zwei bilder aus italien und
"fünf kochrezepte!"denn am wochenende kocht mama!

risotto

bolognese
grünkohl
kartoffelbrei-variationen
lammschulter in zitronensauce

klicke fürs rezept auf das entsprechende gericht. mehr rezepte gibt´s hier nic
ht. dafür aber öfter bei:

KREUZ UND QUER!

oder: im verzeichnis aller kochrezepte!

1. risotto



reisen wir doch mal nach italien.

in einer kleinen nebenstrasse in irgendeiner stadt im süden lockt das schild eines restaurants:

"heute risotto".

und da kleine nebenstrassen immer für überraschungen gut sind und ein risotto lecker sein kann, kehren wir doch mal ein.

vittorio, der wirt, liest uns unsere wünsche natürlich von den augen ab. "uno momento, signore", ruft er und springt in die küche. und wir schauen ihm über die schulter.

risotto - zu schwer, um es nachzukochen?

na, ich weiss es nicht.

schauen wir vittorio einfach mal zu.

das wichtigste ist natürlich der milchreis. vergessen wir einmal alle onkel bens der welt mit ihrem tütenreis. onkel bens sind sowieso nur auf die welt gekommen, um kleine jungs und mädels zu verführen. na, ja, das können sie ja
machen - aber ihren verdammten reis dann bitte auch selber essen.

also milchreis.

jetzt nehmen wir einen topf und erhitzen darin in olivenöl (langsam, langsam) kleingeschnittene zwiebeln und knoblauchzehen. das ganze darf nicht anbrennen, nur farbe nehmen.

inzwischen portionieren wir den reis, ca. 1 kaffetasse pro person. jetzt sind die zwiebeln und der knoblauch glasig, also schütten wir den reis dazu. er sollte vorher nicht gewaschen werden!

jetzt muss umgerührt werden, der reis darf ruhig ein wenig rösten, aber natürlich nicht anbrennen. aus einem hühnerbrüheninstant (oder gemüsebrühe) geben wir mehrere teelöfel in ein gefäss und giessen mit heissem wasser auf. abschmecken! die brühe soll kräftig schmecken.

wir geben einen teil der brühe in den topf zum reis. der reis kocht auf. nach und nach geben wir die brühe zu dem reis und schalten, wenn alles kocht, den herd herunter. das zukünftige risotto soll jetzt nur so vor sich hin köcheln. vielleicht noch etwas flüssigkeit nachgiessen. immer wieder mal umrühren. ein schuss weisswein wäre auch nicht schlecht.

das ganze köchelt so lange, bis der reis klebrig wird, die reiskörner aber noch als ganzes vorhanden
sind.

es heisst ja nicht "pamposotto" sondern "risotto".

jetzt heisst es würzen. salz muss wohl nicht dran, denn die brühe ist ja schon salzig. dafür aber pfeffer. ein stück butter eingerührt und frischen parmesan ebenfalls in den reis eingerührt.

wer noch einen anstrengenden eiweissverlust (*fg*) vor sich hat, gibt noch einen schuss süsse sahne zum risotto. das ganze soll jetzt eine feste, klebrige masse sein, in der aber der reis nicht verkocht ist.

ab damit auf den teller, noch mal parmesan drüber, und vittorio wünscht:

"serrr gut appetit!"

dieses risottorezept ist endlos zu variieren. es kann beilage sein, oder man dünstet einige tomaten mit, oder, oder, oder....

ach, so! vittorio hat noch einen vorschlag. na, gut.

er zerlässt butter in einer pfanne, erhitzt sie, bis sie gelb-hellbraun ist (vorsicht, nicht schwarz werden lassen!!!!). dazu kleingeschnittene zwiebeln. wenn sie glasig sind, gibt er champignons hinzu, die jeweils einmal in der mitte durchgeschnitten sind. jetzt kann man nur noch zugucken. die pilze verlieren ihr wasser und dünsten darin in der pfanne. das sollen sie auch.

auf kleiner flamme brutzeln sie so lange vor sich hin, bis alles wasser eingedampft ist. irgendwann braten die champignons wieder nur im fett. damit sind sie gar. zeit, sie zu salzen und zu pfeffern. auch ein pritzer zitronensaft ist nicht schlecht.

jetzt entweder die champignons über das risotto, und/oder einen schuss süsse sahne daran, wenn man sie nicht/oder doch zum risotto essen will.

