****komm mit!* rief*******die möwe** *ich zeige dir  *** eine insel im weiten ozean** ** so klitzeklein *** wie eine muschel**dort*gibt**es**sehr  viel**zu* *entdecken!****
K R E U Z  UND  Q U E R!
(online seit dezember 2003)
*sechs neue notizen im januar 2006*


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blaues blut und abenteuerlust - ludwig salvator auf den balearen
afrika in wunderbaren, alten büchern
gustav nachtigal und der sudan
irene koss führt durchs programm!
bratkartoffeln!
moni und die schreckschuss-pistole


(625)

ich erhielt in rascher folge anonyme telefonanrufe. sie lauteten immer gleich: ich sollte mich nicht in der nähe meines ladens zeigen, sonst würde ich „umgelegt“. als ich mich hilfesuchend an die polizei wandte, erklärte man mir, nichts weiter tun zu können. „seien sie wachsam!“ war der einzige rat, den ich erhielt.

also kaufte ich eine schreckschuss-pistole, denn ich wollte mich irgendwie wehren, falls ein überfall drohte.

indes: es geschah nichts.

eines tages jedoch ging die tür meines ladens auf und eine junge frau rannte atemlos herein: „helfen sie mir!“ dann versteckte sie sich hinter einem der hohen regale.

schon sprang die tür ein zweites mal auf und herein stürmte ein mann, der sich wütend im geschäft umsah und rief: „wo ist moni?“ noch während er fragte, hatte er die frau hinter dem regal entdeckt.

„komm da sofort raus, moni, sonst passiert was!“ schrie er.

„so helfen sie mir doch!“ wimmerte die junge frau hinter den regalen. ich wusste wirklich nicht, wie ich den streit schlichten sollte - zumal der mann immer rabiater wurde und anstalten machte, "moni" an den haaren aus meinem geschäft zu zerren. langsam begriff ich, dass bei diesem streit eine gehörige menge alkohol im spiel war - beide waren nicht mehr ganz sicher auf den beinen.

plötzlich erinnerte ich mich an die schreckschuss-pistole, die in der untersten schublade meines schreibtisches lag. ich holte sie heraus, fuchtelte mit ihr herum und rief dem mann zu: „sie verlassen jetzt sofort meinen laden - und auf der strasse gehen sie nach links, verstanden? ...

... und als nächstes verschwindet moni - aber bitte nach rechts!“

der mann starrte mit offenem mund auf die pistole. als er sich von seinem ersten schreck erholt hatte, wimmerte er: „na, gut - ich sterbe! aber du, moni, bist schuld!“ er drehte sich auf dem absatz um, lief hastig aus meinem laden und schlug, auf der strasse angekommen, sogleich den weg nach links ein.

„nicht schiessen!“ rief jetzt die junge frau, rannte ebenfalls aus meinem geschäft und bog brav - nach rechts ab.

das war das einzige mal, dass meine schreckschuss-pistole zum einsatz kam. übrigens erklärte man mir später, dass sie im ernstfall ein denkbar ungeeignetes mittel ist, um einen überfall abzuwehren. eine pistole, auch wenn sie nur aus lauter schreckschüssen besteht, könnte nämlich den angreifer dazu verleiten, seinerseits zur (scharfen) waffe zu greifen.

ich weiss gar nicht mehr, wo ich meine schreckschuss-pistole verwahrt habe. sollte sich allerdings moni noch einmal in meinem laden verstecken, werde ich den streit mit ihrem freund oder ehemann nicht ein zweites mal schlichten - sondern gleich die feuerwehr rufen.




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(624)

fredi, mein neffe, isst für sein leben gern bratkartoffeln. ich übrigens auch! als er mich vor kurzem besuchte - wie immer mit grossem appetit - war es an der zeit, uns ein rundherum schmackhaftes bratkartoffel-essen zu gönnen.

um es gleich vorweg zu sagen: dazu gab es spiegeleier - aber selbstverständlich sind bratkartoffeln auch eine ideale beilage ... zu roastbeef. dies sei aber - angesichts der vergangenen, vielen feiertage - nur am rande erwähnt.

also kein roastbeef, lieber fredi - sondern spiegeleier, jawohl!

ich schäle allerhand kartoffeln und schneide sie in dünne scheiben. sie kommen in eine hochwandige pfanne, in die ich so viel wasser gebe, bis die kartoffeln bedeckt sind. darin lasse ich sie kochen.

nach 15 minuten schütte ich die kartoffeln in ein sieb, giesse das wasser aus der pfanne und gebe stattdessen einige esslöffel neutrales öl hinein. wenn es erhitzt ist, schütte ich die abgetropften kartoffeln dazu. sie braten jetzt im öl und werden - das wenden mit dem „küchenfreund“ nicht vergessen! - langsam kross und braun.

