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2004

FEBRUAR


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ZUM  JANUAR 2004

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meiner homepage!



*** MEINE NOTIZEN IM FEBRUAR ***  
(klicke zum lesen bitte auf das thema)

 zu ende des monats bitte ich um etwas geduld. die seite baut sich wegen der grossen zahl von bildern langsamer auf! 

historische modellschiffe
der maler ernst vollbehr
der lachs - das "huhn des meeres"
von den wölfen!
ein herz aus schokolade (uwes hp)
kartoffelplätzchen
globalisierung und die arabische welt
heinrich heine
historische romane
die kunst des reisens
der dichter jorge luis borges
dder niederdeutsche dichter klaus groth
african cup of nations 2004
der fotograf wolfgang zurborn
gedünsteter lauch!
einladung nach italien!
einige gedanken zum reisen! (AGIR)
sternflüstern 2.
segelschulschiff "pamir"
das antiquariat am domshof
sonnenziele und fantasien im februar
bremer schaffermahlzeit
jan fährt fahrrad - in marokko! 2.

post von ernst!
bomben auf europa!
fassenacht, karneval, fasching!
erdbeben in marokko
bert brecht
jan fährt fahrrad - in marokko! 1.
ein waisenhaus in sri lanka
arab pop


29.02.2004

heute in eigener sache: am ende des monats hatte ich wieder viel mit dem internet zu tun, denn mein geschäft in bremen hat inzwischen eine internet-präsenz!


noch ist nicht alles fertig, aber einen eindruck erhält man vielleicht schon jetzt. also lade ich meine leser gern ein, das ANTIQUARIAT AM DOMSHOF in bremen zu besuchen. mit einem klick! aufs bild seid ihr dort.



28.02.2004

ein wort zuvor zum erdbeben in marokko. ich zitiere aus einer mail:

hallo f., ... ja, was soll man dazu sagen? ich habe mir auf meiner hp eine bemerkung über das groteske verhalten des marokkanischen königs erlaubt. es hätte ihm gut zu gesicht gestanden, SOFORT ins unglücksgebiet zu reisen. wieder eine chance vertan! alles andere ist abzuhaken unter dem stichwort "marokkanische verhältnisse". da wird der sterbenden oma das letzte hemd ausgezogen, bevor man sie in die hände allahs empfiehlt! mir fehlt angesichts dieser tragödie allerdings jeglicher humor. gruss rolf

dazu noch diese aktuelle meldung:

Offiziell hieß es, der König wolle mit seiner Anwesenheit nicht die Aufräumarbeiten behindern. Vielmehr wurde jedoch vermutet, Mohammed habe sich nicht dem Volkszorn über das Ausbleiben von Zelten, Decken, Medikamenten, Lebensmitteln und anderen Hilfsgütern aussetzen wollen. Ministerpräsident Driss Jettou erklärte, die Verteilung sei kompliziert, weil viele Dörfer in der bergigen Region schwer zugänglich seien. (quelle: APA, standard.at)

***
wer träumt in diesen tagen nicht von wärme und sonne? wenn der winter gar kein ende nehmen will, schauen wir gern in den süden. dort stehen bereits die stühle und tische in der sonne und kündigen den frühling an, auf den wir noch so lange warten müssen. deshalb lade ich ein zu einer "italienischen reise"!



auch johann wolfgang von goethe machte sie und war hingerissen vom glanz des südens. er reiste bis sizilien und fühlte sich dort der griechischen kultur ganz nah. seine eindrücke haben den "klassizismus" in der deutschen literatur ganz ungemein befördert. er pries die leuchtenden, fast weissen tempel und wusste nicht, dass sie zu ihrer zeit lustig-bunt bemalt waren. sein irrtum hat in unseren köpfen ein sehr falsches bild vom "klassischen griechenland" befördert.



egal! lesenswert ist sein reisebericht allemal.

Die Ufer, Buchten und Busen des Meeres, der Vesuv, die Stadt, die Vorstädte, die Kastelle, die Lusträume! - Wir sind auch noch abends in die Grotte des Posilipo gegangen, da eben die untergehende Sonne zur andern Seite hereinschien. Ich verzieh es allen, die in Neapel von Sinnen kommen, und erinnerte mich mit Rührung meines Vaters, der einen unauslöschlichen Eindruck besonders von denen Gegenständen, die ich heut zum erstenmal sah, erhalten hatte.

Und wie man sagt, daß einer, dem ein Gespenst erschienen, nicht wieder froh wird, so konnte man umgekehrt von ihm sagen, daß er nie ganz unglücklich werden konnte, weil er sich immer wieder nach Neapel dachte. Ich bin nun nach meiner Art ganz stille und mache nur, wenn's gar zu toll wird, große, große Augen.

wer mehr wissen möchte, dem empfehle ich diese internet-seite. sie fasst die berichte goethes in italien zusammen und illustriert sie mit schönen fotografien.
wer aber nur einen espresso auf einer italienischen piazza in der sonne trinken möchte, schlendert einfach hier hin:


27.02.2004

zuvor eine meldung, die ich unkommentiert lasse:

König Mohammed VI, der schon seit Tagen in der Unglücksregion erwartet wurde, will am Freitag ins Katastrophengebiet reisen. Das verlautete am Donnerstag aus Regierungskreisen.


langsam wird das ganze ausmass der katastrophe sichtbar, die marokko getroffen hat. es sind ja nicht allein die 600 toten, die zu beklagen sind. dazu kommen die vielen, teils schwer verletzten und alle, die ihr haus und ihr habe verloren haben. das rif ist die ärmste region marokkos. der staat hat diesen teil seines landes schon immer vernachlässigt. bis jetzt konnten die rettungskräfte noch nicht in alle dörfer vordringen, um nach überlebenden zu suchen, weil die strassenverhältnisse - wenn es denn überhaupt strassen gibt! - sehr schlecht sind.

hier ist eine homepage, die über die katastrophe von agadir im jahr 1960 berichtet, aber auch über das jüngste erdbeben informiert:


die adressen von zwei weiteren homepages hat mir alex übermittelt, dem ich dafür an dieser stelle danke. die erste homepage aus den usa informiert wissenschaftlich über das jüngste erdbeben vor der afrikanischen küste:

http://neic.usgs.gov/neis/bulletin/neic_fiak.html
die zweite geht ebenfalls auf die katastrophe ein und stellt darüber hinaus die arbeit der universität köln auf dem gebiet der erdbebenforschung vor:
http://www.seismo.uni-koeln.de/

***
als ich zur grundschule ging, - in einem recht verschlafenen ort in der lüneburger heide -, sass ich neben karl. er lebte auf einem bauernhof, hatte sehr rote backen und sprach "platt". deswegen verstand ich karl nicht. mehr noch: wir hänselten ihn wegen seiner aussprache und er schämte sich.

es ist nicht leicht, die herzen der niedersachsen zu gewinnen - erst recht nicht, wenn sie sich untereinander auf "platt" unterhalten. mit einem *hannoveraner hochdeutsch*, das angeblich über die sauberste aussprache verfügt, wird man von ihnen nicht ernst genommen. wie gut, dass mein vater, der aus mecklenburg stammt, so wunderbar "platt" sprechen konnte. sie akzeptierten ihn in ihrer mitte und sahen es ihm gern nach, dass er manches wort anders aussprach als sie.

wer "platt" in der lüneburger heide sprach, gehörte zu ihnen. nur karl nicht zu uns! der hatte rote backen, sprach "platt" und wurde gehänselt.

diese zeiten sind gott sei dank längst vorbei. heute wird das niederdeutsche als eigenständige sprache gepflegt und gesprochen. junge menschen sind stolz darauf, sich in der sprache ihrer heimat unterhalten zu können.

sprache hat ja immer etwas mit dem *zu hause* zu tun und spiegelt in ihrem klang ein stück vertraute heimat.

klaus groth wurde 1819 in heide als sohn eines müllers geboren. er besuchte das deutsche lehrerseminar in tondern und war anschliessend mädchenschullehrer in heide. später ging er für fünf Jahre auf die insel fehmarn, wo er seinen berühmt gewordenen plattdeutschen gedichtband "quickborn" schrieb. 1858 habilitierte er sich als privatdozent in kiel und wurde 1866 professor. man trug ihm die ehrenbürgerwürde der städte kiel und heide an. er ist 1899 in kiel gestorben.

klaus groth hat wunderbare verse geschrieben und der niederdeutschen sprache ein bleibendes denkmal gesetzt.




