****komm mit!* rief*******die kleine möve** *ich zeige dir  *** ein land im weiten ozean** ** so klitzeklein *** wie eine muschel**dort*gibt**es**sehr  viel**zu* *entdecken!*****


KREUZ UND QUER!
*zehn neue notizen*




DIE MONATE UND IHRE THEMEN

**WEBLOG www.rolfs-reisen.de**

Listinus Toplisten





20.04.2004

gewiss kein arkadien - aber immerhin ein hübsches fleckchen erde: das ist agadir in marokko. wer nicht weiss, wie es dort ausschaut, oder wissen möchte, dass noch alles so ist, wie er es in erinnerung hat, der sieht einmal ...
der strand von agadir - als panorama
und weil es so schön war, bleiben wir noch ein wenig im land, fahren aber weiter ins ehrwürdige fes (doch ein arkadien?) ...
fondouk nejjarine, fès - als panorama

***
„auch ich in arkadien!“ rief goethe aus, als er von 1786 bis 1788 italien bereiste. für ihn war die italienische landschaft der inbegriff des „göttergartens“, was sich noch steigerte, als er auf sizilien die griechischen tempel sah, die - eingebettet in südliche landschaft - für ihn der inbegriff alles klassischen war. (dazu auch die notiz vom 28. februar)



goethe blickte auf italien mit den augen des universell belesenen und gelehrten schriftstellers, allerdings mit der gefahr, immer nur das zu sehen, was ihm bekannt war. so übersah er ganz und gar - und viele machten ihm das zum vorwurf - die einflüsse der etruskischen kultur in italien.

goethe war nicht nur schriftsteller, sondern auch ein meisterlicher zeichner, wobei nicht nur seine aquarelle aus italien berühmt geworden sind. seine mit leichtem pinselstrich aufs papier geworfenen landschaften sind idyllen, in denen allerdings der mensch kaum vorkommt.



ein anderer schriftsteller - einer aus unserer zeit - ist ebenfalls bildender künstler. günter grass hat eine vielzahl von landschaften gezeichnet, wobei - und das überrascht - vieles von weitem ein wenig dem pinselstrich goethes ähnelt.

damit endet die verwandtschaft aber auch. für grass ist die landschaft, die er abbildet, kein unberührtes arkadien, sondern bedroht durch umwelt und mensch. wenn er  - um nur ein beispiel zu nennen - die ansicht von danzig aufs papier bringt, läuft im vordergrund eine fette ratte durchs bild.



das „günter-grass-haus“ in lübeck zeigt eine ausstellung mit bildern von goethe und grass. unter dem titel: „diesseits und jenseits von arkadien“ ist ein direkter vergleich zwischen den bildern beider künstler möglich - wobei die differenz ihrer auffassungen von natur und landschaft augenfällig wird, eigentlich aber nicht einer extra ausstellung bedarf. dass günter grass - im gegensatz zu goethe - ein gebrochenes verhältnis zur natur hat - und haben muss -, liegt auf der hand.

vergessen wir also den didaktischen zeigefinger der ausstellung - freuen wir uns vielmehr, dass einige schöne bilder von goethe den weg nach lübeck gefunden haben.



klicke für informationen zur ausstellung aufs bild!




19.04.2004

an londons berühmtester strasse, der pall mall, liegt der ehrwürdige travellers´ club. er wurde 1819 gegründet und sollte weitgereisten briten die möglichkeit geben, sich mit ebenso weit gereisten ausländern - zumeist diplomaten - zu treffen. die einzige bedingung, in den club aufgenommen zu werden, bestand darin, mindestens 500 meilen von london aus richtung kontinent zurückgelegt zu haben.



der club zählt heute1200 mitglieder - frauen werden nach wie vor nicht aufgenommen. die herren bleiben lieber unter sich, plaudern von weiten reisen und schlürfen ihren gin, wobei das letzte getränk, anders als in den londoner pubs, bereits um 20.45 uhr geordert werden muss.

die engländer waren schon immer ein reiselustiges volk - sei es privat oder in offizieller mission. manchmal blieben sie auch gleich ganz im „urlaub“ und richteten sich dort häuslich ein - etwa in indien oder ägypten ...