die sahne mit den chamignons aufkochen lassen, dann bei kleiner temperatur so lange köcheln und umrühren,
bis sie sämig ist. kleingeschnittene petersilie rüber. jetzt haben wir, neben dem risotto, noch ein ganzes, sättigendes gericht. baguette dazu, das die sauce so schön aufnimmt und dann los.

jetzt singt auch einer "oh sole mio". das ist vittorio. er will uns wirklich nur gutes tun.

wir kommen bestimmt wieder, mein lieber freund.

das weiss wenigstens

rolf aus bremen


2. bolognese




vittorio gibt einfach keine ruhe. wir sollen schon wieder seine küche probieren - tun es aber gern.

was gibt es heute, vittorio?

einen reis a la bolognese, bittesehr!!

das klingt gut.

reis kochen ist das einfachste auf der welt.

wir nehmen den langkornreis (diesesmal keinen milchreis!), waschen ihn. auf eine kaffetasse reis (reicht
für zwei personen), geben wir zwei tassen wasser dazu. jetzt salzen und den reis aufgekochen und ca. 5
minuten durchgekochen lassen. dann weg vom feuer.

einen deckel auf den topf. der reis quillt von allein auf und ist nach ca. 20 minuten top. sollte noch ein wenig flüssigkeit übrig geblieben sein, dann giesst man sie einfach weg.

aber jetzt wird es bestimmt schwer!

ach, überhaupt nicht.

eine pfanne zur hand, olivenöl hinein, zwiebeln und knoblauch kleinschneiden und im öl andünsten. wenn
alles farbe genommen hat, das schweine-hackfleisch (oder - lecker! lammhackfleisch - gibts beim türken!) in das öl reinbröseln und es verrühren. es sollen möglichst keine klumpen mehr bleiben. das fleisch ist sofort gar. jetzt salzen und pfeffern, vielleicht ein wenig paprika hinzu.

tomaten vierteln und zum hackfleisch geben. also, wer die tomaten vorher schält, hat selber schuld. denn wenn die tomaten gar sind, hat sich die haut gelöst und muss nur noch aus der pfanne gefischt werden.

nochmal salzen, pfeffern, und auf die tomaten zucker streuen. (tomaten und zucker leben sozusagen in keiner lebensabschnitts-partnerschaft! sie haben sich fortwährend lieb!)) deckel zu und auf kleiner flamme schmoren lassen. je länger, desto besser das ragout. öfter mal umrühren.

wenn die tomaten verkocht sind, abschmecken! wer will, kann noch ein wenig süsse sahne rangeben.
das ragout über den reis geben, mit parmesan bestreuen und ab auf den tisch.
statt reis gehen natürlich auch spaghetti, oder gnocci die gibt es fertig zu kaufen)

oder, oder...

guten appetit wenigstens wünscht

rolf aus bremen

3. grünkohl



irgendwann müssen wir ja alle zurück aus dem hellen süden in unseren (manchmal) trüben alltag. lassen wir also vittorio zurück und die warmen nächte italiens. jetzt koche ich mal für janni (weil er doch so gern isst). wer janni ist? das weiss ich auch nicht! aber was er gerne isst, das ahne ich!
 
heute kochen wir... ja, was?

diese deutschen sind schon komisch. immer wenn der winter über sie hereinbricht, suchen sie wie besessen nach was grünem. finden sie zb. so einen grünen tannenbaum, schwupps, wird er auch schon gefällt und ins wohnzimmer geschleppt. ist doch seltsam, oder?

oder sie sitzen auf einem winterlichen feld und starren ganz verzückt auf etwas grünes in all dem grau.

was ist denn das? 

weil so grün, ist ihre leidenschaft geweckt. was grünes im winter? ab damit in die küche! entweder wird sowas grünes geschmückt (mit lametta und kerzen) oder aufgegessen (das geht allerdings mit einer tanne voll lametta nicht so gut).

objekt ihrer verzückung ist der grünkohl.

so, jetzt können alle die weiter surfen, die im süden unseres landes leben, - dort, wo es sowieso immer grün ist.

denn heute gibts grünkohl. so einen fetten grünkohl!

warum ist kohl fett? weil alle mütter dieser welt meinen, kohl müsste im fett schwimmen.

und warum?

weil es in deutschland im winter immer so kalt ist, dass wir viele, viele kalorien zu uns nehmen müssen, um diese jahreszeit zu überstehen. (auch janni muss das!)

also viel fett an den kohl!

kohl und fett? das ist unsinn!