Lütt Matten, de Has,

de mak sick en Spaß,
he wär bi´t Studeer´n,
dat Danzen to lehr´n,
un danzt ganz alleen
op de achtersten Been.

Käm Reinke, de Foß,
un dacht: Dat´s en Kost!
Un seggt: Lüttje Matten,
so flink od ´e Padden?
Un danzt hier alleen
op de achtersten Been?

Kumm, lat uns tosam´n!
Ick kann as de Dam!
De Kreih, de speelt Fiedel,
denn geiht dat kandidel,
denn geiht dat mal schön
op de achtersten Been.

Lütt Matten gäv Pot;
de Foß beet em dot
un sett sick in´n Schatten,
verspies den lütt Matten;
de Kreih, de kreeg een
von de achtersten Been.


das buch »För de Gören«, aus dem diese verse stammen, ist 1858 erschienen. kein geringerer als ludwig richter hat es illustriert. seine biedermeierlichen zeichnungen spiegeln auf zauberhafte weise die verse von klaus groth. hier sind sie, zusammen mit den illustrationen von ludwig richter, nachzublättern:


klick!
   


26.02.2004

als ich, - es wird 1969 gewesen sein -, nach einer gesamtausgabe von heinrich heine suchte, wurde ich enttäuscht. es gab sie nicht. aber das stimmt nicht ganz, denn der aufbau-verlag in ostberlin hatte sich innerhalb seiner mustergültigen klassiker-editionen der werke heines bereits angenommen. aber in westdeutschland war auch 25 jahre nach dem zusammenbruch der nazi-diktatur kein verlag zu finden, der sein werk betreute.

ich vermute, dass dieses verschweigen mit der jüdischen herkunft heinrich heines zu tun hat. nachdem seine bücher bei den nazis verbrannt worden waren, wirkte das edikt gegen ihn noch weit in die nachkriegsgesellschaft der bundesrepublik. das ist ein wirklicher skandal, der erkennen lässt, was die nazis in nur 12 jahren in den köpfen der deutschen angerichtet hatten.

ein anderer grund war, dass heinrich heine zu jeder zeit ein manchmal polemischer, immer aber ironischer kritiker der zustände in deutschland war. die zeile: "denk ich an deutschland in der nacht, so bin ich um den schlaf gebracht", ist ein geflügeltes wort geworden.




er hat zu lebzeiten alle wichtigen philosophen und schriftsteller persönlich kennengelernt, die für ein gerechteres und demokratisches deutschland kämpften. er selbst war in seinen schriften schärfster kritiker von anmassung und despotie. seine reisen, die ihn nach polen, in den harz, an die nordsee und schliesslich nach frankreich führten, dienten immer auch der reflektion der verkrusteten politischen verhältnisse in seinem heimatland - selbst dann, wenn er über jesus sprach:
zensur als lebensretter!
(gesprochen von lore lorentz)

und er hat gedichte geschrieben, die zu den schönsten der deutschen sprache gehören.

Morgens steh ich auf und frage:
Kommt feins Liebchen heut?
Abends sink ich hin und klage:
Aus blieb sie auch heut.

In der Nacht mit meinem Kummer
Lieg ich schlaflos, wach;
Träumend, wie im halben Schlummer,
Wandle ich bei Tag.

sein leben war eine kette dramatischer ereignisse. er gründete eine handelsagentur und ging mit ihr in konkurs. er begann zu studieren und brach mehrmals seine juristischen studien ab, bevor er dann doch noch zum doktor der rechte promovierte. er duellierte sich und wurde aus den burschenschaften ausgeschlossen, die in deutschland träger des nationalen einheitswillens und treibende oppositionelle kraft waren. er trat zum protestantischen glauben über, flüchtete vor zensur und verhaftung aus deutschland. er litt unter der lähmung seiner hände und einer zeitweiligen blindheit. er starb, sehr elend, in seiner "matratzengruft" in paris.

ich habe eine umfangreiche homepage im internet gefunden, die der person und dem werk heinrich heines gewidmet ist. besonders reizvoll: man kann sich dort einige der von schubert, schumann und pfitzner vertonten gedichte heines anhören
(im traume geweinet!) oder ihrer rezitation durch bekannte schauspieler folgen.


mit einem klick zu heinrich heine!



25.02.2004

ein erdbeben hat gestern am frühen morgen den norden marokkos erschüttert. man befürchtet unter den trümmern mehr als 600 tote. immer wieder wird die region, die mit zu den ärmsten in marokko zählt, von naturkatastrophen heimgesucht.


foto/quelle: yahoo fr.

unter den opfern sind besonders frauen und kinder, denn viele männer arbeiten im ausland, wie zum beispiel auch in deutschland. allen betroffenen, die jetzt in grosser sorge und trauer sind, gehört mein mitgefühl!

***
seitdem ich einen hund im haus habe, interessiert mich auch das leben und das verhalten der wölfe. nun sieht mein hund, die smara,  ja aus wie ein wolf ...


 .  

... und ist entschieden ein alpha-tier. wer wüsste das nicht besser als ein omega-tier (das bin ich!). euch sagt das "omega-tier" nichts? das ist der "clown" eines rudels, der mal verspottet und mal gebissen wird, gerade wie die laune und stimmung im rudel ist. manchmal zieht das omega-tier dann leine (zieht aber nicht an der leine!) und gründet ein neues rudel. recht hat es!

der hund stammt direkt vom wolf ab. deswegen besitzt mein west-highland-terrier auch sehr viel jagd-instinkt. keine fliege ist vor ihm sicher. und weil er so viel wolfsblut in sich hat, habe ich ein experiment veranstaltet und ihm das hier vorgespielt:
smara lag gerade in ihrem körbchen, als sie das geheul der vettern, basen, tanten und onkeln hörte. ich war der festen meinung, sie würde aufspringen, kerzengerade ihre ohren in den wind halten und ihrer verwandtschaft
antworten! man beantwortet doch auch einen brief oder eine freundliche mail!

aber entweder hat ihr die verwandtschaft zugerufen: "du brauchst nicht mehr zu kommen, es ist schon alles aufgefressen!", oder es waren ihre verwandten aus turkmenistan, und die versteht meine schottische smara nicht.


da ich nicht weiss, warum sich smara auf die seite rollte und herzlich gähnte, anstatt ihre wölfischen instinkte wachzurütteln, begebe ich mich auf eine homepage, wo ich sehr viel über wölfe (und hunde) lernen kann:


klick!

p.s. obwohl ich anmerken muss, dass ich einiges über die wölfe dann doch schon kenne!
DIE KLEINEN WÖLFE!