eine der schillernsten figuren des travellers´ club ist colonel blashford-snell, der vor einiger zeit eine 22-stündige zugfahrt vom südwestenglischen westbury nach liverpool unternahm. danach klagte er, es sei leichter, durch das innere der mongolei zu reisen als mit der britischen bahn durch england.

von ihm stammt übrigens auch der wertvolle hinweis, dass es bei der reisekleidung nur auf zwei sachen wirklich ankommt: schuhe und kopfbedeckung - der rest sei unwichtig!


zum travellers´club in london mit einem klick aufs bild!
(quelle: weser-kurier, 18.4.2004)




18.04.2004

... manchmal kommt es mir vor, als ob sich menschen hinter irgendwelchen medien (fernsehen, internet, zeitschriften) verbunkern und mit gierigen blicken auf das sehen, was ihnen dort  präsentiert wird.

eine scheinbare, nicht wirkliche und völlig erlogene welt!

kann es sein, dass sich zwischen dem eigenen selbst und der welt draussen ein seltsames mediales zwischenreich aufbaut, das alle wünsche und fragen aufsaugt und vorgibt, die einzig richtige antwort zu haben?

und wie gehen menschen damit um, dass ihnen immer und zu jeder zeit ein glück, eine schönheit, ein - gelingen präsentiert wird?

ich habe das gefühl, dass viele menschen nur noch medial miteinander in beziehung treten - und deswegen zur sprachlosigkeit verurteilt sind.

hinsehen! staunen! schweigen!

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René Gruau war einer der bedeutendsten modegrafiker unserer zeit. jetzt ist er im alter von 95 gestorben. der in Italien geborene künstler hat für alle grossen modehäuser der welt gearbeitet und der mode des 20. jahrhunderts ihr gesicht gegeben.



ein entscheidendes datum für seine arbeit war das jahr 1947, als ihn sein freund Christian Dior bat, MISS DIOR zu illustrieren. bald waren seine modezeichnungen auch bei allen wichtigen modezeitschriften gefragt. sie erschienen bei FEMINA, MARIE CLAIRE, L´OFFICIEL, L´ALBUM DU FIGARO, HARPER´S BAZAR und VOGUE.



Gruau arbeitete daneben für alle grossen namen der haute couture. seine zeichnungen, - elegant, schwungvoll und typisch für ihre zeit -, gaben der mode das besondere und extravagante. ich mag seine oft flächigen arbeiten, die mich an die plakative kunst des art deco erinnern, aber auch an Toulouse-Lautrec. der musste sich seinen lebensunterhalt bekanntlich auch durch werbeillustrationen verdienen, die ihm unversehens zu meisterwerken gerieten.

klicke aufs bild für weitere informationen:




17.04.2004


"einfach im meer schwimmen, sich von der sonne wärmen lassen und wissen, dass jetzt JETZT ist, - und schön ist, - und vielleicht nie wieder so schön sein wird! es geht um den MOMENT und gar nicht um zukunft, lebensplanung und irgendwelche ZIELE. es sind diese MOMENTE, die uns zugleich in der vergangenheit und zukunft sein lassen. nur leider wissen wir das in diesen MOMENTEN -  nie!"

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über haschisch spricht man nicht in Marokko - man baut ihn an. 200 000 kleinbauern im nördlichen Rif-Gebirge leben vom haschisch, der auf 80 000 hektar ackerfläche gepflanzt wird. man schätzt, dass zwei drittel des europäischen haschisch-markts direkt von Marokko aus bedient wird.



ich weiss nicht, wie nachdrücklich die marokkanische regierung darum bemüht ist, den handel einzudämmen. immerhin ist das Rif eine fast gesetzlose, gefährliche region, die zudem unwegsam und damit extrem unübersichtlich ist. der inzwischen gestorbene König Hassan II. liess vor jahren zwar tausende von haschischbauern und -händlern verhaften. an der situation hat sich dadurch nichts geändert.

