****komm mit!* rief*******die möwe** *ich zeige dir  *** eine insel im weiten ozean** ** so klitzeklein *** wie eine muschel**dort*gibt**es**sehr  viel**zu* *entdecken!****
K R E U Z  UND  Q U E R!
(online seit dezember 2003)
*sechs neue notizen im juni/juli 2006*


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herr gronau spielte violine!
bär bruno ist tot
das zweite klavierkonzert von rachmaninov
11 hymnen - im fusballfieber
ein grand-hotel in portugal
lauch mit gewürfeltem schinken


(715)

mein neffe fredi - der grösste kritiker meiner „kochkünste“ - war grenzenlos traurig, denn am 25. juni eines jeden jahres wird der spargel „totgestochen“. die spargelsaison ist ende juni unwiderruflich vorbei und fredi kann sich bis heute damit nicht abfinden. „eine kleine woche sollten sie schon ranhängen“, nörgelte er, als er mich besuchte ... „oder wenigstens ein spargelfeld für mich reservieren - bis weihnachten!“

seine wünsche werden - ich weiss es - nicht erfüllt, auch wenn ich in unserem supermarkt schon einmal spargel aus chile entdeckte - im januar und sündhaft teuer. von diesem unsinn erzählte ich fredi aber nichts.

stattdessen versprach ich ihm, für eine delikate alternative zu sorgen. dazu besorgte ich einige lauchstangen, säuberte sie, befreite sie von ihrem harten deckblatt und schnitt ihre weissen teile in etwa sechs zentimeter lange abschnitte.

in einen grösseren topf gab ich reichlich wasser, ein kleines stück butter, salz, ein wenig zucker und kochte darin - etwa 10 minuten - geschälte und klein gewürfelte kartoffeln. sodann gab ich die lauchabschnitte dazu und liess alles noch weitere 20 minuten köcheln.

die kartoffeln und die lauchabschnitte schüttete ich am ende der kochzeit zum abtropfen in ein sieb.

in einer pfanne erhitzte ich nun butter und „klärte“ sie. das heisst: ich brachte sie auf mittlerer flamme zum schäumen und wartete ab, bis die butter braun wurde und der schaum von der oberfläche verschwand.

in die pfanne schüttete ich die kartoffeln und die lauchabschnitte, schwenkte sie in der braunen butter, salzte noch einmal und gab (ganz wichtig!) reichlich geriebene muskatnuss dazu. ganz am ende streute ich würfel vom katenschinken darüber (die wir im supermarkt preiswert kaufen können) und gab alles auf die vorbereiteten (weil gewärmten) teller.

fredi aß mit grossem appetit.

als ich ihn aufmunternd ansah und meinen kopf schief legte - so als ob ich ihm eine frage stellen wollte - antwortete er mir sofort. vorher schob er sich aber noch ein stück lauch in den mund.

er grinste: „wirklich viel besser als der komische spargel aus chile“.




KLICK!


(714)

wer bei KREUZ UND QUER mitliest, weiss, dass ich immer einmal wieder besondere hotels vorstelle - ob sie nun auf madeira, in marokko oder sizilien stehen. manche hotels sind ohne ihre umgebung und die geschichte, in die sie hinein gewachsen sind und von der sie erzählen, gar nicht vorstellbar. sie alle können uns merkwürdiges - und manchmal grosses erzählen.

so ein hotel ist auch das CURIA-PALACE-HOTEL in portugal. erbaut in der "belle epoque", hat es die höhen und tiefen der geschichte miterlebt. es war in den 20er jahren das bevorzugte ziel der schönen und reichen, wurde in europas dunkelster zeit zum zufluchtsort von juden, die auf ihre rettung nach übersee hofften, und fristet heute - bei allem luxus - ein dasein, das wohl am besten als "fortwährende nachsaison" umschrieben ist.

lutz redecker, reiseschriftsteller und journalist, hat das hotel besucht und seine eindrücke aufgeschrieben. besuchen wir also mit ihm das CURIA-PALACE-HOTEL und lassen uns vom verblassten charme und dem glanz einer grossen epoche verzaubern.

mit einem KLICK! auf das dritte bild geht es zu seinem bericht!