24.02.2004

die soap-opera - wie sollte es anders sein - geht immer weiter! monika und isch - nackt in der speisekammer!

***
mich erreichte ein hilferuf! es geht um ein waisenhaus in sri lanka. nun weiss ich aus eigener anschauung, wie es in waisenhäusern der dritten welt aussieht. ich habe auf meiner homepage nicht umsonst den waisenkindern von agadir mehrere seiten gewidmet. sie gehören übrigens zu den am meisten besuchten meiner homepage!

hier die bitte um hilfe:

Auf unserem Sri Lanka Programm stand der Besuch eines Waisenhauses in Balapitiya. Die erschütternden Bilder, die sich uns dort boten, werden wir wohl niemals vergessen. Im Children´s Home leben 30 Bürgerkriegswaisen im Alter von 7 bis 14 Jahren unter menschenunwürdigen Bedingungen. Selbst Hunger ist kein Fremdwort für sie. Für diese Einrichtung gibt es keinerlei finanzielle Unterstützung seitens des Staates oder anderer nationaler oder internationaler Institutionen.
 

 
 
Wir haben den Kindern versprochen zu helfen! Wenigstens die Ernährung der Kinder wollen wir dauerhaft sicherstellen. Unser Vorhaben im März 2004: Die Verbesserung der hygienischen Bedingungen und Renovierung des Küchenbereiches sowie die Anschaffung eines Propankochers. Dazu brauchen wir Eure Hilfe! Wir bitten um Geld- und Sachspenden (T-Shirts und Shorts)!
 
für weitere, detaillierte informationen klickt bitte auf das bild!



ein projekt mit unterstützung der: www.reisespinne.com


23.02.2004

meine reise nach libanon, syrien und jordanien habe ich jetzt in ihrem gesamten verlauf auf meine homepage gestellt, mit einigen informationen zu den einzelnen zielen. ich werde die informationen im laufe der zeit noch um einige "exkurse" erweitern (das erste behandelte stichwort: die omayyaden)! hier geht es zum reiseverlauf!

***
nicht weit entfernt von zagora in südmarokko, auf dem weg nach m´hamid, liegen die dünen von tinfou. hier machen die reisegruppen halt, denen der weg zu den grösseren dünen am sahararand zu weit ist. direkt bei den dünen steht eine grosse kasbah. ich habe sie fotografiert: HIER (aus meinem reisebericht: "süsser tee in der wüste!"). ich hatte mich, als ich dort vorbei kam, gefragt, was es mit diesem gebäude auf sich hat, das sich nur mühsam gegen den sand wehren kann, der sich meterhoch an seinen mauern türmt. durch zufall geriet ich jetzt auf eine internetseite, die mir die antwort gab.

an vielen stellen marokkos, - so scheint es mir -, ist inzwischen der ehrgeiz der hoteliers grösser, als die zahl der touristen. egal! schaut einmal hinein ins "hotel porte au sahara" (klicke dafür aufs foto!)




***

im übrigen wünsche ich allen eine fröhliche fassenacht, einen munteren karneval und einen ausgelassenen fasching. wer auf das bild klickt, kann zu dieser ganzen angelegenheit meinen bescheidenen kommentar lesen!



paul flora, karnevalsfiguren. 1999
tuschfeder und buntstift

22.02.2004

wen kümmert es, wenn in china ein sack reis umfällt? diese redensart kennen wir alle. wer sich bisher nichts dabei dachte, wird nun durch *cnn* eines besseren belehrt. wenn in china ein sack umfällt, hustet die ganze welt!



***
wer in meinen notizen ein wenig mitliest, wird auch jan cramer kennen. ich hatte vor einiger zeit auf seine marokko-reise mit dem fahrrad aufmerksam gemacht. (KLICK!)  inzwischen ist er zurück und hat einen reisebericht auf seiner homepage veröffentlicht.

nicht alles lief dieses mal nach plan! die starken winde machten ihm so zu schaffen, dass er mehr als einmal darüber nachdachte, auf einen zufällig vorbei fahrenden pick up zu springen, um sich ein wenig bequemer ans nächste ziel fahren zu lassen. und dann hatte er auch noch erhebliche technische probleme mit seinem fahrrad. aber einerseits sind die marokkaner im reparieren wahre künstler und zaubern *mir nichts, dir nichts* ersatzteile herbei - und andererseits ist jan ein findiger mann, der sich selbst zu helfen weiss.

beeindruckend sind wieder einmal seine fotos, die er von der reise mitgebracht hat.



copyright: jan cramer


der reisebericht kann mit einem *klick* aufs foto aufgerufen werden.
und wer von marokko immer noch nicht genug hat, schaut sich hier einmal um:

klick!

21.02.2004

als ich hier gestern das bild des dampfers im bremer hafen der 50er jahre veröffentlichte, erinnerte ich mich plötzlich wieder: es war ein sonniger septembertag und ich spielte als kleiner junge vor unserem haus. immer nachmittags kam das "hamburger abendblatt". die schlagzeile dieses tages - es war der 22. september 1957 -, habe ich nie vergessen: SEGELSCHULSCHIFF "PAMIR" GESUNKEN - 80 MATROSEN VERMISST!" ich war entsetzt und furchtbar traurig!

ich vermag nicht zu sagen, was diese heftige gemütsbewegung in dem kleinen jungen auslöste. ich will auch heute darüber keine vermutungen anstellen. aber es packte mich ein grauen, das ich immer noch empfinde, wenn ich an dieses unglück zurück denke. nur sechs matrosen überlebten den untergang am 21. september 1957 im atlantik.
80 menschen, unter ihnen viele segelschüler, ertranken. die "pamir" war ein segelschulschiff, auch wenn sie im kommerziellen dienst eingesetzt wurde.

ihr schwesterschiff, die "passat", liegt seit langen jahren im travemünder hafen fest vertäut. nach dem  untergang der "pamir" und einer gefährlichen orkanfahrt der "passat" wurde die schulschifffahrt auf den Flying-P-Linern eingestellt.


 

 

mit diesen bildern aus der grossen - und manchmal so schrecklichen - zeit der segelschiffahrt möchte ich an die 80 auf see gebliebenen matrosen erinnern.

wer mehr über die "pamir" wissen möchte, klickt bitte auf dieses bild:





20.02.2004

heute sind die stadtbremischen häfen zugeschüttet. für die schiffe lohnt der weite weg von der nordsee die weser hinauf nicht mehr. die container-terminals in bremerhaven und rotterdam haben den häfen im inland den garaus gemacht.

unwiederbringlich verloren ist die romantik, die einen hafen zu allen zeiten auszeichnete. man konnte so wunderbar von fernen ländern träumen und über die grossen schiffe staunen, die aus allen himmelsrichtungen in den hafen einliefen, um ihre fracht zu löschen. dieses foto aus den 50er jahren, das ich heute in der zeitung fand, ist dafür ein schönes, fast anrührendes beispiel. ich sage nicht, dass früher alles besser war! aber schöner doch manchmal!



