****komm mit!* rief*******die möve** *ich zeige dir  *** eine insel im weiten ozean** ** so klitzeklein *** wie eine muschel**dort*gibt**es**sehr  viel**zu* *entdecken!****
KREUZ UND QUER!
*sechs neue notizen im mai 2005*



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zeitreisen mit "brockhaus"
BOXENSTOPP 6. - gestrandet bei willy millowitsch
welcher schinken zum spargel?
warum LEGO in der krise steckt
zeitenferne - der fotograf erich andres
der maler emil nolde in seebüll

Kritik, anmerkungen, ergänzungen zu meinen notizen? hier kannst du es aufschreiben - mit einem "KLICK!" auf:
 
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(480)

als emil hansen wurde er 1867 geboren - als emil nolde berühmt. in noldes bildern, die ganz wesentlich vom expressionismus beeinflusst sind, dominieren die leuchtenden farben. sie setzt der maler mit grösstem können ein und verwandelt noch das kleinste sujet in ein leuchtkräftiges juwel.

in seebüll, nahe der dänischen grenze, baute er ein atelier, das zugleich sein wohnhaus war. von ihm selbst entworfen, entspricht es aufs schönste dem stil des „bauhauses“, der führenden architekturrichtung der frühen dreissiger jahre in deutschland.

nicht vergessen werden darf der garten, der das haus umgibt und den nolde zusammen mit seiner frau ada anlegte - und in dem alle farben wiederkehren, die wir in seinen bildern finden. museum und garten in seebüll sind heute - vor allem im sommer - viel besucht.



emil nolde ist 1956 gestorben und vermachte „seebüll“ einer stiftung, die seinen nachlass und das haus als museum verwaltet. bei der stiftung liegen alle rechte. sie wacht streng darüber, dass niemand bilder von emil nolde ohne erlaubnis verbreitet. das musste auch der besitzer einer schönen homepage erfahren, der einige bilder des künstlers auf seine seite gesetzt hatte. er erhielt umgehend eine abmahnung aus seebüll und musste die reproduktionen von seiner homepage nehmen.

hier erfahren wir mehr dazu: KLICK!

man mag das als kleinkariert empfinden - aber auch ich werde mich hüten, bei KREUZ UND QUER ein bild von emil nolde zu zeigen. allerdings weiss ich, dass die stiftung mit erheblichen finanziellen schwierigkeiten zu kämpfen hat. gerade steht ein erweiterungsbau für das museum auf der tagesordnung. viel gravierender aber ist, dass die rechte an emil noldes werk 2026 - also 70 jahre nach dem tod des künstlers - erlöschen. dann nämlich endet das copyright, mit dessen erlösen die stiftung das museum und - ebenso wichtig - den garten unterhält. daher ist seebüll auf die einnahmen aus den bild-reproduktionen dringend angewiesen (sei es als poster oder als galerie im internet). es ist vorhersehbar, dass nach 2026 erhebliche finanzielle probleme entstehen, wenn das land schleswig-holstein nicht unterstützend tätig wird.

mit einem KLICK! auf das porträt des künstlers geht es zur homepage der „stiftung seebüll ada und emil nolde“.







(479)

seine fotografien sind wie reisen in vergessene welten - etwa, wenn er 1936 im spanischen bürgerkrieg dabei ist. erich andres fotografierte auf seiten der franco-truppen. dennoch sind seine bilder nie eine verherrlichung und glorifizierung des kriegs. vielmehr fotografierte andres zu allererst die schrecken - und vor allem: die unter dem krieg leidenden menschen.

erich andres wurde 1905 in leipzig geboren und absolvierte eine schriftsetzerlehre, bevor er sich - als autodidakt - der fotografie zuwandte. 1939 wurde er in die propagandakompanie der luftwaffe einberufen und erlebte dort den 2. weltkrieg.

auf der homepage, die andres lebenswerk gewidmet ist, finden sich keine fotografien aus diesem zeitraum - und auch nicht aus der unmittelbaren nachkriegszeit, die er - nun in hamburg lebend - in unzähligen fotografien fest hielt. am bedeutendsten wurde seine fotografische dokumentation des kriegszerstörten hamburgs - fotografien, die uns bis heute erschrecken. der grund, warum sie im "portfolio" (s. unten) fehlen, liegt gewiss am fehlenden copyright.

