****komm mit!*
rief*******die möwe** *ich zeige
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eine insel im weiten ozean** ** so klitzeklein
*** wie eine muschel**dort*gibt**es**sehr
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K R E U Z UND
Q U E R! (online
seit dezember 2003)
*sechs neue notizen im märz 2006*
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als ich vor einigen jahren in
sousse/tunesien war, fiel mir spät nachts (ich sass in einem
café) ein kaum zehnjähriger junge auf. er lief auf der
strasse auf und ab und machte den touristen - auch mir - "schöne
augen". was tat dieser kleine junge nachts allein in sousse auf der
strasse? überall auf der welt liegen kinder um diese zeit im bett.
ich winkte den jungen an meinen tisch.
er kam auch sofort herbei gelaufen. als er aber vor mir stand, fasste
ich den ärmel seines t-shirts und fragte ihn, wo seine mutter ist.
ich ahnte längst, warum er hier war und um was es ging ...
... und hatte mir in den kopf gesetzt, diesen jungen mit einer taxe
zurück zu seinen eltern zu bringen. ich glaubte fest daran, dass er
mir - wenn ich nur energisch fragte - die adresse seiner eltern sagen
würde, um ihn in deren obhut geben zu können.
ich hatte allerdings nicht damit
gerechnet, dass der kleine junge einen viel älteren "zuhälter"
(ein holländer, wie sich später herausstellte) hatte. der sass
zunächst ganz still im café und beobachtete die szene. als
er hörte, dass ich von dem jungen die adresse seiner eltern
erfahren wollte, sprang er plötzlich auf, rannte zu meinem tisch
und schlug mir mit voller wucht ins gesicht. ich stürzte mit dem
stuhl zu boden, die leute kreischten, der kleine junge lief weg ...
sein zuhälter folgte ihm und verschwand um eine hausecke.
ich stand mühsam wieder auf und
bemerkte, dass ich auf dem linken auge nichts mehr sehen konnte.
hätte ich mich nicht einmischen
sollen? ich fürchte, ich würde alles genau so wieder tun. ich
habe also die lektion nicht verstanden!
(KLICK!)
(672)
wir leben doch in einer merkwürdigen welt.
vor einiger zeit las ich den packenden expeditionsbericht von nikolaus
benjamin richter, der in den 40-er jahren des letzten jahrhunderts eine
expedition in die noch unerforschte libysche wüste unternahm (HIER habe ich davon berichtet). der absolute
höhepunkt war dabei seine entdeckung der sagenumwobenen vulkanoase
"wau en namus". richter konnte sie zum ersten mal kartographieren und
bilder von der oase anfertigen. wie immer benutzte er dazu seinen
aquarellkasten:
nikolaus benjamin richter erzählt in seinem
buch "unvergessliche sahara" mit grossem ernst von den strapazen der
expedition und der entdeckung dieses seltsamen flecken in der sahara, wo
nicht nur palmen wachsen, sondern auch vögel nisten und allerlei
kriechtiere zu hause sind.
kaum 60 jahre später ist die vulkanoase zum beliebten ziel von
touristen geworden. mit ihren 4x4 fahrzeugen gelingt es ihnen mit
leichtigkeit, eine fahrt in die sahara zu unternehmen - und
natürlich auch einen blick auf die oase zu tun:
ich weiss nicht, ob ich dies alles begrüssen
oder bedauern soll. wenigstens wird unsere welt immer mehr entzaubert -
ihr werden, so kommt es mir vor, die letzten geheimnisse auf manchmal
billige art entrissen.
mit einem KLICK! aufs panorama der vulkanoase geht es zu einer homepage
mit einem reisebericht über libyen, dem immerhin zugute gehalten
werden muss, dass dem autor der name "nikolaus benjamin richter" nicht
fremd ist (von dieser homepage stammen übrigens auch die beiden
fotos):
(671)
für dieses gericht besorgen wir beim metzger ein stück
preiswertes rindfleisch, das gemeinhin als „suppenfleisch“ bekannt ist.
wir geben in einen topf reichlich kaltes (das ist wichtig!) wasser und
legen dort hinein das fleisch. anschliessend wird gesalzen, gepfeffert
und das wasser zum kochen gebracht. bald wird sich an der
oberfläche ein schmutzig-brauner schaum absetzen, den wir mit
einem löffel entfernen müssen. das kochende wasser mit dem
rindfleisch sollte an der oberfläche ganz klar sein, bevor wir die
weiteren zutaten in den topf geben:
geviertelte zwiebeln und suppengemüse - also karotten, lauch,
sellerie, maggikraut und petersilie. ich lasse allerdings maggikraut
und sellerie fort, denn ich empfinde ihren geschmack als viel zu
dominant.
auf kleinster flamme köchelt das rindfleisch etwa zwei stunden vor
sich hin. so lange braucht es nun einmal, um zart und mürbe zu
werden.
wenn es gar ist, heben wir es aus der brühe, die wir anschliessend
durch ein sieb schütten, um sie vom verkochten gemüse zu
befreien.
anschliessend geben wir ein gemisch aus neutralem öl und butter in
den topf und dünsten darin eine grössere menge
kleingeschnittener frühlingszwiebeln. wenn sie weich sind, kommen
einige teelöffel mehl dazu. alles wird nun rasch vermengt, denn
das mehl soll nicht anbraten.