touristen sollten das Rif tunlichst meiden. überall lauern ihnen haschisch-händler auf, die zuweilen mit rabiaten mitteln ihre ware an den mann bringen wollen. lässt sich jemand auf den „deal“ ein, so kann es ihm durchaus passieren, dass er einige kilometer weiter in eine polizeikontrolle gerät. dann ist guter rat teuer, denn auf dem besitz von haschisch stehen in Marokko hohe gefängnisstrafen. nicht nur im norden Marokkos wird den touristen haschisch hinterher getragen. selbst in agadir vergeht kaum eine viertel stunde, dass nicht ein Marokkaner an sie heran tritt und fragt, ob und wieviel sie benötigen.



eine verrückte situation! einerseits bekämpfen die staatlichen behörden den haschisch-handel, andererseits sind es aber überhaupt nicht die haschischbauern, die irgend einen grösseren gewinn aus dem anbau schlagen, sondern einige wenige „dunkelmänner“, die mit bestechung höchster marokkanischer dienststellen den export nach Europa besorgen.

Marokko ist weltweit die viertgrösste erzeugerregion für haschisch. offiziell bemüht man sich - auch mit hilfe der Europäischen Union - den haschischanbau umzustellen. die bauern sollen obst und gemüse züchten.

aber der anbau von hanf bleibt lukrativer und die bewohner möchten auch gar nicht auf ihr tägliches „pfeifchen“ verzichten, denn haschisch ist im Rif seit jahrhunderten währung, lebensgrundlage, tägliche arbeit und rauschmittel zugleich, - aber eben auch ursache für stagnation und perspektivlosigkeit.

der kölner filmemacher Daniel Gräbner hat einen abendfüllenden dokumentarfilm über den haschisch-anbau im Rif gedreht. er zeigt die kleinen bauern - und nicht die „bosse“. es erstaunt daher nicht weiter, dass er mit viel sympathie über menschen berichtet, die kaum eine andere wahl haben, als jenseits jeder legalität für ihren lebensunterhalt zu sorgen.

die menschen im Rif sind gleich mehrfach aus der marokkanischen gesellschaft ausgegrenzt. das königshaus und die regierung in Rabat fürchten diesen nicht nur wirtschaftlichen, sondern auch politischen unruheherd. immerhin war es die bevölkerung des Rif, die sich einst gegen die spanischen okkupanten zur wehr setzte, - und sich damit auch gegen ihren könig stellte, der mit Spaniens gnaden und duldung auf dem marokkanischen thron sass. (siehe dazu auch meine notiz „giftgas auf Marokko“ vom 3.4.2004)

hier ist die offizelle homepage des films „Haschisch“:




ohne jedes weitere datum


ich weiss mir nicht zu helfen - langsam packt mich die angst vor dem terror! ich glaube fast, dass seit einiger zeit alle sittlichen und moralischen masstäbe über bord gehen - anders kann ich den brutalen mord an einem unschuldigen italiener im irak nicht deuten - und auch nicht die freche video-botschaft eines osamas, der einen schrecklichen "waffenstillstand" anbietet, ganz nach seinem gutdünken, ganz nach seiner interpretation! ich erwarte jetzt einen aufschrei in den islamischen ländern! die gutmeinenden muslims müssen aufstehen und sagen, dass sie willens sind, frieden zu schliessen und ihn zu halten! sie müssen endlich aufstehen! kein finger wird sich in europa noch rühren, wenn sie nicht selbst  entschieden gegen gewalt und für den frieden eintreten.

ich unterbreche meine notizen. ich habe keine lust, nach rechtfertigungen für  klammes schweigen und glattes versagen in den islamischen ländern zu suchen! ich fühle mich schrecklich bedroht - so ist das!