 

seine späteren bilder aus italien, griechenland und spanien (aus der mitte der 50er jahre) haben hingegen etwas rührend-naives. auch manche seiner bilder, die er um diese zeit in deutschland fotografierte, vermitteln dies, zeigen darüber hinaus aber auch den stolz über das schon wieder erreichte - und die schatten, die das unheil des 2. weltkriegs über deutschland gelegt hatte: die trümmer der städte und die soziale not ihrer menschen.

dennoch: gerade seine fotografien aus deutschland der 50er jahre sind manchmal auf seltsame weise in sich selbst anachronistisch. dieser eindruck verstärkt sich noch mit dem abstand, den wir heute zu ihnen haben. die fotografien dokumentieren keinen zeitenbruch, den es doch auf brutale art gegeben hatte. andres fotografien zeigen vielmehr - wenigstens dann, wenn er sein objektiv ins land und nicht auf die städte richtet - bilder von heiteren menschen und ihrer sitten und gebräuche - so als sei die böse nachricht noch nicht angekommen. wenn man die fotografien aus dieser zeit betrachtet, kommt es einem manchmal vor, als habe die vergiftete ideologie des 3. reichs und der alles zerstörende 2. weltkrieg gar nicht statt gefunden.

oder verschweigen das die fotografien nur und bieten quasi zeitenferne gesichter und fassaden zum trost des betrachters an?

den aufbruch in eine bessere zeit dokumentieren aufs schönste seine fotografien, die er in den 50er jahren auf den reisen mit seinem volkswagen gemacht hat - die ihn (ungewöhnlich genug) bis in die usa führten.

erich andres, der für zeitungen und zeitschriften fotografierte, konnte schon mitte der 50er jahre seinen unterhalt allein als freiberufler nicht mehr bestreiten. also wurde er angestellter, der allerdings für seine fotografische arbeit nicht mehr viel zeit fand. andres starb 1992 in hamburg.

mit einem KLICK auf sein porträt geht es zur hommage an erich andres mit einer grossen auswahl seiner faszinierenden schwarz-weissen fotografien, die wir uns unentgeltlich leider nur im kleinen format anschauen können:






(478)



diesen weltraumgleiter bietet LEGO als bausatz für kinder an. er kommt in vielen einzelteilen daher und muss - exakt nach einem bauplan, der dem karton beiliegt - zusammen gesetzt werden.

was tut ein kind, wenn es diesen bausatz geschenkt bekommt? es baut einen weltraumgleiter. selbstverständlich - und dann?

die dänische firma LEGO, die einst zu den grössten spielzeuglieferanten europas gehörte, steckt in einer tiefen krise. ihre bausätze finden immer weniger käufer.

als kind hatte ich ein spielzeug, das ich über alles liebte: LEGO. zum geburtstag und zu weihnachten wünschte ich mir (aufbauend auf den grundkasten) schachteln mit roten und weissen steinen, türen, fenstern, abdeckplatten u.s.w.

mit jedem kästchen konnte ich grössere häuser bauen - oder schon gebaute erweitern. wenn ich ein haus zu ende gebaut hatte, „riss“ ich es ab - zerlegte es also in seine einzelteile - und begann von neuem. ich hatte immer 1000 pläne für ganz tolle häuser. und die LEGO-steine halfen mir dabei, sie zu realisieren.

und wie sieht es heute aus? ein kind baut einen weltraumgleiter. und dann? zerlegt das kind den weltraumgleiter ... um denselben gleiter noch einmal von neuem zu bauen? etwas anderes bleibt dem kind wohl nicht übrig, denn die teile sind ganz genau abgezählt und ergeben immer nur wieder ... einen weltraumgleiter.