da sie nur halbgar waren, als sie aus dem kochwasser kamen, behalten sie auf wunderbare weise ihre form und zerbröseln in der pfanne nicht zu einer seltsamen kartoffelmasse.

wenn die kartoffelscheiben eine goldbraune farbe annehmen, ist es zeit, sie zu salzen und zu pfeffern. jetzt sollten wir auch an die zwiebeln denken: fein gewürfelt schütte ich sie zu den kartoffeln und lasse sie eine weile mitbraten.

merke: zwiebeln, die gleich zu anfang in die pfanne gegeben werden, nehmen nach einer weile eine erst braune, dann eine schwarze farbe an und schmecken trostlos bitter. das wollen wir doch nicht, oder?

wer mag, streut ganz zum schluss noch eine handvoll rohe zwiebeln über die kartoffeln. sie sollen aber nicht mehr braten, sondern nur leicht mitdünsten. das erhöht den geschmack der bratkartoffeln aufs beste.

als die bratkartoffeln (mit den spiegeleiern) auf dem tisch standen, meinte fredi: „das nächste mal aber bitte wieder mit roastbeef!“

ich nickte: „und mit remoulade - ich habe verstanden!“




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(623)

o
pa und oma habe ich als leidenschaftliche fernsehzuschauer in erinnerung. in den 50er jahren war das auch ohne weiteres möglich, denn die fernsehprogramme nahmen noch rücksicht auf die lebensgewohnheiten älterer menschen. gesendet wurde damals nicht vor 17 uhr („augsburger puppenkiste“) - sendeschluss war gegen 22 uhr (die „windrose“ mit peter von zahn). das waren zeiten, in den opa entweder sein nachmittagsschläfchen beendet hatte - oder seinen nachtschlaf gerade beginnen wollte.

irene koss - habe ich es schon erwähnt? - führte durchs programm.

meine oma sah am liebsten die „aktuelle schaubaude“. sie wurde samstag abend (immer vor der „tagesschau“) aus hamburg ausgestrahlt. dazu räumten die redakteure vom NDR (oder war es noch der NWDR?) jeweils ein ganzes autohaus aus und verwandelten es in ein „gläsernes studio“. dieter thomas heck verkaufte dort damals autos (und nur die!) ... samstags aber standen die menschen vor den grossen schaufenstern und hörten werner baecker zu ... grosse welt, direkt gegenüber der staatsoper.

irene koss - habe ich es schon erwähnt? - führte durchs programm.

mein opa indes sah am liebsten den „internationalen frühschoppen“ mit werner höfer, der es auf wundersame weise fertig gebracht hatte, statt nazibrauner kommentare (als journalist im 3. reich) plötzlich gepflegte demokratische einsichten zu vermitteln (im NWDR - oder war es schon der WDR?). sein "stammtisch" wenigstens wurde sonntags um 12 uhr ausgestrahlt. das machte aber nichts, denn omas braten kam - immer pünktlich - um 13 uhr auf den tisch. dann hatten die herren das studio in köln - mit einem leichten schwips - schon längst verlassen ...




die kleine satire in ganzer länge - mit einem KLICK! ins bild ...



(622)

über gustav nachtigal, den sudan-forscher, habe ich bei "panthersprünge und rosinenbrötchen - ein imperialer streit um die welt" geschrieben. deswegen will ich mich an dieser stelle nicht wiederholen. für den aufsatz stand mir seinerzeit einiges bildmaterial zur verfügung - nicht aber ein foto der bücher von nachtigal, in denen er seine sudan-expedition schildert. das kann ich jetzt nachholen.

in einer notiz (621) bei KREUZ und QUER habe ich über den antiquar ralf eigl aus rosenheim berichtet (HIER), der eine erstaunliche sammlung von büchern zur frühen afrika-forschung anbietet. darunter ist auch das ausserordentlich seltene werk von gustav nachtigal über den sudan:



ralf eigl hat die ausgabe akkurat bibliographiert. er schreibt unter anderem:

Nachtigal, Gustav: Sahara und Sudan. Ergebnisse sechsjähriger Reisen in Afrika. 2 Bände. Berlin 1879/81. XXII, 748 S., 19 Tabellen; XXIV, 790 Seiten, 1 Bl. Mit 23 Holzschnittafeln und 72 Textholzschnitten, 6 lithogr. Faltkarten und 4 Schrifttafeln. Illustriertes und goldgeprägtes Originalleinen, gr. 8°