16.04.2004

am ersten mai-wochenende beginnt in deutschland die spargel-saison. sie dauert bis ende juni - und wenn es im kommenden monat auch nur ein wenig trocken ist, gibt es „spargel-satt“ auf unseren wochenmärkten zu kaufen.



schon jetzt taucht spargel aus griechenland und spanien auf - also aus ländern, in denen der spargel nie wirklich heimisch war. so schmeckte das gemüse in früheren jahren dann auch: bitter und vollgesogen mit düngemitteln!

inzwischen haben die spargelbauern in südeuropa ihre lektion gelernt. der spargel ist um ein vielfaches schmackhafter geworden, büsst allerdings auf den langen transportwegen viel von seiner frische ein. wer ihn aber grosszügig schält und die enden gut abschneidet, kommt schon im april in den genuss eines spargelessens - das noch dazu preisgünstig ist. zur zeit kostet das kilo spargel fünf euro und wird, je näher die deutsche ernte rückt, immer billiger.

der spanische und griechische spargel kommt manchmal mit lila köpfen auf den markt. dann haben sie ein wenig zu viel licht bekommen. das macht aber nichts! ich finde, dass er dadurch herzhafter schmeckt.

der spargel sollte nicht länger als 20 minuten gekocht werden. in das wasser gebe ich salz, etwas zucker und ein stück butter. wenn das gemüse gar ist, lege ich es vorsichtig auf küchenpapier, um es abtropfen zu lassen. übrigens: dadurch kühlt der spargel auch ein wenig ab. zu heiss gegessen, schmeckt er nämlich nicht.

jetzt muss ganz bestimmt noch einmal nachgesalzen werden. dann streue ich frisch gehackte petersilie über das gemüse und giesse leicht gebräunte butter über alles.

wer es klassisch liebt, wählt ein stück kräftigen geräucherten schinken zum spargel - vor allem aber sollten frisch gekochte kartoffeln nie fehlen.

meinen geschmack stören dicke buttersaucen am spargel. eine sauce hollandaise? ja, immer gern zu blumenkohl! aber zum spargel? nein, lieber nicht!

wer jetzt noch einen trockenen weisswein im kühlschrank findet, sollte eigentlich auf der glücklichen seite des lebens stehen.

etwas fehlt vielleicht noch! das sind nach dem spargel die erdbeeren zum dessert. aber - sagte ich es schon? der mai kommt erst noch! und mit ihm die berge von saftigen und süssen erdbeeren auf unseren wochenmärkten. die erdbeeren aus südeuropa sollen chemisch belastet sein - darauf verzichten wir lieber! (den spargel habe ich in dieser angelegenheit noch nicht befragt! )

wer noch mehr über das königliche gemüse wissen möchte, klickt einfach auf den spargel - wohin auch sonst?






15.04.2004

gestern erwähnte ich in meinen notizen das Katharinen-Kloster auf dem Sinai, das von den Kopten unterhalten wird:



wer aber sind die Kopten?


ihr name geht auf das griechische „aigyptios“ zurück und ist gleichbedeutend mit „Ägypter“. die Kopten waren schon im Altertum und lange vor der Islamisierung im land am Nil zu Christen geworden. gegründet hatte ihre kirche im 1. jahrhundert der Apostel Markus. er wurde zum ersten Patriarchen der Kopten.

die junge gemeinde wurde auch in Ägypten von den Römern erbittert bekämpft. im dritten jahrhundert erreichte die verfolgung einen schrecklichen höhepunkt, als unter dem römischen Kaiser Diokletian 800.000 ägyptische Christen ermordet wurden. dies bedeutete einen tiefen einschnitt in der entwicklung der gemeinde. bis heute beginnt der kalender der Kopten mit dem Jahr 284, als Diokletian, der ihr grösster widersacher war, zum kaiser gekrönt wurde. der koptische kalender ist im übrigen in zwölf monate eingeteilt. jeder monat dauert 30 tage, hinzu kommt der „kleine monat“, der 5 oder 6 tage lang ist.

die verfolgung der Kopten setzte sich unter der herrschaft von Byzanz fort. und auch der Islam, der im 7. jahrhundert seine herrschaft in Ägypten durchsetzte, duldete, wenn überhaupt, die Christen nur halbherzig.

die Kopten, die auf eine lange geschichte der unterdrückung zurück schauen, erhoben viele der für ihren glauben gestorbenen Christen zu märtyrern. sie sind im heiligen buch „Synexarium“vermerkt, aus dem in jedem gottesdienst in der alten koptischen sprache vorgelesen wird. die sprache geht auf das altägyptische zurück, wird aber ausser in den kirchen und klöstern nur noch wenig gesprochen. auch die Kopten verständigen sich heute in arabisch.



die Kopten gerieten wegen der geografischen lage ihres heimatlandes im laufe der jahrhunderte in eine immer grössere distanz zu den anderen christlichen kirchen. zudem sorgten theologisch-kontroverse dogmen für eine nachhaltige glaubensspaltung der konfessionen. erst in jüngster zeit nähern sich die christlichen kirchen einander wieder an.

