****komm
mit!*
rief*******die möve** *ich zeige dir
***
eine insel im weiten ozean**
** so klitzeklein
*** wie eine
muschel**dort*gibt**es**sehr
viel**zu* *entdecken!****
KREUZ UND QUER!
*sechs neue notizen im februar/märz
2005*
Kritik, anmerkungen, ergänzungen
zu meinen notizen? hier kannst du es aufschreiben
- mit einem "KLICK!" auf:
_________________________
(396)
kommerzielle seiten zu marokko gibt es viele im internet - aber wenige,
die so überzeugend sind wie die homepage von "souk" aus frankfurt am
main. dort wird nicht nur kunsthandwerk aus marokko angeboten - die ganze
atmosphäre der homepage zielt darauf, dieses seltsame aber spezifische
marokko-gefühl zu erzeugen, das nur der kennt, der einmal in diesem
land zu besuch war..
die homepage ist zweisprachig und übersichtlich gestaltet. ganz besonders
möchte ich meinen lesern die rubrik "projects" ans herz legen - und
dort die fotogalerie unter "The Trip". ich will mich an dieser stelle nicht
selber loben, aber irgendwie kommen mir die fotografien - obwohl ich den
fotografen nicht kenne - bekannt vor. da gibt es wohl eine art seelenverwandtschaft
unter fotografen.
mit einem KLICK! aufs bild vom flughafen "al massira" in agadir geht es direkt
auf den "souk" in frankfurt am main. viel spass!
(395)
nachdem ich gestern hier ein gedicht von mario luzi auf die seite gestellt
habe - in einer magischen sprache voller poesie, die wir italienisch lesen
müssen, um sie ganz zu verstehen - mag es sonderbar erscheinen, dass
ich heute gleich noch ein gedicht veröffentliche, das aber so schlicht
daher kommt, dass wir es nur als kindlich und naiv bezeichnen können.
aber ist das ein kriterium? ich wenigstens finde schlichte kinderreime schön.
sie vermitteln leichtigkeit und zuversicht und blenden all´ das dunkle
aus, das erst beim älterwerden zur diffusen und manchmal notwendigen
farbe des lebens wird - wenn denn „dunkelheit“ eine farbe wäre!
ich mag diese kleinen frühlingsgedichte - und jetzt im märz besonders
jenes, das mit der zeile beginnt: „im märzen der bauer sein rösslein
anspannt ...“ vertrauen und freude liegt in diesen gedichten und eine ungebrochene
hoffnung auf wiederholung und erneuerung, beginnen und glücken. mir erscheint
der frühling, je älter ich werde, immer mehr als eine freundliche
verheissung und aufforderung, zwar alles schwere nicht zu vergessen, aber
doch einzubetten in den kreislauf des lebens. nach den einsamkeiten des winters
steht die fröhlichkeit des frühlings am horizont unserer tage -
vielleicht mit einem nicht einzulösenden versprechen, aber doch so,
dass wir voller erwartung sein können.
Hand in Hand spazieren gehen und die Sonnenstrahlen sehen bunte Blumen, die erwachen viele Kinder draussen lachen Vöglein kehren alle heim dann wird wieder Frühling sein ...
frühling im sous (marokko)
(394)
mario luzi, der grosse italienische und zugleich europäische dichter,
- hochgeehrt und immer wieder für den nobelpreis vorgeschlagen -, ist
neunzig-jährig in florenz gestorben.
Quando tra estreme ombre profonda
in aperti paesi l'estate
rapisce il canto agli armenti
e la memoria dei pastori e ovunque tace
la segreta alacrità delle specie,
i nascituri avallano
nella dolce volontà delle madri
e preme i rami dei colli e le pianure
aride il progressivo esser dei frutti.
Sulla terra accadono senza luogo
senza perché le indelebili
verità, in quel soffio ove affondan
leggere il peso le fronde
le navi inclinano il fianco
e l'ansia de' naviganti a strane coste,
il suono d'ogni voce
perde sé nel suo grembo, al mare al vento.
KLICK!