dieses gemisch aus zwiebeln, fett und mehl giessen wir mit der klaren
brühe auf, in der wir das rindfleisch gekocht haben. jetzt entsteht
eine sämige, helle sauce. wir lassen sie kurz aufkochen, geben
einige spritzer zitrone dazu und heben creme fraiche oder saure sahne
unter. vielleicht muss auch noch einmal mit salz und pfeffer
gewürzt werden.
auf einem teller richten wir das mit einem scharfen messer gegen die
faser aufgeschnittene rindfleisch an, giessen die zwiebelsauce
darüber und wählen als beilage entweder salzkartoffeln oder
(was hierzu besonders gut passt) einen semmelknödel.
die "feinere" alternative wäre die, anstatt suppenfleisch
"tafelspitz" zu nehmen. der kocht dann auch nicht zwei stunden, sondern
höchstens 90 minuten. "tafelspitz" ist feinfaserig und zarter als
suppenfleisch. der österreichische kaiser franz-joseph liess sich
dieses rindfleischgericht jeden tag (!) servieren - allerdings in der
variante mit meerrettich.
tipp: sollte etwas von der brühe übrig bleiben, können
wir am nächsten tag ein kräftiges rindfleisch-süppchen zu
uns nehmen. reste vom rindfleisch hingegen können wir mit
kleingeschnittenen, hartgekochten eiern, zwiebeln, äpfeln und
sauren gurken vermengen. das alles wird mit einer leichten mayonnaise
vermischt, mit salz, pfeffer und zitrone (sowie ein wenig zucker)
gewürzt und ergibt auf diese weise einen wohlschmeckenden
rindfleischsalat.
noch eine kleine bemerkung: vielleicht wird dem einen oder anderen
auffallen, dass ich in meiner küche mit gewürzen recht sparsam
umgehe. gewürzt wird bei mir nur in dem masse, wie der
eigengeschmack der gerichte verstärkt oder unterstrichen wird. ich
halte gar nichts davon, gerichte unter einem sammelsurium von
kräutern und gewürzen zu begraben - wobei ich besonders
vorsichtig bin, wenn es sich um fertige gewürzmischungen handelt,
die allen gerichten einen immer gleichen - und bald langweiligen -
geschmack verleihen.
KLICK!
(670)
ich werde - wie man inzwischen hinlänglich weiss - nicht
müde, neues aus dem hause windsor mitzuteilen. die damen und herren
sind einfach zu und zu nett. daran wird sich auch nichts ändern -
selbst camilla nicht, die nun auch ganz offiziell zu diesem club
gestossen ist. weihnachten darf sie allerdings beim familienfoto -
queen elizabeth will es so - nur hinter dem tannenbaum stehen. da
fällt sie nicht so auf.
selbstverständlich kann man so oder so über die hochzeit von
charles und camilla denken. SO aber nun wirklich nicht ... oder?
an palmarum 1942 wurde lübeck von den bombergeschwadern der
alliierten luftstreitkräfte schwer getroffen. die altstadt - mit
ihren mittelalterlichen häusern und kirchen - wurde ein raub der
flammen. das inferno war beispiellos und die vernichtung total.
marienkirche, dom und st. petri verloren ihre türme und brannten
vollständig aus. erst 1975 konnte der marienkirche ihr dachreiter
wieder aufgesetzt werden - 33 jahre hatte es gedauert, bis - wenigstens
äusserlich - das alte stadtbild mit den weit sichtbaren sieben
türmen wieder hergestellt war.
kunstwerke, die kulturell und historisch von höchstem wert waren,
wurden in nur einer nacht zerstört. dazu gehört auch der
"totentanz" von bernt notke, der als fries in der marienkirche
angebracht war.
zerstört - verbrannt - vernichtet.
aber: nicht alles, was das stadtbild lübecks ausmachte, wurde im
krieg ausgelöscht. eine stadt ist wie ein lebender organismus. man
baut, reisst ab und errichtet anderes - ein steter wandel, der nur dem
ganz bewusst wird, der seine (heimat)stadt nur ab und zu besucht, sich
an manches neue zurecht nicht erinnern kann und die veränderungen
in einer weise zur kenntnis nimmt, dass er ahnt, irgendwann auch dort
nur noch als ein fremder in der fremde anzukommen.
lübecker haben es sich zur aufgabe gemacht, alte gebäude, die
längst zerstört oder abgebrochen sind, als modell wieder
aufzubauen und dorthin zu setzen, wo sie einst standen. ich habe das
bild vom modell des äusseren burgtors als beispiel genommen. es
erinnert in allem an die architektur des lübecker rathauses. man
darf annehmen, dass derselbe baumeister am werk war.
wer sich für die arbeit der lübecker bürger
interessiert, ist mit einem KLICK! ins bild auf ihrer homepage, die auch
sonst allerhand wissenswertes bereit hält.
(668)
als ich noch in münchen lebte, hielt mich spätestens mitte
märz nichts mehr in der stadt: ich musste über die alpen nach
italien reisen. dort sass ich bei schönstem sonnenschein zum
beispiel in verona in einem strassencafé und genoss den
frühling in vollen zügen.
leider - seitdem ich bremen wohne, ist es nicht mehr so einfach
möglich, mal schnell nach italien zu fahren. und auch der
frühling scheint noch in weiter ferne zu sein, wenn ich aus dem
fenster ins schneegestöber sehe.
aber: heute mittag, als ich ein wenig spazieren ging, schien
plötzlich die sonne - und sie schien mir ganz warm ins gesicht. der
frühling kommt ...