***


ein ganz einfaches rezept mit lauch! der wächst das ganze jahr hindurch - und auch im winter. das lauchgemüse ist eng verwandt mit dem spargel - vetternwirtschaft also! deshalb bereite ich es im wesentlichen wie spargel zu.




als erstes befreie ich den lauch von seinen grünen blättern - oder doch fast. ich schneide auch die wurzeln ab und wasche anschliessend die weissen stangen, die noch über einen leicht grünen ansatz verfügen dürfen, unter fliessendem wasser ab. danach löse ich vorsichtig das äusserte blatt - denn das ist meistens recht zäh.

wer nun sagt: der lauch muss klein geschnitten und kräftig gespült werden, weil kein gemüse so viel sand in unsere küche trägt, wie der lauch - der irrt. die weissen spitzen sind nicht sandig. es genügt, sie kurz abzuspülen.

wer einen dampftopf (ich meine nicht den schnell-kochtopf!) hat, ist auf der guten seite. in den einsatz gebe ich - nein, nicht den lauch, - sondern erst einmal geschälte kartoffeln. sie dämpfen 10 minuten. danach gebe ich den lauch dazu, denn der muss 20 minuten, die kartoffeln aber 30 minuten garen. (selbstverständlich können wir den lauch und die kartoffeln auch kochen - nur verliert das gemüse dann viel an vitaminen und geschmack!)

zum schluss zerlasse ich in einem topf ein wenig butter - sie sollte dunkel-gelb werden, aber natürlich nicht anbrennen!

lauch und kartoffeln werden auf dem teller angerichtet. ich reibe muskat darüber und giesse zum schluss die gebräunte butter über alles! salzen sollte am tisch jeder so, wie er möchte ...

die vegetarier unter uns können jetzt essen. alle anderen wählen als beilage gekochten oder rohen schinken. hat jemand "frischer parmesan" gerufen? na, gut! den reiben wir zu guter letzt auch noch über das gemüse.

guten appetit!


19.02.2004

in eigener sache: ich habe damit begonnen, meine reise nach libanon, syrien und jordanien, die ich im september unternehmen werde, inhaltlich aufzubereiten und auf meine homepage zu stellen. anhand des verlaufs der reise, den ich zum besseren verständnis und hoffentlich zur freude aller mitlesenden geografen auf einer landkarte skizziert habe (nicht meine eigene!), gibt es zu den einzelnen zielen kurze informationen. neugierig? dann klicke auf den jupitertempel von baalbek!



***

warum habe ich mein literaturarchiv, das ich gestern vorstellte, „eine kleine babel-bibliothek“ genannt?
jorge luis borges, der grosse argentinische dichter, 1899 geboren und 1986 gestorben, hat eine erzählung mit dem titel „die bibliothek von babel“ verfasst.



sie ist mysteriös und manchmal dunkel, schwer verständlich, fast hermetisch - und doch ein zentraler text zur literatur des 20. jahrhunderts, nur zu vergleichen mit der prosa von franz kafka.

es geht um die beschreibung einer ungeheuer grossen bibliothek mit tausenden von sechseckigen räumen, von denen keiner weiss, ob sie endlich oder unendlich sind. ihre nicht zu zählenden bücher variieren immer nur die 26 buchstaben des lateinischen alphabets, tun dies aber in schier endloser weise.

die idee: buchstaben müssen nur in genügend grosser anzahl und ohne wiederholungen aneinander gefügt und variiert werden, bis sie schliesslich den wortlaut sämtlicher geschriebenen und noch zu schreibenden bücher wiedergeben. alle erfindungen, alle wahrheiten, aber auch ihre widerlegungen müssten in dieser unendlichen - aber schliesslich doch endlichen bibliothek zu finden sein.

ich habe die erzählung augenzwinkernd-leitmotivisch meinem „literaturachiv“ voran gestellt. dort ist sie vollständig nachzulesen.

wer sich eingehender über jorge luis borges informieren möchte, der auch grossartige gedichte geschrieben hat, ...

Grenzen

Es gibt eine Zeile von Verlaine, an die ich mich nicht erinnern werde,
es gibt eine Straße in der Nähe, die meinen Schritten verboten ist,
es gibt einen Spiegel, der mich zum letzten Mal gesehen hat,
es gibt eine Tür, die ich bis zum Ende der Welt geschlossen habe.
Unter den Büchern meiner Bibliothek (ich schaue sie an)
gibt es eines, das ich nie öffnen werde.
Diesen Sommer werde ich fünfzig;
der Tod nutzt mich ab, unaufhörlich.


... dem sei diese homepage empfohlen, die nicht nur über borges, sondern auch umfassend über argentinien informiert. einige weiterführende links sind leider nicht mehr gültig oder führen auf spanisch verfasste seiten.


klick!


18.02.2004

die soap-opera geht weiter: sonntags bleibe isch im bett - und monika auf diät!

die weltweite globalisierung der märkte ist einerseits eine chance, birgt aber auch risiken - zumal für die schwellenländer und staaten der dritten welt. sie fürchten um ihre nationale identität und hegen den verdacht, dass einige wenige staaten, wie die usa, die märkte unter sich aufteilen. unter diesem aspekt gewinnt auch der irak-krieg der amerikaner eine völlig andere und neue dimension.

kadhim a. habib hat einen aufsatz verfasst, der die ängste und befürchtungen der arabischen welt vor der globalisierung unter den verschiedensten aspekten zusammen fasst. bei dieser gelegenheit habe ich auf meiner homepage ein literaturarchiv eingerichtet: "die kleine babel-bibliothek".

dorthin werde ich in zukunft artikel, aufsätze und essays kopieren, von denen ich meine, dass sie es wert sind, aufbewahrt zu werden.

:o) **an einigen ländern scheint die "globalisierung" fast spurlos vorbei zu gehen** :o)
sie bewahren sich ihre eigenart auf höchst vergnügliche weise. mit einem *klick* auf den globus
kann sich jeder davon überzeugen.




und hier ist mein  LITERATUR-ARCHIV (klick!) mit dem glänzend geschriebenen essay von kadhim a. habib: "globalisierung und die ängste der arabischen welt". dazu noch ein älterer, sehr lesenswerter artikel von francis ghiles: "marokko - die modernisierung kommt nicht voran!"


17.02.2204


sagte ich es schon? ach, ja! ich sagte es bereits: eine soap-opera geht immer weiter! 8. folge!

früher galt er als delikatesse und wurde zu hohen und höchsten festtagen verzehrt. heute ist er zu einem beliebigen nahrungsmittel geworden. die rede ist vom - inzwischen so genannten - „huhn des meeres“, dem lachs.



norwegen ist eines der länder, das in den letzten 20 jahren grosse summen in das „lachsfarming“ investiert hat. die lachse werden dort wie anderswo in grossen meeresgehegen gezüchtet. seit 1987 hat sich die zucht verfünftfacht.

doch damit beginnt das problem: die fische sind anfällig gegenüber infektionskrankheiten und der gefürchteten „lachslaus“. daher werden den gehegen unglaubliche mengen antibiotika zugesetzt, das schliesslich ins offene meer gespült wird und flora und fauna bedroht.


eine lachsfarm in norwegen, copyright:
http://norwegen-insiderinfo.com

zudem finden sehr viele lachse einen weg aus den gehegen und schliessen sich den freilebenden lachsschwärmen an. nicht nur, dass bei dieser gelegenheit die lachslaus weiter verbreitet wird, die zuchtlachse gefährden mit ihrem minderwertigen, auf fleischzuwachs getrimmten erbgut die wild lebenden artgenossen.

in einigen flüssen schottlands sind die wildlachsbestände bereits vollständig ausgerottet. in norwegen beträgt der anteil von zuchtlachsen in den flüssen schon bis zu 80 prozent des gesamten lachsvorkommens.

inzwischen bemüht man sich, durch reduzierung des bestands in den gehegen die infektionsanfälligkeit der fische zu verringern. es muss seitdem auch weniger antibiotika eingesetzt werden.

dennoch bleibt die gefährdung der lachse immens. hier - wie überall - liegt es nicht zuletzt in der verantwortung der verbraucher, dass das ökologische gleichgewicht nicht noch weiter gestört - sondern möglichst wieder hergestellt wird. vielleicht ist es aber, was den lachs betrifft, dafür schon zu spät.

also: finger weg vom billig angebotenen zuchtlachs!

das foto oben zeigt eine lachsfarm in norwegen. ich habe es von einer homepage genommen, die viele allgemeine informationen über norwegen und grossartige fotos bereit hält (klick!).