(393)
„womit kochst denn du? das ist ja ein rückfall in die steinzeit!“
fredi, mein neffe, starrte auf meine tajine-form aus ton, die ich aus marokko
mitgebracht hatte und schüttelte den kopf: „na, klar: warum kochtöpfe
aus blech benutzen, wenn man sie im töpferkurs der volkshochschule
umsonst bekommt.“
wenn fredi mittags an meiner haustür klingelt, heisst das nichts
anderes als: ich habe hunger. also überlegten wir, was wir kochen wollten.
da ich darauf bestand, meine neuesten kenntnisse der marokkanischen küche
auszuprobieren, fredi aber abwinkte: „in marokko gibt es nur kamelfleisch
- das esse ich nicht!“ schlossen wir am ende einen kompromiss:
ich würde ein europäisches gericht in einer marokkanischen
tajine zubereiten. „na, gut! wenn du keinen vernünftigen kochtopf
hast!“ nörgelte fredi und setzte sich zu tisch.
das allerdings war viel zu früh, denn gerichte aus der tajine brauchen
lange, um gar zu werden. die niedrigen temperaturen, mit denen sie gekocht
werden, machen sie zu idealen vertretern des „slow cooking“, das auch in
deutschland immer beliebter wird. fredi meinte allerdings: „dann kann ich
ja slowly noch ein paar runden um die häuser drehen!“
für das gericht „rindfleisch in rotwein“ benötige ich ein stück
fleisch aus der hochrippe. das ist deswegen am besten geeignet, weil es
fettdurchzogen und beim kochen saftig bleibt. überhaupt: ich verstehe
den hang der deutschen hausfrauen nach magerem fleisch nicht. es wird beim
dünsten immer nur zäh und trocken.
in den untersatz der tajine-form gebe ich gutes (eigentlich bestes!)
olivenöl - ich habe gerade eines aus andalusien zur hand - und erhitze
es auf dem herd. dann lege ich die mundgerecht geschnittenen rindfleischstücke
hinein, die ich zuvor gepfeffert und gesalzen habe. ohne weitere verzögerung
häufe ich auf das fleisch eine grosse menge zwiebelringe. einige geviertelte
tomaten und klein gehackte knoblauchzehen kommen auch dazu. wer mag, streut
noch oliven hinein. das gemüse wird ebenfalls gepfeffert und gesalzen.
dann kommt der spitze deckel auf die tajine (der zuvor gewässert werden
muss!).
ich schalte den herd auf die kleinste flamme zurück und vergesse
auch nicht, in den hohlen knauf des tajinedeckels wasser zu füllen -
so kann sich beim garvorgang der dampf an der innenseite des deckels in wassertropfen
verwandeln und auf das gargut zurück tropfen (das ist übrigens
der besondere „trick“ bei einer tajine!)
„und wann essen wir?“ fragt fredi. „wenn wir das kreuzworträtsel
auf dem küchentisch gelöst haben!“ antworte ich. „und wann wird
das sein?“ „in 90 minuten!“
so lange braucht nämlich das rindfleisch, um gar zu werden. nach
etwa einer stunde sollten wir allerdings den deckel heben und nachschauen,
denn jetzt sind die tomaten und zwiebeln bald soweit verkocht, dass sie kein
wasser mehr abgeben. das ist der zeitpunkt, rotwein anzugiessen und das
gericht darin eine weile weiter schmoren zu lassen.
„wie heisst die italienische hauptstadt mit drei buchstaben?“ fredi zieht
die stirn angestrengt in falten. „pisa!“ antworte ich. „prima“, ruft fredi
erleichtert, „das war das letzte lösungswort des kreuzworträtsels.
wo sind die gekochten kamele?“
ich schneide - die tajine ist fertig - weissbrot in stücke, die
wir in die sauce tunken können. zum rindfleisch gibt es ein glas rotwein.
„ich dachte immer, marokkaner trinken keinen alkohol - sie sind doch ...
ja, was denn eigentlich?“ fragt fredi und schiebt sich das fleisch hinter
die backen.