(713)

es hilft nichts: auch KREUZ UND QUER erliegt langsam aber sicher dem fussballfieber. allerdings hatte ich bislang einige schwierigkeiten, andauernd die deutsche nationalhymne mitzugrölen - ich finde das ganze sowieso reichlich inflationär. es reicht doch, wenn die nationalhymne einmal im jahr (innig und mit ausdruck!) gesungen wird - zum beispiel dann, wenn es den hartz IV. empfängern mal wieder an den kragen geht.

jetzt kommt aber hilfe. zur auswahl stehen ab sofort 11 fussball-hymnen. angelika merkel muss ja nicht mitsingen. sie wirft sich einfach in die arme von franz beckenbauer und hört zu, wenn er sich an der "echten" nationalhymne versucht. für alle "alternativen" hymnen (11) reicht indes ein KLICK! ins bild:




(712)

wenn ich sagen sollte, welche komponisten meinem herzen am nächsten stehen, würde ich - ohne weiter nachzudenken - die russen nennen. ganz oben steht dabei segej rachmaninov, der allerdings schon vor seinem zweiten klavierkonzert erst einmal das komponieren aufgab, weil seine 1. symphonie beim publikum durchgefallen war.

erst nach einer langen phase der selbstzweifel und depressionen machte er sich an die komposition des zweiten klavierkonzerts, das - zu seiner grossen überraschung - begeisterungsstürme auslöste. heute gehört es zu den klassikern des internationalen repertoires.

1917 verliess rachmaninov russland. er reiste vor allem durch die skandinavischen länder, führte dort seine und andere konzerte auf, und liess sich 1935 endgültig in amerika nieder. hier, wo er niemals wirklich heimisch wurde, überarbeitete er auch sein 4. klavierkonzert, das zwar schon 1927 uraufgeführt worden war, ihn aber nicht zufrieden stellte.

erst 1941 erklärte er das werk für abgeschlossen, das heute - neben dem 2. klavierkonzert - zu den höhepunkten des modern-romantischen repertoires gehört.

vladimir ashkenazy hat beide konzerte unter der leitung von bernhard haitink eingespielt. sie wurden 1984 im grossen saal des concertgebouws aufgenommen. es kann sein, dass die beiden konzerte nie einfühlsamer und authentischer interpretiert wurden.

aus dem 2. klavierkonzert können wir uns den dritten satz - allegro scherzando - in ganzer länge (ca. 11 minuten) anhören ...

... KLICK! ins porträt:





(711)

ich frage mich wirklich, wie es vor ... nun, sagen wir einmal: 200 jahren ... ausgesehen hat. da gab es bären zuhauf in deutschland (oder etwa nicht?). sie ernährten sich von brombeeren und himbeeren (bären sind allesfresser!) und manchmal rissen sie ein schaf, das der bauer vergessen hatte, wegzusperren. alle wussten um die bären - jeder schützte sich.

aber nun kommt ein bär so mir nichts - dir nichts daher und macht es sich in den fussgängerzonen der bayerischen kurorte breit.

warum tut er das? weil seine natürliche lebenswelt inzwischen so dermassen kaputt gemacht wurde, dass er nur noch im kurpark (unter einer laterne) sitzt und auf einen "hamburger" wartet.

der tod dieses bären ist der tod unserer landschaft und ihrer ressourcen.

das ist wie bei den elefanten in afrika. bringt man sie um ihre natürlichen lebensräume, brechen sie in die menschlichen siedlungen ein.

ich frage mich allerdings: wer hat mehr recht - das tier oder der mensch?



KLICK!



(710)

Für fräulein vollert, meine neue lehrerin in der stadt, musste ich meine hände aufs pult legen - die innenflächen nach aussen gedreht. dann sauste das lineal herab und ein wilder schmerz krümmte meine finger. wenn sich fräulein vollert gar keinen rat mehr wusste, schickte sie mich vor die tür. dort stand ich auf einem leeren, bohnerwachs-getränkten flur und war ratlos. hermann - zu dem sie mich in die bank gesetzt hatten - roch nach kernseife. wenn er mich tröstend umarmte, wurde mir übel.

es war eine verflixt schwierige zeit.

die dorfschule - die ich verliess, weil meine eltern in eine stadt zogen, die ich nicht einmal dem namen nach kannte - war ein ort gewesen, der mich nicht fröhlich machte, aber auch nicht ängstigte. die pulte, in die wir uns zwängten, hatten klappen. sie quietschten, wenn wir uns setzten. sie funktionierten wie die tabletts, die wir herunter klappen, wenn uns in flugzeugen das essen serviert wird. wenn wir morgens in das klassenzimmer kamen und uns hinter die pulte setzten, mussten wir uns die klappen in den magen rammen und wurden auf diese weise für viele stunden - einen ganzen vormittag lang - zu gefangenen.

ich wüsste gern, was genau in die bänke hinein geschnitzt worden ist, aber daran ich erinnere mich nicht mehr. sie waren jedoch übersät von schriftzeichen - tief eingegraben in das weiche holz. angst und widerspruch hatten die taschenmesser geführt - viel öfter aber war es ein fingernagel, der sich trotzig - aber stetig - in das holz gegraben hatte ...


mit einem KLICK! ins bild geht meine geschichte weiter: