(468)
als ich kürzlich bei KREUZ UND QUER über griechische rezepte
berichtete, fiel mir sofort eines ein, das zu meinen liebsten gehört.
leider findet man ein „moussaka“ - denn um dieses gericht handelt es sich
- nicht oft auf der speisekarte griechischer restaurants in deutschland.
in griechenland hingegen können wir ein moussaka in fast jeder taverne
bestellen.
allerdings: es gibt dort so viele tavernen - und jede bereitet das moussaka
ein wenig anders zu. der grund, warum dieser auflauf in griechenland so
beliebt ist? die bäcker überlassen nach getaner arbeit ihre noch
heissen öfen den hausfrauen, die vormittags ihre backbleche bringen,
um nicht nur das moussaka darin zu garen.
da ich in bremen keinen bäcker weiss, zu dem ich ein moussaka bringen
könnte, bereite ich es einfach im eigenen ofen zu.
als erstes geht es an die bechamel-sauce. sie ist ganz ähnlich wie
die „weisse sauce“, die ich vor einiger zeit bei KREUZ UND QUER vorgestellt
habe: in einen topf kommt butter, sie wird zerlassen und mehl dazu gegeben.
beides wird zu einer gelben paste verrührt, die aber nicht braun werden
darf. nun gebe ich milch dazu und rühre kräftig. schon bald entsteht
eine sämige sauce, die aber noch keinen besonderen geschmack hat. deswegen
würze ich mit salz und pfeffer, gebe einen schuss zitronensaft hinzu
und verfeinere die sauce - ganz wichtig - mit viel muskat und zimt.
diese bechamelsauce muss 30 minuten köcheln, denn erst dann hat sich
ihr mehliger geschmack verflüchtigt. ich nehme sie schliesslich vom
feuer und lasse sie abkühlen.
inzwischen habe ich einige kartoffeln geschält und recht klein gewürfelt.
sie kommen in eine feuerfeste form, die ich zuvor mit olivenöl ausgepinselt
habe. die kartoffeln würze ich mit salz, pfeffer und rosmarin und schiebe
sie für 20 minuten in den 200 grad heissen ofen - sie würden nämlich,
roh zum auflauf gegeben, unter umständen nicht gar werden.
als nächstes schneide ich auberginen in scheiben, lege sie auf küchenpapier
und salze sie auf beiden seiten. dadurch verlieren sie nach einer weile
einiges von ihrer flüssigkeit.
jetzt wird es zeit, das hackfleisch zu braten. ich nehme durchgedrehtes
lammfleisch - rinderhack tut es aber auch - und brate es zusammen mit
kleingehackten zwiebeln und knoblauch kräftig durch. anschliessend wird
es gesalzen und gepfeffert.
in die feuerfeste form mit den schon vorgegarten kartoffeln schichte ich
eine lage auberginen. darauf verteile ich das hackfleisch und lege weitere
auberginenscheiben darüber. ganz zum schluss giesse ich die bechamelsauce
über alles.
aber HALT!
zuvor schlage ich noch ein oder zwei eier unter die sauce. jetzt wird auch
klar, warum sie zuvor abkühlen musste: hätte ich gleich die eier
dazu gegeben, wäre sie beim kochen sofort fest geworden. das aber soll
erst im ofen passieren.
dies ist wirklich der einzige „trick“ beim moussaka. verraten hat ihn mir
vor vielen jahren mein spanischer freund ramon, als wir - es war eine wunderbar
warme nacht in der ägeis - durch die gassen von paros wanderten. damals
verstand ich allerdings nicht, was er mir zu erklären versuchte: „moussaka?
no problem - but it must be cold!“
der auberginen-auflauf kommt in den 180 grad heissen ofen. wenn die sauce
nach 30 bis 40 minuten braun überkrustet, ist es zeit, ihn heraus zu
nehmen und ein wenig abzukühlen, denn erst lauwarm entfaltet das moussaka
sein ganzes aroma. zu diesem essen passt übrigens ein kühler retsina
besonders gut.
„vielen dank für das rezept, guten appetit ... und immer auf dein
wohl, ramon!“
mit einem KLICK! ins bild geht es zu vielen anderen auflauf-rezepten!
(467)
der herr (links im bild) *war* der bremer wirtschaftssenator gloystein.
hatte er anlässlich des "bremer weinfestes" zu viel schampus getrunken?
wenigstens begoss er einen zuhörer von der tribüne herab mit
sekt (wie lustig!). dieser mann lebt - wenn er nicht gerade einem weinfest
beiwohnt - "auf einer treppe in der hansestadt" (so wörtlich
in der BILD). wie gesagt: der minister nahm inzwischen seinen hut,
nachdem er die wogen der empörung nicht glätten konnte. immerhin
hatte er dem herrn (rechts im bild) seinen kugelschreiber als kompensation
für die erlittene sektdusche angeboten (noble geste!). doch der lehnte
empört ab ("ich bin doch nicht bestechlich!")
p.s. bei aldi gibt es zur zeit den sekt "gloysteiner treppchen" im sonderangebot
für 1,99 euro. da werden sich wohl bald die beiden herren vorm
supermarkt-regal wieder treffen. der eine (rechts im bild), weil er sich dort
schon immer verproviantiert - und der andere (links im bild), weil er angesichts
gestrichener ministerbezüge nun auch den gürtel enger schnallen
muss. wenn die beiden den sekt dann auch noch gemeinsam auf einer "treppe
in der hansestadt" austrinken, wäre das wahrlich ein spätes happy-end
dieser schrägen provinz-posse.
***
euch allen "frohe pfingsten" - mit einem lied von khaled!
KLICK ins bild für KHALED!
(466)
meinen opa habe ich als einen leidenschaftlichen fernsehzuschauer
in erinnerung. in den 50er jahren war das auch ohne weiteres möglich,
denn die fernsehprogramme nahmen noch rücksicht auf die lebensgewohnheiten
älterer menschen. gesendet wurde nicht vor 17 uhr nachmittags (augsburger
puppenkiste) - und sendeschluss war immer gegen 22 uhr (peter von zahn).
das war genau die zeit, in der opa sein nachmittagsschläfchen schon
beendet hatte, seinen nachtschlaf aber erst beginnen wollte.
am liebsten sah er allerdings den „internationalen frühschoppen“
mit werner höfer, der es auf wundersame weise fertig gebracht hatte,
statt nazibrauner kommentare (wie im 3. reich) plötzlich gepflegte
demokratische sentenzen von sich zu geben (wie im WDR) . dieser "stammtisch"
wurde am sonntag und um 12 uhr ausgestrahlt. das machte aber nichts, denn
omas braten kam - immer pünktlich - erst um 13 uhr auf den tisch. dann
hatten die herren das WDR-studio in köln - mit einem leichten schwips
- schon wieder verlassen.
oma indessen sah am liebsten clemens wilmenroth. der war eigentlich
schauspieler, aber nach ende des krieges wohl ein wenig unter die räder
gekommen. wenigstens verlegte er sich irgendwann auf kulinarische rezepte
und veranstaltete die erste sendung im deutschen fernsehen, in der gekocht
wurde.
omas „toast hawaii“ wenigstens hätte es ohne ihn nie gegeben.
als das fernsehen die gespräche zwischen oma und opa immer umfänglicher
zum verstummen brachte und beide sich stattdessen lieber über „mister
pumpernickel“ aufregten, der im fernsehen schräge englische schallplatte
auflegte, kamen zwei bequeme ohrensessel ins haus, die strategisch günstig
zum fernseher aufgestellt wurden. dafür verschwand der esstisch
aus dem wohnzimmer - denn gegessen wurde nur noch in den ohrensesseln
- oder (wenn das partout nicht ging) in der küche. ausserdem kaufte
opa einen globus, der innen beleuchtet und damit eine ideale fernsehlampe
war - denn indirekte beleuchtung schont die augen.
wenn oma zum kolonialwarenhändler ging, um eine flasche wein
zu kaufen, fragte der nicht länger: „lieblich oder sauer - rhein oder
mosel?“, sondern: „darf es ein hübscher fernsehwein sein?“
die zeiten hatten sich gründlich geändert. die deutschen
sassen nicht mehr vor ihren volksempfängern, sondern hingen an den
lippen von irene koss, wenn sie eine neue durbridge-folge ansagte. alles
war in schönster ordnung, bis eines tages ...
... oma vom einkaufen nach hause kam und - es war früher vormittag
- opa in seinem ohrensessel antraf.
„was machst du so früh am fernseher?“, fragte sie.
„ich wollte einmal sehen, was sie morgens im programm haben!“
„und - was haben sie?“
„keine ahnung! jetzt sehe ich schon eine stunde zu und weiss immer
noch nicht, um was es geht. das fernsehen wird wirklich immer langweiliger!“
mit diesen worten stand opa auf und schaltete den fernseher aus -
und mit ihm das testbild, auf das er die ganze zeit gestarrt hatte.
alles zu den schönen - alten und neuen - testbildern gibt es
hier (KLICK! ins bild):
(465)
wer hier ein wenig mitliest, weiss, dass ich ein grosser freund
griechenlands bin. hätte ich meine homepage einige jahre früher
begonnen - mag sein, ich hätte sie zu einem grossen teil griechenland
gewidmet.
mehr dazu hier: http://www.rolfs-reisen.de/meine_kolumne_im_juni.html#181
ich schätze aber nicht nur die menschen und landschaften griechenlands,
sondern auch ihre küche. sie ist schlicht, rustikal, nie raffiniert
und betont damit aufs schönste den eigengeschmack aller verwendeten
produkte.
mich daran erinnernd, bereitete ich jetzt einmal wieder ein „schnitzel
nach griechischer art“ zu. dazu besorgte ich beim bio-metzger einige schweineschnitzel,
die ich mir sehr dünn klopfen liess (die variante: sich in ein dickeres
schnitzel eine geräumige tasche für die spätere füllung
schneiden lassen).
nachdem das fleisch so vorbereitet ist, kann es an die zubereitung
gehen.
ich belege ein schnitzel mit einigen brocken feta, also dem wohlschmeckenden
griechischen käse. darüber streue ich ein wenig oregano und
lege ein zweites schnitzel darüber. beide schnitzel werden mit zahnstochern
verbunden (oder die tasche bei einem dickeren schnitzel verschlossen).
sodann wird das „schnitzelpaket“ von allen seiten gesalzen und gepfeffert.
in einer pfanne erhitze ich gutes griechisches olivenöl und
lege die schnitzel hinein. nachdem ich sie auf beiden seiten kräftig
angebraten habe, kommt für kurze zeit ein deckel auf die pfanne,
damit die schnitzel gut durchgaren können. wenn jetzt ein wenig vom
käse ausläuft, macht das nichts. dadurch wird die sauce nur
wohlschmeckender.
nach etwa 20 minuten sind die gefüllten schnitzel gar. ich
bestreue sie kräftig mit oregano, lege sie auf einen teller und
gebe einige esslöffel zaziki über das fleisch.
übrigens können wir das rezept auch variieren und statt
schweineschnitzel rinderhuftsteaks nehmen. dort hinein schneiden wir
ebenfalls eine tasche und füllen sie mit feta und ein wenig oregano.
anschliessend wird das fleisch gepfeffert, gesalzen und ... ja! ... mit
ein wenig zucker bestreut. der karamelisiert beim braten und gibt eine
schöne farbe des fertigen steaks. für diese variante können
wir - ausnahmsweise - einmal den grundsatz vergessen, kurz gebratenes fleisch
erst nach dem braten zu würzen. allerdings sollten die steaks heiss
angebraten werden, damit sich die fleischporen sofort verschliessen und den
saft „versiegeln“. zum schluss geben wir - wie oben bei den schweineschnitzeln
beschrieben - oregano und zaziki über die steaks.
als beilage bereite ich einen paprika-reis zu. ich schneide dazu
einige paprika-schoten, tomaten und zwiebeln recht klein, dünste sie
zusammen mit feingehacktem knoblauch in olivenöl und gebe - bevor
alles eine braune farbe annimmt - den reis dazu. ich brate alles noch einen
moment weiter, rühre dabei kräftig, damit nichts ansetzt, salze
und pfeffere (und überzuckere) das reis-gemüse-gemisch und fülle
dann wasser auf. die faustregel besagt: auf eine tasse reis gehören
immer zwei tassen flüssigkeit. der paprika-reis muss ungefähr 20
minuten vor sich hin köcheln, bis alles wasser aufgesogen bzw. verdunstet
ist.
nicht nur zum fleisch - auch zu diesem reis schmeckt zaziki ganz
hervorragend. wir geben also noch einige esslöffel davon - ausnahmsweise
kühlschrank-kalt - neben den reis. und schon ist unser griechisches
essen fertig.
wir können statt des mit tomaten und paprika zubereiteten reis
aber auch eine feta-sauce kochen. die geht so:
in olivenöl dünsten wir klein geschnittene zwiebeln und
knoblauchzehen an. bevor sie farbe annehmen, kommen gewürfelte tomaten
dazu. an gewürzen nehmen wir: salz, pfeffer und zucker. auch kräuter
(es können getrocknete sein) dürfen bei dieser sauce nicht fehlen:
basilikum, oregano, thymian und estragon. jetzt lassen wir das ganze sehr
lange vor sich hin köcheln und geben - falls die flüssigkeit zu
stark verkocht - ein wenig (aber nicht zu viel) wasser dazu. je länger
so ein „sugo“ köchelt, desto aromatischer wird er.