„geniesser!“ lächele ich, „und dieser wunderbare rotwein kommt aus
meknes!“
(392)
für europäer - zumal deutsche - ist das frühstück
in den ländern am mittelmeer, in nordafrika und des nahen ostens
ein stetes ärgernis. gewöhnt an schwarzbrot, wurst und schinken,
sehen sie sich mit weissbrot, einem stück butter und konfitüre
allein gelassen. die menschen dieser regionen schätzen eben nicht
unser üppig-schweres frühstück gleich zu beginn des tages.
als ich jetzt in einer kleinen auberge in amtoudi (marokko) frühstückte,
stellte man mir - wie überall sonst auch - butter und konfitüre
hin. daneben entdeckte ich jedoch noch einen tiefen teller mit olivenöl.
ich erinnerte mich an meine reise durch jordanien. damals erklärte
mir unser reiseführer, dass die palästinenser zum frühstück
ihr weissbrot in olivenöl tunken, das mit einer mischung aus thymian
und sesam gewürzt ist. dazu gibt es heissen und sehr süssen
tee.
wer irgendwo „za´atar“ entdeckt, sollte die gelegenheit nutzen
und sich einen beutel davon kaufen. es wird überall in den lebensmittelgeschäften
des nahen ostens angeboten - und manchmal auch bei uns. doch was ist „za´atar“?
das ist eben diese mischung aus thymian, sesam und salz, das - zusammen
mit dem fladenbrot - das traditionelle frühstück des nahen ostens
ist.
jetzt wusste ich auch, warum an diesem morgen in amtoudi
ein teller mit olivenöl auf dem tisch stand. ich rückte also
die butter und konfitüre beiseite und tunkte mein weissbrot in das
herrlich würzige olivenöl - was ein kulinarisches erlebnis ganz
besonderer art war.
immer mehr geschäfte auch in deutschland bieten inzwischen
eine grosse zahl von verschiedenen olivenölen an, die wir - direkt
aus dem fass - vergleichen können, um das für uns schmackhafteste
auszuwählen. kein olivenöl schmeckt wie das andere und seine
verkostung ist mindestens so spannend wie das probieren verschiedener
weine. bei mir ist übrigens zur zeit ein andalusisches olivenöl
der favorit.
und nun wisst ihr auch, wie bei mir zu hause das frühstück
aussieht.
KLICK! für weitere informationen zum olivenöl einfach
ins bild.
(391)
über die "art deco" habe ich schon anlässlich meines
architekturberichts über sidi ifni (marokko) berichtet (HIER!). diese stilrichtung,
die ursprünglich aus frankreich kam, beeinflusste in den 30er jahren
eine ganze generation von archtitekten und kunsthandwerkern und prägte
auch noch die ästhetik der frühen 50er jahre. zwar mussten
die wichtigsten repräsentanten der "art deco" in deutschland - die
erst im weimarer und dann im dessauer bauhaus ihr zentrum hatten - nach
1933 das land verlassen, dennoch wirkte die stilrichtung auch in deutschland
noch weit in die 40er jahre hinein. allerdings wurde sie mit einer volkstümelnden
auffassung von haus und wohnung vermischt und verlor damit ihre ursprüngliche
klarheit und die auf ihre funktion bezogene charakteristik.
möbel, gläser und lampen aus der "art deco" sind heute
auf dem kunstmarkt äusserst begehrt und teuer. diesem umstand tragen
einige firmen - vor allem in italien - rechnung und fertigen replikate,
die jedoch in deutschland wegen des markenschutzes nicht verkauft werden
dürfen, sondern nur direkt im ausland bestellt werden können.
ein wenig kompliziert das ganze, oder?
kai-marc regenold in baden-baden hat sich indes auf die originalen
stücke der "art deco" konzentriert und bietet sie in seinem ladengeschäft
- mustergültig aufgearbeitet und restauriert - an. aus seinem angebot,
das er auch ins internet gestellt hat, zeige ich stellvertretend vier
möbelstücke, die auf exemplarische weise und besonders schön
den stil der "art deco" verdeutlichen.
wer sich für die möbelkumst der 30er jahre interessiert,
dem empfehle ich die schöne homepage von kai-marc regenold, der
uns neben den bildern seiner möbel, lampen, gläser und bilder
auch einen panoramablick auf sein ladengeschäft gewährt. mit
einem KLICK! aufs banner gehts direkt dort hin!