16.02.2004

jan cramer fährt fahrrad - nichts besonderes also! wenn er sich nur nicht immer diese wahnsinnstouren ausdenken würde! gerade ist er wieder in marokko unterwegs und strampelt mit seinem fahrrad von agadir nach tan-tan oder sonst wohin!

ja, wohin eigentlich!



... also von agadir direkt in die wüste! (oder doch fast) und immer weiter hinein - allein!

er fährt auf dem fahrrad bergauf (meistens!) und bergab (manchmal!). er schläft unter arganienbäumen, viel öfter aber in der wüste. es kommt schon vor, dass sich jemand zu ihm gesellt und ihn für kurze zeit begleitet. aber dann ist jan wieder allein - mit seinem fahrrad und der wüste! ich habe ihn einmal gefragt, was er zu sich nimmt, wenn er unterwegs ist. "nur aus deutschland mitgebrachte spaghettis!" antwortete er. "aber am ende der reise: eine tajine!" recht hat er! denn nichts wäre schlimmer, als auf der reise etwas falsches zu essen und krank zu werden. das darf man nicht, wenn man allein durch marokko radelt!

ganz schön mutig, dieser jan! und sparsam! wer auf seiner homepage nachliest, was er auf seinen reisen ausgibt, wird staunen: nur einige wenige dirham für wasser und die tajine am ende der reise. alles andere war schon immer umsonst: die berge, die wüsten, der himmel und die einsamkeit!

wer mehr wissen will - und es gibt viel zu entdecken! - hier ist jans homepage (klick!):



15.02.2004
TUNESIEN
gewinnt im endspiel gegen marokko 2 :1
herzlichen glückwunsch!
man mag mir verzeihen, dass mein herz 90 minuten (und einige wenige mehr!) für marokko schlug!


klicke aufs logo für alle ergebnisse
und berichte aus tunis!


***
die diesjährige auszeichnung World Press Photo 2003 ging an den franzosen jean-marc bouju.



für die jury ist das bild, das einen irakischen kriegsgefangenen und dessen sohn zeigt, "eine botschaft der hoffnung". amerikanische soldaten hatten dem iraker die handfesseln abgenommen, damit er seinen verängstigten sohn trösten konnte.

***
nicht nur dieses bild zeigt die schrecken des krieges.

das britische nationalarchiv hat jetzt über fünf millionen luftaufnahmen aus dem zweiten weltkrieg freigegeben, die von der deutschen und alliierten luftaufklärung stammen. sie zeigen unter anderem in bisher nie gesehener weise die zerstörung deutscher städte.

die bilder, von denen aktuell erst wenige auf der seite stehen, sollen von einem differenzierten suchsystem begleitet werden, mit dem sich nach eingabe von städtenamen, stadtteilen, ja selbst strassennamen die entsprechenden aufnahmen im bestand finden lassen.

der luftkrieg ist keine englische oder amerikanische erfindung. london und coventry hatten viel früher als die deutschen städte unter den verheerenden bomben zu leiden, die von der deutschen luftwaffe über england abgeworfen wurden.

allerdings sind die massiven angriffe der alliierten auf hamburg, köln, dresden, berlin und andere deutsche städte beispiellos in der geschichte. am ende des krieges wurden sie tag und nacht geflogen und sollten neben militärisch wichtigen anlagen vor allem die zivilbevölkerung treffen.

ich nenne das „terror“.


das zerstörte köln
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(auszug aus dem copyright)

ich hätte zu dem bild des zerbombten köln auch die luftaufnahme vom konzentrationslager auschwitz stellen können. aber ich denke, dieses bild sollte als erschütterndes dokument im kontext der aufnahmen des britischen nationalarchivs bleiben.

es mag sein, dass die bilder, die jetzt im internet veröffentlicht werden, wunden wieder aufreissen und ressentiments schüren. aber es hat keinen sinn, den schrecken des krieges zu verkleinern und um ganze dimensionen zu verkürzen.

das archiv war bis heute nur wenigen zugänglich. die aufnahmen dienten dazu, blindgänger aufzufinden, denn man schätzt, dass 10 millionen bomben im zweiten weltkrieg über europa abgeworfen wurden. jetzt aber wächst den bildern eine neue dimension zu: sie sind authentische dokumente, die von den dunkelsten jahren in europa berichten.

hier ist die englische homepage. da sie sehr viele zugriffe hat, kann es sein, dass sie nicht immer geöffnet
werden kann!

http://www.evidenceincamera.co.uk/
                      



14.02.2004

das schaffermahl ist weit über die grenzen bremens hinaus bekannt. die bremer sind sogar überzeugt, dass man auf den fidschi-inseln freudig die fahne hisst, wenn im februar in der oberen halle des bremer rathauses gefeiert wird.

obwohl ich in bremen zu hause bin, hat mich das schaffermahl nie besonderes interessiert. aber einige gedanken habe ich mir über das älteste brudermahl der welt doch gemacht:
bremen ist ja zu und zu schön!

seit 500 jahren laden die mitglieder des „hauses seefahrt“, - eine gemeinnützige stiftung, die altgediente seefahrer und deren angehörige finanziell unterstützt -,  zum brudermahl ins rathaus ein, wobei im laufe der jahrhunderte immer einmal neue gastgeber zu tisch bitten, - sonst wird es den gästen zu langweilig!

in früheren zeiten war es sitte und schöner brauch, dass sich die reeder, kaufleute und kapitäne am ende des winters ein letztes mal trafen, um ordentlich zu feiern.



die reeder freuten sich, dass ihre seelenverkäufer wieder geld in die kassen brachten, die kaufleute rieben sich die hände, weil sie ihrem namen „pfeffersäcke“ erneut ehre machen konnten, und die kapitäne frohlockten, weil sie endlich ma-pi und lu-li, ihre kleinen freundinnen in übersee wieder sahen.

nach einem langen winter war das eis auf der weser endlich geschmolzen und die schiffe lagen, frisch gestrichen und getakelt, zum auslaufen in die nordsee bereit.

dies änderte sich erst, als ende des 19. jahrhunderts die weser vertieft wurde. seitdem war der fluss das ganze jahr hindurch befahrbar, was die kinder traurig stimmte: konnte man doch in früheren zeiten auf der weser so schön schlittschuh laufen. aber - kinder werden nicht gefragt!