ich habe mir erzählen lassen, dass italienische hausfrauen
so einen „tomaten-sugo“ für die spaghettis (denn nichts anderes
bereite ich hier vor) schon morgens - gleich nach dem aufstehen - aufs
feuer setzen. er köchelt also gut und gern vier stunden vor sich
hin, bevor er mittags serviert wird.
am ende, wenn also alle zutaten gut miteinander verbunden sind,
bröckeln wir feta in die sauce und rühren fleissig, bis sich
der käse aufgelöst und die sauce sämig gemacht hat.
auf einem teller richten wir das fleisch und den reis an und geben
die heisse tomatensauce und - getrennt davon - auch das kalte zaziki dazu.
p.s. zaziki ist ein mit gurken und knoblauch verfeinerter joghurt.
diese beilage fehlt in der griechischen küche selten. sie hat dort
aber nicht ihren ursprung - obwohl ich nirgends einen besseren joghurt
als in griechenland gegessen habe. vielmehr dient joghurt auch in der türkei
und im ganzen orient zur verfeinerung von speisen. ich habe reisgerichte
mit joghurt in syrien gegessen und mir erzählen lassen, dass er auch
in der persischen küche nicht fehlt. der zusammenhang wird deutlich,
wenn wir uns daran erinnern, dass griechenland jahrhunderte lang unter
osmanischer herrschaft stand. viele gerichte sind deshalb nicht „typisch
griechisch“, sondern leiten sich von der arabischen küche her.
das mögen - ich weiss - die griechen nicht gern hören.
deswegen gibt es zum nachtisch noch einen original griechischen joghurt
- aber ohne alle beimischung -, in den wir einige teelöffel griechischen
honig geben. wer jetzt noch geraspelte mandeln darüber streut, weiss,
wovon ich rede, wenn ich nicht müde werde, die schlichte, einfache
und überaus wohlschmeckende griechische küche in den höchsten
tönen zu loben.
mit einem KLICK! ins foto, das ich meiner griechenland-galerie entnommen
habe, geht es - weil ein essen manchmal die sehnsucht weckt - zu einer
prall-vollen informationsseite über griechenland:
(464)
wer die wüste nicht kennengelernt hat, kann selbstverständlich
von ihrer faszination nichts wissen. die stille, die klaren formen,
die unendliche einsamkeit - aber auch die trugbilder, die hitze und der
staub sind sinnbilder unseres lebens - wenigstens dann, wenn wir es auf
eine bestimmte art und weise begreifen. ich glaube nicht, dass menschen,
die sich nur in gesellschaft wohl fühlen, die faszination der wüste
erkennen können. dazu gehört vielmehr, sich im "allein-sein" auszukennen
und eine heimat in seinem herz gefunden zu haben. wir müssem nämlich
auf alle äussere "heimat" verzichten, wenn wir in die wüsten
dieser welt aufbrechen. sie sind wenig gastfreundlich, überhaupt nicht
gefällig und uns nie besonders gewogen. wenn wir aber die klippen ihrer
schroffheit und unseres durstes überwunden haben, schenken sie uns
licht, farben, unendlichkeiten - und senken ein wissen um ewigkeit in unser
herz, ein wissen, das in wahrheit unsere einzige heimat ist.
KLICK! für eine wunderschöne homepage in
eine der fotografien!
(463)
ich war nie ein grosser fan der gruppe "led zeppelin". ihre
musik klang in meinen ohren viel zu schrill. jetzt habe ich aber eine
homepage entdeckt, die auf grossartige weise an die musiker erinnert
und viele ihrer musikstücke bereit hält. so bitte ich doch um
nachsicht, dass ich mir - so etwa mit 21 jahren - jedes mal die ohren zuhielt,
wenn ich ihre stücke hörte. ich merke, je länger ich meine
notizen verfasse, dass ich doch recht eigentlich ein konservativer mensch
bin. das ist ja auch nicht schlimm - aber mir und anderem zum trost sei
dann doch auch vermerkt: auf der homepage von "led zeppelin" habe ich mich
lange aufgehalten - und mir auch gar nicht die ohren zugehalten (nur - nun,
ja - die lautstärke auf ein erträgliches mass gebracht!).
KLICK!