kohl und mollig? das kann schon sein! - wie es uns janni zeigt!


ich pflücke den grünkohl nicht vom feld, ich überspringe sozusagen die verarbeitungsschritte und - lande bei einem glas aus dem hause kühne. da steht zwar grünkohl drauf, was aber drin ist - na, eine ziemlich fade angelegenheit.

das macht nichts - das wird schon.

zwiebeln und knoblauch klein schneiden (das kennen wir ja schon). butter in einem topf erwärmen. knoblauch
und zwiebeln darin andünsten. wenn sie farbe genommen haben, geben wir diesen komischen "kühne-kohl"
dazu. umrühren. kein wasser!

es wird gewürzt. pfeffer, salz und ...

...kennt einer die "aromatherapie"?

sowas ähnliches passiert jetzt in unserer küche.

ich nehme das gläschen zur hand, auf dem "piment" steht. das ist wohl das köstlichste gewürz, das es in der winterlichen küche gibt. der geruch lässt uns ganz schnell auf der eckbank zusammenrücken, richtig kuschelig wirds dort und alle haben sich plötzlich ganz furchtbar lieb.

aromatherapie - geglückt!

also, piment (das ist ein nelkengewürz) an den grünkohl, einen schuss zitrone und zucker (besser einen esslöffel preiselbeeren). den herd herunterschalten, so dass der grünkohl vor sich hin köchelt. wer mag, legt jetzt noch mettenden (würstchen) dazu.

vegetarier bleiben auf der eckbank sitzen!

topf zu, köcheln lassen (ca. 1 stunde). zum schluss einen esslöffel creme fraiche in den grünkohl einrühren.


dadurch wird er saftiger.

kartoffeln hatten wir schon gekocht (immer eine halbe stunde, dann sind sie gar, mit schale bleiben vitamine und mineralstoffe erhalten.) also kartoffeln gepellt, auf den teller, und den grünkohl dazu.

wohl bekomms!

ps. für alle bremer sei gesagt: natürlich darf die pinkelwurst nicht fehlen.

igitt!!!!!!!!!

höre ich jetzt den aufschrei. pinkel??? was ist denn das?

so etwas  ähnliches wie "tafelspitz".

wenn ich freunde zum essen einlade, koche ich nie tafelspitz. meine freunde sagen immer:

einen hund würden sie sich nun doch nicht von mir vorsetzen lassen - noch dazu einen so kleinen, giftigen...

genauso verhält es sich mit der "pinkelwurst". sie schmeckt besser, als sie heisst, - und schmeckt sogar sehr gut. d eine grüzwurst, die perfekt zum grünkohl passt.

alle bremer haben sich zu tisch gesetzt - mit pinkel - (janni bekommt auch eine, denn janni sieht so schrecklich hungrig aus), und alle anderen futtern auch ordentlich drauf los - auf der kuscheligen eckbank, in der küche

von rolf aus bremen


4. kartoffelbrei-variationen



ein freund, koch von beruf, sagte mir einmal. "iß nicht da, wo für hunderte gekocht werden muss. Iss dort, wo sich der koch zeit nehmen kann, um das zu kochen, was du essen möchtest."

in diesem sinne wird meine homepage nie zur grossküche. 50 zugriffe pro tag bekommt man doch glatt in meiner wohnküche satt.

wir kochen uns heute einen - kartoffelbrei.

IIHHH!

sone pampe!

gar keine pampe - sehr lecker!

warum gibts eigentlich bei uns nie kartoffelbrei. ich glaube, ich kenne die antwort.

sie ist ziemlich einfach. kartoffelbrei ist so kompliziert und so zeitraubend.
.
...ist es nicht.

stellen wir uns einmal vor: im internet ist nichts los. wir haben langeweile.

warum da nicht einen topf aufs feuer stellen, wasser rein und abwarten, bis es kocht? dann die ungeschälten (weil mineral- und vitaminreich) kartoffeln hinein und eine halbe stunde kochen. kartoffeln brauchen immer 30
minuten.

sind sie gar, werden sie kurz mit kaltem wasser "abgeschreckt". kartoffeln müssen sich das gefallen lassen!

ich würde allerdings sagen

"no, sir, ich erschreck mich schon so genug in diesem leben..."

jetzt gehen wir alle wieder ins internet.

aber irgendwann: lust auf kartoffelbrei?

ja!!!

topf auf den herd, die kalten kartoffeln gepellt (geht ganz schnell, weil sie ja "abgeschreckt" sind).