nur die erwachsenen, die zu dieser zeit das schaffermahl längst zu einem gesellschaftlichen grossereignis gemacht hatten. jeweils drei gewählte schaffer laden ein und finanzieren bei dieser gelegenheit das festessen, bei dem sich handel, schiffahrt, industrie und politik zum gedanken-austausch trifft, oder (schlichter gesagt!) ganz unfein bei vollem mund miteinander spricht.

womit auch geklärt ist, warum den drei schaffern nichts zu teuer ist. sie essen und reden - alle mit jedem über geschäfte, - und eine hand wäscht bekanntlich die andere, - wenn es für einen guten zweck ist, sogar mit parfümierter seife.

an diesem ältesten brudermahl der welt nehmen 100 kaufmännische mitglieder, 100 seemännische mitglieder vom „haus seefahrt“ und 100 auswärtige gäste teil, die nach den überlieferten regeln nur einmal in ihrem leben dabei sein dürfen. den einen wird es freuen, der andere mag es bedauern - das kommt ganz darauf an, welche art geschäfte er in bremen tätigen will.

einen tipp hätte ich vielleicht für die herren parat: zur zeit werden die deutschen werften von der europäischen union sehr grosszügig finanziell unterstützt!



was eigentlich gibt es bei dieser gelegenheit zu essen?

bremer hühnersuppe, seefahrtsbier, stockfisch, senfsauce, salzkartoffeln, braunkohl, pinkel, rauchfleisch, maronen,  bratkartoffeln, kalbsbraten, selleriesalat, katharinen-pflaumen, gedämpfte äpfel, rigaer butt, sardellen, wurst, zunge, chester- und rahmkäse, früchte ...

ein üppiges essen, das, zu spät eingenommen, für magengrimmen sorgt, aber eben traditionell bremisch ist, wobei die gäste hoffentlich nicht auf der karte lesen, wovon sie gerade naschen: die pinkelwurst isst man nämlich besser ohne zu wissen, was man sich gerade in den mund steckt!

zum abschluss werden weisse tonpfeifen mit feinsten tabaken gereicht, wobei auch der eine oder andere herrenwitz gestattet ist, - denn damen hatten noch nie zutritt zu dieser feier. umrahmt wird das festessen von zahlreichen reden auf bremen, wobei es die höflichkeit gebietet, nur gutes bis überschwängliches über die stadt zu sagen. so gesehen, dürfte das schaffermahl ruhig jeden monat stattfinden.

in diesem jahr war bundespräsident johannes rau dabei, dem zumindest der stockfisch nicht fremd ist, verbringt er doch seine urlaube ausschliesslich in ostfriesland. und da ist fisch jeglicher art ja zu hause!

die besuche der bundespräsidenten sind inzwischen tradition. jeder von ihnen nahm schon am schaffermahl teil. es möge gott neptun verhüten, dass der nächste bundespräsident eine frau wird! über einen katzentisch verfügt das „haus seefahrt“ nämlich nicht.

das 460. schaffermahl wurde am 13. februar gefeiert. die herren fühlten sich wohl.

p.s.  was ist denn das? in diesem jahr, so wird soeben gemeldet, war zum ersten mal eine frau dabei. es wurde allerdings nicht mitgeteilt, ob sie mit am grossen tisch sitzen durfte. immerhin: die weitsicht der bremer im hinblick auf die bundespräsidentenwahl im mai ist zu bewundern!
von bremen und den schaffern!


13.02.2004

der "african cup of nations 2004" (siehe meine notiz vom 4. februar!) geht am samstag zu ende. im finale stehen marokko und tunesien. sollte marokko gewinnen, wäre ich gern in marrakech. mein vorstellungsvermögen reicht nämlich nicht, mir auszumalen, was sich dort im falle eines gewinns abspielen wird.



aber eines weiss ich: der jemma el fnaa steht kopf! also drücken wir marokko fest die daumen! für den:
african cup of nations 2004!


***
vor einiger zeit habe ich hier auf die dokumentation „sternflüstern“ hingewiesen, die vom zweiten deutschen fernsehen produziert wurde. (siehe meine notiz aus dem januar!)

zwei familien aus deutschland hatten sich bereit erklärt, den winter auf einer insel im baikalsee zu verbringen - unter exakt den bedingungen, wie die einheimischen dort leben.



ich war nicht überrascht, wie schnell sich die familien mit ihren teils noch kleinen kindern in sibirien zurecht fanden, -  denn vom ersten tag an trafen sie auf die neugier und hilfsbereitschaft der einheimischen, die ihnen das leben, wo es ging, erleichterten.

wenn die kuh gemolken, das haus winterfest, ein lamm geschlachtet werden musste, - oder wenn sie sich einige rubel hinzu verdienen mussten: immer trafen die deutschen auf menschen in dem kleinen ort am baikalsee, die ihnen mit viel hilfe entgegen kamen und sie mit ihren sorgen nicht allein liessen.

der vierteilige film, der jetzt zu ende gegangen ist, wurde, je länger die beiden deutschen familien in sibirien lebten, immer mehr zu einem dokument der freundlichkeit, warmherzigkeit und hilfsbereitschaft der russen.

unvergessen wird mir MISCHA bleiben, ein 70-jähriger russe, der seinen vater im krieg gegen die deutschen verlor und daher allen grund hat, skeptisch gegenüber den deutschen zu sein, die sich als nachbarn in einem der holzhäuser in seinem dorf einrichteten.

aber schon nach wenigen begegnungen mit den deutschen schwand sein alter groll. an seine stelle trat verzeihende sympathie.

als die deutschen familien nach einem langen winter, der voller schwierigkeiten und entbehrungen war, aufbrechen, um nach deutschland zurück zu kehren, haben sie freunde in sibirien gefunden - menschen, die fortan mit grosser anhänglichkeit und liebe an sie denken werden.

der film vermittelte tiefe einblicke in das leben der menschen in sibirien - das voller mühsal und manchmal bitterster armut ist. er machte das fremde verständlich und lenkte unseren blick am ende fort von den alltäglichen sorgen der deutschen familien, um den menschen am baikal-see ein anrührendes und unvergessliches denkmal zu setzen.  

nicht sie waren kulisse für das leben der deutschen familien (wie es vielleicht in der zdf-redaktion ursprünglich gedacht und geplant war!) - es waren die deutschen, die mehr und mehr in den hintergrund traten, und ihren gastgebern liessen, was ihnen zusteht: die hauptrollen!

... hauptrollen in einem film über kälte, entbehrungen und verzicht - und was dagegen hilft:

menschliche wärme, hilfsbereitschaft und freundschaft.


12.02.2004


zuerst ein blick auf die "deutschen apostrophen - katastrophen". hier hat man sie gesammelt und dreissig fotos der seltsamsten verirrungen ins netz gestellt:


(klick´st dich rei´n, oder läss´t es sei´n!)

***
und nun zu den heutigen notizen:

die fotografischen arbeiten des 1956 in ludwigshafen geborenen wolfgang zurborn lohnen nicht nur einen blick. seine fotoserie "menschenbilder - bildermenschen", für die er den Otto-Steinert-Preis erhielt, zeigen begegnungen, wie wir sie täglich erleben: momente, gesichter, gesten ... flüchtig wahrgenommen und im fluss des vorübergleitens schon wieder vergessen.

wolfgang zurborn hält sie fest und macht sie erinnerbar. seine kamera ist ein distanzierter beobachter, ein flaneur, der rasche blicke in eine welt wirft, die zwar offen scheint, aber verschlossen ist, - weil  sie den blick hinter die menschen, ihre ziele und beziehungen verwehrt. alles bleibt äusseres und kulisse, überdeutlich und hart kontrastiert. der alltag verdichtet sich in zurborns bildern zu einer kette von befremdlichen zufälligkeiten ...



copyright: wolfgang zurborn

die "Deutsche Gesellschaft für Photographie ev." widmet wolfgang zurborn zwei portfolios auf ihrer homepage (zu erreichen mit einem "klick" auf das foto).