selbstverständlich könnte ein besonders kluges kind aus zwei ähnlichen bausätzen etwas ganz anderes und neues bauen. in der regel wird es aber so sein, dass es mit dem fertigen gleiter erst ein wenig spielt ... und ihn dann in die ecke räumt. es ist nämlich auf dauer langweilig, mit einem fertigen weltraumgleiter zu spielen ... und geradezu sinnlos, mit dem bauen ein und des selben gleiters immer noch einmal von vorn zu beginnen.

ich weiss, warum LEGO in der krise steckt und wollte es der firma schon 100 mal schreiben, weil ich doch (als kind) einer ihrer treuen kunden - sozusagen experte - war.

heute lässt LEGO den kindern keinen platz mehr für ihre fantasie. genau aber das war das grossartige konzept, mit dem LEGO in den 50er jahren auf den markt kam: ihr spielzeug war endlos miteinander kombinierbar und führte zu immer neuen, schönen und anderen resultaten.

mich störte es überhaupt nicht, dass ich in den anfangsjahren „nur“ häuser bauen konnte. das war - und blieb - meine lieblingsbeschäftigung (mindestens 10 jahre lang - tag ein, tag aus). später kamen räder dazu und teile, mit denen man autos und eisenbahnen bauen konnte. mich interessierte das alles nicht besonders. ich wollte nämlich, nachdem ich LEGO kennengelernt hatte, architekt werden.

und welcher architekt entwirft schon lokomotiven? ich werde jetzt doch einmal an LEGO schreiben. vielleicht verstehen sie ja, was ich auf dem herzen habe.

mit einem KLICK! aufs bild eines virtuellen lego-modells gehts zur homepage von LEGO - die mit den weltraumgleitern und so:





(477)

bei mir gehört zum spargelessen der schinken. das ist norddeutsche tradition - aber was würde zu spargel und neuen kartoffeln auch besser schmecken als ein stück katenschinken?

wie wir den spargel zubereiten, ist geschmacksache. wer ihn rustikal mag, dünstet ihn - natürlich geschält - für 20 minuten im dampf. wer ihn ein wenig feiner im geschmack mag, kocht ihn - zusammen mit ein wenig salz, zucker und butter - für 20 minuten im wasser.

in jedem fall sollte der spargel danach kurz (abgetropft auf küchenkrepp) abkühlen - lauwarm schmeckt er nämlich besser. jetzt geben wir noch frische petersilie darüber und beträufeln alles - das heisst: auch die inzwischen gekochten kartoffeln - mit ausgelassener, leicht gebräunter butter.

bleibt nur noch der schinken.

den kaufe ich im supermarkt. bei rewe ("penny") - aber auch ganz bestimmt woanders - gibt es nämlich den ammerländer katenschinken von ABRAHAM. er ist in vier scheiben zu insgesamt 200 gramm verpackt und reicht damit gut für zwei personen. ich verdiene an diesem tipp nichts - aber dieser schinken ist einfach grosse klasse - und preiswert noch dazu (wenigstens preiswerter als alle katenschinken, die wir sonst auf den wochenmärkten oder in feinkostgeschäften kaufen können).

wer appetit bekommen hat - mit einem KLICK geht es zur homepage von ABRAHAM:





(476)

BOXENSTOPP!

ich ahne, dass manche überraschung auf mich wartet, wenn ich - ohne jeden plan wie hier bei BOXENSTOPP - durchs internet surfe. seit der ersten, von mir am 17.5.2005 unter dem suchwort „reisebox“ gefundenen homepage, folge ich den linkempfehlungen und „surfe“ auf diese weise von einer homepage zur nächsten. mit einem KLICK! auf den link unter dem foto geht es zur jeweils besuchten homepage.