wer bitte lässt sich sonst so abschrecken, um sich daraufhin - und ohne widerstände - jeglicher kleidung
zu entledigen? nackt sind sie jetzt - die kartoffeln! rein in den topf und vernascht...

nein. das geht nicht, das schmeckt nicht...

noch nicht!

hier eben unterscheidet sich eine kartoffel doch erheblich von einem süssen, nackten ... eigentlich schade!

mit einer gabel zerdrücke ich die kartoffeln. soll ich jetzt den pürierstab nehmen?

geschmacksache! wie immer!

ich nehme eine gabel und zerdrücke die kartoffeln. jetzt das ganze auf kleiner flamme zurück auf den herd. umrühren, sehr heftig. butter dazu (viel, oder ganz wenig - janni! pass auf!!), und dann noch milch dazu geben (oder sahne).

nein, janni, milch!!!! ich sage es dir: lass die sahne ... niemand wird von kartoffelbrei pummelig, aber ... das weisst du ja!


die milch (sahne) zu den kartoffeln.

rühren, rühren, rühren. salz und pfeffer dazu. der kartoffelbrei ist fertig.

warum denn das?

jetzt gehts erst los!

parmesan drüber und in den ofen (überbacken). oder...

knoblauch dazu. oder...

petersilie dazu, oder...

pepperonicreme (vom türken!) drunter mischen, oder...

schnittlauch reingeben, oder...

tomaten drin schmoren...

so ein kartoffelbrei ist universal! ist die kartoffel erst entkleidet, kann man alles mit ihr machen, ganz im gegensatz zu manchen menschenkindern, die uns zwar anlächeln, wenn man aber zubeissen will, ...

das gute essen ist die sexualität des alters!

denkt rolf sich und wünscht

guten appetit!


5. lammschulter in zitronensauce


wenn ihr einen freund oder freundin einladen wollt, um ihn oder sie bei einem lauschigen essen, das italienisch inspiriert ist, rumzukriegen, könnte dieses rezept genau das richtige sein. nicht nur, dass ihr euch sofort in einer
samtenen nacht in italien unter funkelnden sternen wiederfindet,-  spätestens nach dem essen werdet
ihr euch in den armen liegen ...

denn bekanntlich geht liebe durch den magen.

jetzt gehts los.

besorgt euch bei eurem türkischen metzger daumendick geschnittene stücke aus der lammschulter (wahlweise könnt ihr auch schweineschnitzel oder putenschnitzel nehmen). diese lamm-schulter (schnitzel) wird kalt abgespült und abgetrocknet. als nächstes eine pfanne auf den herd. hier hinein, nicht ganz so knapp, olivenöl.

achtung: hier solltet ihr nun wirklich ein gutes nehmen. das kostet beim türken ca. 4 euro.

die lammschulter in heisse öl.

tipp: das fleisch so lange auf einer seite braten, bis es sich von selbst löst. klebt es noch, muss es weiter gebraten werden. nach ca. fünf minuten umdrehen, jetzt schon die temperatur zurücknehmen. weitere fünf minuten braten. nun diese seite mit salz, pfeffer und ganz fein gehacktem knoblauch bestreuen, umdrehen, dasselbe mit der anderen seite.

die hitze reduzieren. in das olivenöl, das jetzt schon den geschmack des fleisches angenommen hat, zitronensaft
zugeben, ca. einen eierbecher voll und das fleisch mit dem sud begiessen.

auf das fleisch kommt jetzt jede menge petersilie, - kleingeschnitten. und darauf parmesan-käse. nun gut, frisch geriebener parmesan ist köstlich - aber auch teuer. gepulverter parmesan aus dem supermarkt tut es auch. ihr müsst es eurem freund/freundin ja nicht auf die nase binden!

also, parmesan über fleisch und petersilie schütten (nicht so knapp). dann mit einem deckel die pfanne schliessen. das ganze schmort jetzt so vor sich hin. darauf achten, dass die flüssigkeit nicht verbrät. vielleicht ein wenig wasser (oder weisswein!) nachgiessen.

nach ca. 10 minuten hat sich der käse mit der sauce vermischt. die sauce ist sämig geworden. der parmesan
auf dem fleisch ist zerlaufen. wer will, kann jetzt noch einen "blub" creme-fraiche über das fleisch und in die sauce geben.

baguette aufschneiden, fleisch auf den teller, sauce drum rum. es kann gegessen werden.

guten appetit wünscht


rolf aus bremen