Ein dritter Band erschien nach Nachtigals Tod (1889). - Gustav Nachtigal, berühmter Afrikaforscher, beschloss die klassische Periode der deutschen Sahara- und Sudanforschung. Er brach zu seiner bahnbrechenden Reise 1869 von Tripolis aus auf und erreichte, über Sokna ziehend, Murzuk, wo er mit Alexine Tinné zusammentraf. Von hier aus zog er trotz aller Warnungen in das wilde Gebirgsland Tibesti inmitten der Sahara. Ausgeraubt und völlig erschöpft, gelang ihm die Rückkehr nach Murzuk. Neu ausgerüstet, konnte er im April 1870 den Weg nach Bornu und Kuka fortsetzen. 3 Jahre lang blieb Kuka sein Standquartier, und er unternahm von dort aus äußerst bedeutende Reisen nach Kanem und Borku im Nordosten des Tschadsees (1871) und nach dem südlich des Sees gelegenen Baghirmi (1872). Wie Barth stellte auch Nachtigal dabei wichtige Forschungen über Landschaft, Völker und Sprache des mittleren Sudan an. Auch seine Rückreise war äußerst bedeutend. Er zog über das noch völlig unbekannte Wadai und konnte dabei das Schicksal von Vogel und Beurmann aufklären. Über Dar Fur und Kordofan gelangt e er schließlich im November 1874 zurück nach Kairo.


wer sich für gustav nachtigal und seine forschung interessiert, kann sich anhand meines aufsatzes "sudan - ein weisser fleck auf der landkarte" informieren. dort finden sich auch weiterführende links zu homepages, die sich mit dem afrika-forscher beschäftigen.




(621)

antiquarische bücher sind mir nichts fremdes. so weiss ich, dass die literatur zur afrika-forschung des 19. jahrhunderts zwar vielfältig, aber auch sehr selten ist. was aber ralf eigl zusammen getragen hat und zum kauf anbietet, raubt selbst dem kenntnisreichsten antiquar den atem. wir stolpern auf der homepage des antiquariats eigl durch schätze und raritäten, als wäre dieses angebot von büchern das selbstverständlichste von der welt. das ist es fürwahr nicht, auch wenn die preise - der seltenheit der bücher durchaus angemessen - gepfeffert sind.

ich habe wahllos einige titel des angebots heraus gegriffen:










... und das ist nur eine kleine auswahl von titeln, die das antiquariat anbietet. so geht es über seiten hin weiter. das ist eine bibliothek, die zum schönsten und feinsten gehört, was ich je zu afrika gesehen habe. mein respekt gilt dem antiquar, der diese schätze gesammelt hat und sich jetzt - er muss ja auch geld verdienen - davon trennen muss.

wenigstens weiss ich wieder, dass der beruf des antiquars einer der schönsten der welt sein kann.

mit einem KLICK! - HIER - geht es zur homepage des antiquariats ralf eigl (und nicht vergessen: das ist nur eine von insgesamt drei seiten
allein zu afrika!)



(620)
 
die niederlage in der schlacht von solferino bedeutete das unwiderrufliche ende der österreichischen herrschaft in italien. leopold II. ( - er stammte aus einer nebenlinie der habsburg-lothringer, war grossherzog der toskana und regierte in florenz - ) musste 1859 das land verlassen. sein politischer einfluss war erloschen, sein rat nicht mehr gefragt.

die umwälzungen in italien eröffneten allerdings dem 1847 geborenen erzherzog ludwig salvator ganz neue perspektiven. als sohn des aus italien vertriebenen grossherzogs begann er in österreich zwar standesgemäss eine militärische und politische karriere, aber sein wahres interesse galt der seefahrt, der biologie und geographie. magisch angezogen von den fernen küsten des mittelmeers, bat er, kaum 20 jahre alt, seine eltern, ihm ein schiff zur verfügung zu stellen, mit dem er das mittelmeer - und dort vor allem die balearen erforschen wollte.

sein wunsch wurde ihm erfüllt: mit der dampfgetriebenen „nixe“, brach er 1867 unter dem falschen namen ludwig graf neudorf zu den balearen auf, die in dieser zeit noch unberührt und kaum erforscht waren. mit ihm reiste eine ausgesuchte schar von naturforschern und geographen, die der reise einen wissenschaftlichen charakter verliehen - was ganz im sinne von ludwig salvator war, der ein ernstes interesse an geographie und ethnologie hatte, das sich freilich mit viel fernweh und abenteuerlust paarte.

ein weiterer, allerdings verheimlichter beweggrund dieser (- nennen wir es ruhig beim namen -) flucht aus höfischer enge und etikette waren die homosexuellen neigungen ludwig salvators, die er nicht am hofe, wohl aber draussen in der welt - noch dazu unter falschem namen - ausleben wollte.

mallorca faszinierte ihn sofort so gründlich ....



der ganze aufsatz  jetzt in meinem "geschichts-portal". KLICK! einfach ins bild!