***

zu guter letzt: es passiert mir gott sei dank nicht jeden tag, dass ich noch morgens um drei uhr vor meinem computer sitze. gestern aber war es so. es dauert eben, um 200 minuten (und mehr!) ARAB-POP aus dem internet herunterzuladen.


BEST MIX MUSIC sollte auf dieser homepage die erste wahl sein (klicke aufs banner!)


11.02.2004

Francois Villon
   
Das kleine Testament

Was bleibt mir sonst denn noch zu tun,
als abzureisen Knall und Fall,
vielleicht erblüht mir bald ein neues Huhn
in einem abgelegenen Bauernstall,
vielleicht auch reise ich mit einem Ruderboot
nach dem gelobten Lande Samarkand
nähr mich von Affen- und Johannisbrot
und werde zwischendurch auch Elefant.
 

*vom reisen*

das reisen ist kein sich fortbewegen von hier nach da! das reisen ist auch kein wegfahren,
ankommen und zurückkehren. das reisen kennt kein ziel, nur einige wege dorthin - manchmal!


wer auf reisen geht, sollte sich ein haus gebaut haben, das er unter der schädeldecke -
besser aber noch: unter dem herzen! - mit sich trägt,  
jederszeit bereit, es zu verlassen, bei sturm genauso wie bei regen.


die fenster in den sonnenschein zu öffnen, ist einfach.
sie in gewittern offen zu halten, aber eine frage des vertrauens.


unsere reisen folgen den unsichtbaren spuren unseres lebens,
den landkarten der seele, der topographie der hoffnung.


reisen ist unterwegs sein - und wissen, nicht anzukommen,
heisst geduldig, neugierig, furchtlos sein, was nicht bedeutet: ohne angst!

reisen will alle begegnungen in die schatztruhe unserer erinnerung legen
,
aber nicht den schweren deckel schliessen, sondern jeden sonnenaufgang,
jedes nächtliche gespräch, den wind der meere und alle musik
in den ozeanen unseres nie frohen herzens versenken.


ein reisender ist selten froh, denn die abzweige nach irgendwo sind zahlreicher
als die wege, die er schliesslich geht.
er ist sich stets bewusst, dass er für den einen weg unzählige andere vergessen muss.
doch es kann sein, dass dieser eine weg am ende allen ähnlich ist -
 wenn auch nie gleich!


***

die gedanken kamen mir in diesen tagen, als ich eine homepage kennen lernte, die  über die *metaphysik des reisens* berichtet. man kann es aber auch viel schlichter sagen:

"Wir wollen mit unseren Geschichten und Texten unterhalten, anregen, sensiblisieren und eine Plattform jenen bieten, die ihre inneren und äußeren "Reise"-erlebnisse im weitesten Sinne austauschen wollen".



mit einem klick aufs bild zur
homepage "kunst des reisens"!

 


10.02.2004

eine soap-opera geht immer weiter! wer einen sinn für albernheiten hat - und von nichts anderem handelt die soap-opera - kann hier die neueste folge lesen: isch weiss nich, wo mich mein kopf steht!

***
warum essen die deutschen nur so viele kartoffeln? weil sie schmecken! allerdings sollten sie aus biologischem anbau stammen - sonst könnte es sein, dass sie so langweilig sind, wie ihr ruf zuweilen ist.

kartoffeln kann man auf vielerlei weise zubereiten. als faustregel für die kartoffel gilt: sie muss 30 minuten kochen, um gar zu werden.

mein rezept ist als beilage gedacht. aber "kartoffelplätzchen" - und darum geht es - schmecken auch ohne begleitung gut.

als erstes koche ich kartoffeln in ihrer schale. sie sind nach einer halben stunde gar. jetzt sollten sie unter kaltem wasser kurz abgeschreckt werden, damit sich ihre schale besser löst. ich gebe die abgepellten kartoffeln in eine schüssel und zermuse sie sehr fein. als nächstes kommen klein gewürfelte zwiebeln dazu. jetzt noch ein frisches aufgeschlagenes ei in den kartoffelteig einarbeiten und das ganze mit mehl bestäuben. zum schluss würze ich die kartoffelmasse mit salz (nicht zu knapp!), pfeffer und muskat. wer die "kartoffelplätzchen" als eigenständige mahlzeit zubereiten will, gibt auch fein gewürfelten räucherspeck dazu. zum schluss wird der teig noch einmal kräftig durchgeknetet.

in einer pfanne erhitze ich reichlich neutrales öl (aber bitte nicht zu stark!). den kartoffelteig forme ich zu kleinen plätzchen und brate sie im öl sachte aus. die plätzchen sollten deshalb klein sein, damit wir sie mit einem pfannenheber bequem wenden können - sie sollen ja auf beiden seiten goldgelb werden.

die fertig ausgebackenen "kartoffelplätzchen" breite ich auf küchenpapier aus, damit sie ihr überschüssiges fett verlieren. ja, und dann kann eigentlich gegessen werden.

p.s. die kartoffelplätzchen können übrigens nach lust und laune variiert werden. mit paprika, cayenne, curry, und, und, und ... gewürzt, passen sich jeder noch so ausgefallenen mahlzeit an.



guten appetit!

9.02.2004

wer arabische musik mag, wird sich über diese homegage freuen. sie listet die *top 25*. das schönste: alle lieder lassen sich mit dem *real-player* in voller länge anhören! es wird noch viel mehr geboten: die *top 10* marokkos, der versand musikalischer grusskarten ... klicke für die homepage einfach auf das cheb mami-cover!


du hast noch keinen *real-player*?
HIER IST ER!

***
heute sind sie fast vergessen: die sammelbilder der jahrhundertwende - von stollwerck, liebig oder palmin. aber unsere eltern besassen sie noch und tauschten sie untereinander. diese ursprünglich lithografierten reklamebilder erzielen inzwischen hohe preise, weil es nicht einfach ist, komplette serien zu finden.

der maler ernst vollbehr hat für palmin eine serie entworfen und gestaltet.