Markus begann seine missionierung in Alexandria. deswegen nennt man die koptische Kirche auch manchmal die alexandrinische. der Apostel gründete die theologische schule von Alexandria, die bei der frühen Christianisierung eine bedeutende rolle übernahm. von Alexandria aus wurde nicht nur Ägypten, sondern auch die umliegenden länder christlich missioniert.

einen grossen anteil daran hatten die mönche, die in Alexandria ausgebildet wurden und die christliche lehre im land verbreiteten. Ägypten wurde überhaupt zur wiege des mönchtums. Antonius der Grosse (251-356 n. Chr.) gilt als vater aller christlichen mönche. in der frühzeit existierten hunderte von klöstern im land, die in den allermeisten fällen aber nur felshöhlen waren. grund für diese vielen klostergründungen war, dass sich die Christen in der vereinzelung besser vor verfolgung schützen konnten. auch waren die versteckten klöster vor entdeckung sicher. die grossen koptischen klöster aus späterer zeit, von denen das Katharinen-Kloster auf dem Sinai wohl das berühmteste ist, zeigen mit ihren trutzig wehrhaften mauern, für welchen zweck sie einst gebaut wurden: nämlich grösstmöglichen schutz vor angriffen zu bieten.



in dieser funktion ähneln sie übrigens den frühen moschee-bauten des Islam. auch sie waren nicht nur gotteshäuser, sondern auch wehrhafte burgen in einer feindlichen umwelt. ein beeindruckendes beispiel dafür ist die moschee im tunesischen Kairouan, hinter deren starken mauern tausende von gläubigen bei gefahr schutz fanden.

oberhaupt der Kopten war schon immer der Patriarch von Alexandria, der heute seinen amtssitz aber in Kairo - im Kloster Deir el Anba Rueiss - hat. seit 1971 ist es Papst Shenouda III. er ist damit der 117. nachfolger des Heiligen Markus.

man schätzt, dass heute 8 bis 11 millionen Kopten in Ägypten leben. nach der verfassung sind sie gleichberechtigte bürger im land. dennoch erfahren sie bis heute manche benachteiligung und ungerechtigkeit in einer durch und durch islamisch geprägten umwelt.

nicht ohne rührung habe ich die wenigen deutschsprachigen hompages studiert, die von Kopten ins internet gestellt wurden. einfach und schlicht formulieren sie dort die inhalte ihres tiefen glaubens. wer sich näher informieren will - und auch etwas zur theologie der Kopten erfahren möchte, dem sei diese homepage empfohlen:


klick!




14.4.2004



wen es in die arabischen länder zieht, - wer aber nicht auf komfort verzichten möchte, dem empfehle ich, sich einmal auf dem Sinai umzusehen. die erste adresse dort ist Sharm El Sheikh am Roten Meer, wo ganzjährig gebadet werden kann. besonders zu empfehlen sind die ausgedehnten korallenriffe, die man am besten mit schwimmflossen und schnorchel bewundert.


copyright für die fotos: Frank Schulze



die korallenriffe des Roten Meers sind übrigens teilweise akut bedroht, weil durch intensive fischzucht - mit ihren zusätzen von chemikalien - flora und fauna stark in mitleidenschaft gezogen werden. davon ist das Rote Meer am südlichen Sinai nicht betroffen. schlimm sieht es dagegen in richtung Jordanien und Israel aus, wo bei ungünstigen strömungsverhältnissen der natürliche wasseraustausch durch die meerenge nahe Sharm El Sheiks verhindert wird. inzwischen arbeiten deutsche wissenschaftler zusammen mit Jordanien und Israel an einer biologischen lösung des problems.



