffeln bedeckt sind. darin lasse ich sie kochen.
nach 15 minuten schütte ich die kartoffeln in ein sieb, giesse das
wasser aus der pfanne und gebe stattdessen einige esslöffel neutrales
öl hinein. wenn es erhitzt ist, schütte ich die abgetropften kartoffeln
dazu. sie braten jetzt im öl und werden - das wenden mit dem „küchenfreund“
nicht vergessen! - langsam kross und braun.
da sie nur halbgar waren, als sie aus dem kochwasser kamen, behalten sie
auf wunderbare weise ihre form und zerbröseln in der pfanne nicht zu
einer seltsamen kartoffelmasse.
wenn die kartoffelscheiben eine goldbraune farbe annehmen, ist es zeit,
sie zu salzen und zu pfeffern. jetzt sollten wir auch an die zwiebeln denken:
fein gewürfelt schütte ich sie zu den kartoffeln und lasse sie eine
weile mitbraten.
merke: zwiebeln, die gleich zu anfang in die pfanne gegeben werden, nehmen
nach einer weile eine erst braune, dann eine schwarze farbe an und schmecken
trostlos bitter. das wollen wir doch nicht, oder?
wer mag, streut ganz zum schluss noch eine handvoll rohe zwiebeln über
die kartoffeln. sie sollen aber nicht mehr braten, sondern nur leicht mitdünsten.
das erhöht den geschmack der bratkartoffeln aufs beste.
als die bratkartoffeln (mit den spiegeleiern) auf dem tisch standen, meinte
fredi: „das nächste mal aber bitte wieder mit roastbeef!“
ich nickte: „und mit remoulade - ich habe verstanden!“
mit einem KLICK! in die pfanne geht es zu meinen anderen rezepten!
(623)
opa und oma habe ich als leidenschaftliche fernsehzuschauer in
erinnerung. in den 50er jahren war das auch ohne weiteres möglich, denn
die fernsehprogramme nahmen noch rücksicht auf die lebensgewohnheiten
älterer menschen. gesendet wurde damals nicht vor 17 uhr („augsburger
puppenkiste“) - sendeschluss war gegen 22 uhr (die „windrose“ mit peter von
zahn). das waren zeiten, in den opa entweder sein nachmittagsschläfchen
beendet hatte - oder seinen nachtschlaf gerade beginnen wollte.
irene koss - habe ich es schon erwähnt? - führte durchs programm.
meine oma sah am liebsten die „aktuelle schaubaude“. sie wurde samstag
abend (immer vor der „tagesschau“) aus hamburg ausgestrahlt. dazu räumten
die redakteure vom NDR (oder war es noch der NWDR?) jeweils ein ganzes autohaus
aus und verwandelten es in ein „gläsernes studio“. dieter thomas heck
verkaufte dort damals autos (und nur die!) ... samstags aber standen die
menschen vor den grossen schaufenstern und hörten werner baecker zu
... grosse welt, direkt gegenüber der staatsoper.
irene koss - habe ich es schon erwähnt? - führte durchs programm.
mein opa indes sah am liebsten den „internationalen frühschoppen“
mit werner höfer, der es auf wundersame weise fertig gebracht hatte,
statt nazibrauner kommentare (als journalist im 3. reich) plötzlich gepflegte
demokratische einsichten zu vermitteln (im NWDR - oder war es schon der WDR?).
sein "stammtisch" wenigstens wurde sonntags um 12 uhr ausgestrahlt. das machte
aber nichts, denn omas braten kam - immer pünktlich - um 13 uhr auf
den tisch. dann hatten die herren das studio in köln - mit einem leichten
schwips - schon längst verlassen ...
die kleine satire in ganzer länge - mit
einem KLICK! ins bild ...
(622)
über gustav nachtigal, den sudan-forscher, habe ich bei "panthersprünge
und rosinenbrötchen - ein imperialer streit um die welt" geschrieben.
deswegen will ich mich an dieser stelle nicht wiederholen. für den
aufsatz stand mir seinerzeit einiges bildmaterial zur verfügung - nicht
aber ein foto der bücher von nachtigal, in denen er seine sudan-expedition
schildert. das kann ich jetzt nachholen.