BOXENSTOPP 6: bei willy millowitsch!

dass jeder veranstaltungsort - und also auch der „musical dome“ in köln über brandschutzeinrichtungen verfügen muss, ist sonnenklar. die auswahl von links auf der homepage des "muscial dome" in köln (BOXENSTOPP 5.) war leider nicht besonders gross - und auch nur kommerzieller art.

also entschied ich mich zur fortsetzung meiner surf-reise durchs internet für eine firma, die den brandschutz in köln besorgt. allerdings will ich es meinen lesern nicht zumuten, schon hier den BOXENSTOPP 6. einzulegen. also sah ich mich auf der homepage „brandschutz stephan kurth“ ein wenig um.



ich entdeckte einen link zum „willy millowitsch“ theater in köln, für das stephan kurth ebenfalls zuständig ist. also nichts wie hin gesurft. dort wurde ich erst von der kassierierin und der garderobiere begrüsst und sodann vom platzanweiser empfangen, der mich sogar auf einen kleinen rundgang mit durchs theater nahm und etwas aus der geschichte des hauses erzählte. hoch - in - ter - es - sant!

ich bin ein höflicher mann, also machte ich ein freundliches gesicht dazu. denn immerhin: ich war dort zu gast!

mich quält allerdings der gedanke, wie ich von „willy millowitsch“ weiter surfen soll. weit und breit ist auf der homepage des theaters kein link angebracht! gestrandet im internet - noch dazu im „millowitsch-theater“! das ist ein gedanke, der mich nicht unbedingt zum lachen bringt.





(475)


wie kaum ein anderer hat der „brockhaus-verlag“ geschichte geschrieben und erlitten. 1808 konnte der junge verleger friedrich arnold brockhaus eine fragmentarische enzyklopädie kaufen, die - ganz im sinne der französischen aufklärung - das wissen der zeit sammeln, erläutern und weitergeben wollte. um zwei ergänzungsbände erweitert, kam sie wenig später auf den deutschen markt und begründete den ruf des verlags: „brockhaus“ wurde für seine lexika und enzyklopädien berühmt. in keinem bürgerlichen bücherschrank durften sie fortan fehlen.

der junge verlag siedelte sich in leipzig an und brachte nicht nur enzyklopädien und wörterbücher, sondern bald auch die schriften von schopenhauer und - wenig später - casanovas heraus. die galanten schriften von casonova wurden damals allerdings „entschärft“ und konnten erst in den 60er jahren des 20. jahrhunderts textkritisch - das heisst: in seiner usprünglichen form und absicht - veröffentlicht werden.

ein ganz neues betätigungsfeld fand der verlag in den jahren nach 1910, als er die grossen expeditionsberichte - etwa von hedin, stanley und filchner - heraus gab. diese sorgfältig edierten werke gehören bis heute zum begehrtesten auf dem antiquarischen markt und begründeten den wissenschaftlichen ruf des verlags.



immer aber blieb sich „brockhaus“ seiner wurzeln - den lexika - treu und trat bald in einen wettstreit mit dem bibliographischen institut (BI) in hildburghausen, das mit mustergültigen - und legendären - enzyklopädien konkurrierte. das lexikon, das 1906 vom „BI“ heraus gegeben wurde, schlug in jeder beziehung das zeitgleich erschienene von „brockhaus“. aber schon 1925 konterte „brockhaus“ in leipzig und legte eine  vielbändige neue enzyklopädie vor, die ihre konkurrenz aus hildburghausen völlig in den schatten stellte.

dieser - auch finanziell strapaziöse - wettstreit endete erst, als die beiden verlage aus wirtschaftlichen gründen in den 80er jahren des 20. jahrhunderts fusionierten.

bevor es aber soweit war, musste der „brockhaus-verlag“ durch die finsteren jahre der nazi-diktatur gehen. plötzlich war seine enzyklopädie nicht mehr parteikonform und wurde verboten. 1945 war auch das verlagshaus in leipzig durch bombenangriffe zerstört. die alliierten ermunterten die verleger jedoch, im westen neu zu beginnen. mannheim wurde der firmensitz und eine - noch recht schmale - enzyklopädie erschien bereits in den 50er jahren. aber auch in leipzig ging es nach dem krieg weiter: dort firmierte der - jetzt staatliche - verlag als „VEB brockhaus“.

wer sich zusammen mit dem brockhaus-verlag auf eine kleine - aber höchst raffinierte und informative - zeitreise begeben möchte, KLICKT! einfach ins bild (die "ZEITREISE" befindet sich auf der homepage ganz unten!)