wer nur im hotel und am strand bleibt, versäumt viel. denn die Sinai-Halbinsel bietet weitaus mehr: wüste pur, Beduinen, die nach wie vor mit ihren Kamelen über den Sinai ziehen - und natürlich das Katharinen-Kloster, eines der ältesten christlichen klöster, das der Islamisierung stand gehalten hat. hier sind bis heute die Kopten zu hause.



ein besuch Kairos ist wegen der nicht allzu grossen entfernung und guten strasse (über Suez - wo schiffe mitten durch die wüste fahren!) durchaus möglich. alle anderen ziele in Ägypten aber sind nur zeitaufwändig und schwierig zu erreichen. bleiben wir also vielleicht doch auf dem Sinai!

ein ganz besonderes erlebnis ist es, die nacht beim Katharinen-Kloster zu verbringen. überall auf dem Sinai, der tagsüber so menschenleer erscheint, flammen dann die lagerfeuer der Beduinen auf: sterne in der wüste - unter einem weiten sternenhimmel.

folgende homepage bietet einen ersten eindruck von dem, was uns erwartet. leider ist die qualität der fotos, die ich auch für diese notiz verwendet habe, in der vergrösserung sehr schlecht:
http://www.kcw.de/egypt.htm




13.04.2004

meine kleine spanische foto-galerie ist seit heute online! KLICK!
meine zweite marokkanische foto-galerie ist jetzt ebenfalls online! KLICK!

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bitte beachte für die heutige notiz den copyright-hinweis für die verwendeten fotos!

der amerikanische architekt Pierre Koenig ist gestorben. um es vorweg zu sagen: ich kannte noch nicht einmal seinen namen, bevor ich jetzt in allen grossen zeitungen von seinem tod im alter von 78 jahren las.

was macht Pierre Koenig so bedeutsam?

er setzte der traditionellen amerikanischen architektur, die holz und stein bevorzugt, die elemente stahl und glas entgegen. seine häuser sind streng kubisch und verzichten auf jedes dekor. sie sollen „funktionieren“ - und diesem prinzip wird alles unterworfen. so gesehen knüpft Pierre Koenig an die tradition des Weimarer bzw. Dessauer Bauhaus an: mit dem strengen primat der funktionalität.



bedeutende deutsche architekten des Bauhauses mussten in derNazi-Diktatur Deutschland verlassen. einige konnten in Amerika ihre arbeit fortsetzen. sie wurden zu vorbildern ganzer architekten-generationen, zumal das Bauhaus nicht dem elitären wohnen das wort redete, sondern häuser und einrichtungen für erschwingliche preise propagierte: die kostengünstige „industrielle fertigung“ statt aufwändiger und damit teuerer handarbeit.

die häuser von Pierre Koenig öffnen sich der landschaft. ihre grossen fenster lassen den freien blick in die umgebung zu: es sind panoramafenster, in denen die landschaft wie im breitwandformat erscheint.



viele seiner häuser sind deswegen auch an besonders spektakulären stellen gebaut  - etwa in den bergen über Los Angeles, wo sie mit ihren charakteristisch flachen dächern und stahlgerüsten an den felsen zu kleben scheinen.

aber Pierre Koenig gilt nicht nur als der architekt der reichen. er baute auch und gerade häuser, die für jedermann erschwinglich sein sollten. er war zeitlebens der sozial orientierten architektur in Amerika verpflichtet, die bei ihm aber nie langweilig war, sondern mit ihren ideen wegweiser modernen planens und bauens wurde.

spektakulär aber bleiben seine vielfach mit preisen ausgezeichneten privathäuser. sogar ein luxeriöser swimmingpool wird dabei zum funktionalen element, weil er - auch - zur klimaregulierung der wohnräume dient.



die drei fotos, die ich ausgewählt habe, stammen von der homepage von Pierre Koenig und unterliegem dem strengen copyright. wenn ich sie hier trotzdem veröffentliche, dann deswegen, weil ich eine rein private seite betreibe. bei einwänden bitte ich um nachricht.

einen umfangreichen einblick in Pierre Koenigs arbeit bietet seine homepage (selbstverständlich auf englisch):

http://www.usc.edu/dept/architecture/slide/koenig/