in einer notiz (621) bei KREUZ und QUER habe ich über den antiquar
ralf eigl aus rosenheim berichtet (HIER), der eine erstaunliche
sammlung von büchern zur frühen afrika-forschung anbietet. darunter
ist auch das ausserordentlich seltene werk von gustav nachtigal über
den sudan:
ralf eigl hat die ausgabe akkurat bibliographiert. er
schreibt unter anderem:
Nachtigal, Gustav: Sahara und Sudan. Ergebnisse sechsjähriger
Reisen in Afrika. 2 Bände. Berlin 1879/81. XXII, 748 S., 19 Tabellen;
XXIV, 790 Seiten, 1 Bl. Mit 23 Holzschnittafeln und 72 Textholzschnitten,
6 lithogr. Faltkarten und 4 Schrifttafeln. Illustriertes und goldgeprägtes
Originalleinen, gr. 8°
Ein dritter Band erschien nach Nachtigals Tod (1889). - Gustav Nachtigal,
berühmter Afrikaforscher, beschloss die klassische Periode der deutschen
Sahara- und Sudanforschung. Er brach zu seiner bahnbrechenden Reise 1869
von Tripolis aus auf und erreichte, über Sokna ziehend, Murzuk, wo er
mit Alexine Tinné zusammentraf. Von hier aus zog er trotz aller Warnungen
in das wilde Gebirgsland Tibesti inmitten der Sahara. Ausgeraubt und völlig
erschöpft, gelang ihm die Rückkehr nach Murzuk. Neu ausgerüstet,
konnte er im April 1870 den Weg nach Bornu und Kuka fortsetzen. 3 Jahre
lang blieb Kuka sein Standquartier, und er unternahm von dort aus äußerst
bedeutende Reisen nach Kanem und Borku im Nordosten des Tschadsees (1871)
und nach dem südlich des Sees gelegenen Baghirmi (1872). Wie Barth
stellte auch Nachtigal dabei wichtige Forschungen über Landschaft,
Völker und Sprache des mittleren Sudan an. Auch seine Rückreise
war äußerst bedeutend. Er zog über das noch völlig
unbekannte Wadai und konnte dabei das Schicksal von Vogel und Beurmann aufklären.
Über Dar Fur und Kordofan gelangt e er schließlich im November
1874 zurück nach Kairo.
wer sich für gustav nachtigal und seine forschung interessiert,
kann sich anhand meines aufsatzes "sudan - ein weisser fleck
auf der landkarte" informieren. dort finden sich auch weiterführende
links zu homepages, die sich mit dem afrika-forscher beschäftigen.
(621)
antiquarische bücher sind mir nichts fremdes. so weiss ich,
dass die literatur zur afrika-forschung des 19. jahrhunderts zwar vielfältig,
aber auch sehr selten ist. was aber ralf eigl zusammen getragen hat und
zum kauf anbietet, raubt selbst dem kenntnisreichsten antiquar den atem.
wir stolpern auf der homepage des antiquariats eigl durch schätze und
raritäten, als wäre dieses angebot von büchern das selbstverständlichste
von der welt. das ist es fürwahr nicht, auch wenn die preise - der
seltenheit der bücher durchaus angemessen - gepfeffert sind.
ich habe wahllos einige titel des angebots heraus gegriffen:
... und das ist nur eine kleine auswahl von titeln, die
das antiquariat anbietet. so geht es über seiten hin weiter. das
ist eine bibliothek, die zum schönsten und feinsten gehört,
was ich je zu afrika gesehen habe. mein respekt gilt dem antiquar, der
diese schätze gesammelt hat und sich jetzt - er muss ja auch geld
verdienen - davon trennen muss.
wenigstens weiss ich wieder, dass der beruf des antiquars einer
der schönsten der welt sein kann.
mit einem KLICK! - HIER - geht es zur homepage
des antiquariats ralf eigl (und nicht vergessen: das ist nur eine von
insgesamt drei seitenallein zu afrika!)
(620)
die niederlage in der schlacht von solferino bedeutete das
unwiderrufliche ende der österreichischen herrschaft in italien.
leopold II. ( - er stammte aus einer nebenlinie der habsburg-lothringer,
war grossherzog der toskana und regierte in florenz - ) musste 1859 das
land verlassen. sein politischer einfluss war erloschen, sein rat nicht
mehr gefragt.
die umwälzungen in italien eröffneten allerdings dem
1847 geborenen erzherzog ludwig salvator ganz neue perspektiven. als sohn
des aus italien vertriebenen grossherzogs begann er in österreich
zwar standesgemäss eine militärische und politische karriere,
aber sein wahres interesse galt der seefahrt, der biologie und geographie.
magisch angezogen von den fernen küsten des mittelmeers, bat er,
kaum 20 jahre alt, seine eltern, ihm ein schiff zur verfügung zu
stellen, mit dem er das mittelmeer - und dort vor allem die balearen erforschen
wollte.
sein wunsch wurde ihm erfüllt: mit der dampfgetriebenen „nixe“,
brach er 1867 unter dem falschen namen ludwig graf neudorf zu den balearen
auf, die in dieser zeit noch unberührt und kaum erforscht waren.
mit ihm reiste eine ausgesuchte schar von naturforschern und geographen,
die der reise einen wissenschaftlichen charakter verliehen - was ganz im
sinne von ludwig salvator war, der ein ernstes interesse an geographie und
ethnologie hatte, das sich freilich mit viel fernweh und abenteuerlust paarte.
ein weiterer, allerdings verheimlichter beweggrund dieser (- nennen
wir es ruhig beim namen -) flucht aus höfischer enge und etikette
waren die homosexuellen neigungen ludwig salvators, die er nicht am hofe,
wohl aber draussen in der welt - noch dazu unter falschem namen - ausleben
wollte.
mallorca faszinierte ihn sofort so gründlich ....
der ganze aufsatz jetzt in meinem "geschichts-portal". KLICK!
einfach ins bild!