   


aber eigentlich war vollbehr kunstmaler und brachte tausende von gemälden und skizzen von seinen reisen mit, die ihn nicht nur nach afrika, indien und amerika führten.

der 1876 in kiel geborene vollbehr, - heute so gut wie vergessen -, gehört in die zeit, als deutschland kolonialreich war. seine arbeit ist nur vor dem hintergrund zu verstehen, dass damals die fotografie noch in den kinderschuhen steckte und die farbfotografie noch gar nicht erfunden war.


blühende akazien in daressalam

vollbehr wollte exakt das malen, was er sah. er verstand sich als zeitzeuge und bemühte sich um ein realistisches bild dessen, was er vorfand. seine bilder waren in der ersten hälfte des vergangenen jahrhunderts sehr beliebt - nicht zuletzt zur illustration von geographischen und ethnographischen büchern.

im 1. weltkrieg war er an der front und skizzierte vom zeppelin und fesselballon aus die mörderischen schlachten.
weit aus mehr bekannt sind seine bilder vom bau der ersten autobahnen in deutschland. hier heroisiert und glorifiziert er nicht, sondern konzentriert sich auf die wiedergabe des tatsächlichen.


bauabschnitt münchen-salzburg, 1934.
pfeiler und ostwärtiges brückenauflager der mangfallbrücke.

im 2. weltkrieg skizzierte und malte er bis zu seiner erkrankung im jahre 1943. allerdings war seine kunst zum anachronismus geworden, denn inzwischen beherrschten die fotografie und der film die propaganda-maschinerie. auch vollbehr liess sich darin einspannen. seine bilder des krieges sind zwar keine idyllen - wie sollten sie
auch? -, blenden aber terror, not und schrecken konsequent aus.


blick über die narvikbucht.
(1942, norwegen)


spätesten hier muss sich das werk ernst vollbehrs kritik gefallen lassen. ähnlich wie leni riefenstahl gibt er vor, in seinen bildern nur das gesehene und tatsächliche zu beschreiben. aber auch dieser blickwinkel ist „ideologisch“, weil die widersprüche und wahrheiten hinter den bildern verschwiegen werden. das trifft für seine bilder aus den weltkriegen, aber auch für die aus den kolonien zu. (ich erinnere an die neue debatte über"wiedergutmachungen" in den ehemals deutschen kolonien ost- und süd-westafrikas!)

so wird verständlich, warum ernst vollbehr in der 50er jahren fast vergessen wurde. der schrecken und der terror hatten seine bunten bilder überrollt und obsolet gemacht. deswegen wollte auch kein westdeutsches museum seine bilder übernehmen, als er sie 1955 anbot. erst das geographische museum in leipzig griff zu. dort befindet sich seitdem sein ouvre, das typisch für die zeit ist und die haltungen und einstellungen einer ganzen generation widerspiegelt: im grunde naiv, sehr vordergründig und unreflektiert - eine „heile welt“ in einer vorwiegend schrecklichen zeit.



ernst vollbehr ist 1960 in österreich gestorben.

wer mehr wissen möchte, - hier eine homepage, von der auch die bilder entnommen wurden:
der maler ernst vollbehr!



8.02.2004

zwei bemerkungen zuvor:

kann mir jemand erklären, seit wann ein neuer parteivorsitzender der spd von oben bestimmt - und nicht von der parteibasis gewählt wird?


und dann noch:

ich wünsche uns allen einen friedlichen und menschenfreundlichen islam - eine religion, die gott zu jeder zeit nahe stand, genauso wie die religionen der christen und juden! ich denke immer noch, dass der islam eine religion der herzen ist - und nicht der waffen! deswegen dieses lied der zuversicht!

und jetzt zu meiner notiz:

ein wenig erstaunt war ich schon, als ich das gedicht von bert brecht las. in schulbüchern ist es ganz bestimmt nicht abgedruckt, allerdings findet es sich - wie sollte es auch anders sein - in dem gedichtband  „lieder der liebe“  bei suhrkamp.


ganz spontan datierte ich das gedicht auf ca. 1916 - also die gymnasialzeit brechts in augsburg. seine frühen verse sind allesamt trunkene, exzessive lieder, mit denen er die schlichten bürger seiner vaterstadt gehörig verschreckte.

„Die Volksschule langweilte mich vier Jahre. Während meines neunjährigen Eingewecktseins an einem Augsburger Realgymnasium gelang es mir nicht, meine Lehrer wesentlich zu fördern. Mein Sinn für Muße und Unabhängigkeit wurde von ihnen unermüdlich hervorgehoben. (Brecht an Ihering, 1922)

um so erstaunter war ich, als ich erfuhr, wann brecht das gedicht wirklich geschrieben hat: 1948! - also nach rückkehr aus amerika und noch bevor er 1949 - von der schweiz aus - nach ost-berlin ging.

Über die Verführung von Engeln

Engel verführt man gar nicht oder schnell.
Verzieh ihn einfach in den Hauseingang
Steck ihm die Zunge in den Mund und lang
Ihm untern Rock, bis er sich naß macht, stell
Ihn das Gesicht zur Wand, heb ihm den Rock
Und fick ihn. Stöhnt er irgendwie beklommen
Dann halt ihn fest und laß ihn zweimal kommen
Sonst hat er dir am Ende einen Schock.

Ermahn ihn, daß er gut den Hintern schwenkt
Heiß ihn dir ruhig an die Hoden fassen
Sag ihm, er darf sich furchtlos fallen lassen
Dieweil er zwischen Erd und Himmel hängt -

Doch schau ihm nicht beim Ficken ins Gesicht
Und seine Flügel, Mensch, zerdrück sie nicht.

ich bedauere es nicht, dieses gedicht bis heute nicht gekannt zu haben. es gehört nicht zu den guten und ganz gewiss nicht zu den besten von bertolt brecht. aber vielleicht wollte er mit diesem gedicht an seine frühe lyrik anknüpfen, - und das in einer zeit, als die alten bindungen (amerika) schon aufgegeben und die neuen (ost-berlin) noch nicht geknüpft waren. ein nicht einfaches biografisches zwischenspiel und als flüchtiger zustand seiner jugendzeit in augsburg sehr ähnlich.


7.02.2004


vor einigen tagen habe ich eine e-mail von ernst aus dem schwarzwald bekommen.



er hatte meine homepage zufällig im netz entdeckt und wollte mir sagen, dass sie ihm gefällt. bei dieser gelegenheit nannte er auch die adresse seiner eigenen homepage, machte mich aber gleich darauf aufmerksam, dass es dort nicht nur um seine hobbies geht, sondern vor allem um seine erkrankung - und wie er versucht, damit zu leben.

ernst hatte kehlkopfkrebs und wurde operiert.

nun ist es im internet nicht anders wie sonst auch. wir wissen oft nicht, wie wir behinderten begegnen sollen. ist es besser, die krankheit zu übersehen - also so zu tun, als wäre sie nicht vorhanden? oder erwartet der behinderte, dass wir uns mit seiner krankheit auseinander setzen und danach fragen?

ich habe mich schon immer für das fragen entschieden!

ernst ist 1997 erkrankt. aber schon 1965 stellten die ärzte bei ihm einen tumor im unterkiefer fest, der operativ entfernt werden musste. seitdem trägt er eine prothese.

wie unkompliziert regine, seine frau, damit umgeht, zeigt die schilderung von ihrer ersten begegnung mit ernst:

„Es war an Fasnacht, und er war so gut als Clown verkleidet, dass man nur seine Augen erkennen konnte. Wir haben uns prima unterhalten, und so kam es, dass ich ihn alsbald in "Zivil" kennen lernte. Ich habe ihn aber immer als ganzen Menschen gesehen, nie sein Gesicht gesondert“.

die diagnose der neuen krankheit war für beide ein schock. aber nach der kehlkopfoperation kehrten langsam die kräfte zurück. ernst treibt inzwischen sport, - er schwimmt, joggt und fährt mit einem freund, den er in einer reha-klinik kennengelernt hat, leidenschaftlich gern ski.




daneben ist er in der selbsthilfe für kehlkopf-erkrankte tätig und hat - zusammen mit seiner frau regine - ein ganz neues hobby entdeckt: das reisen.

„Von der Rente könnte ich das alles nicht bezahlen, also muss ich was tun. Ich fahre für einen Bäcker Brot und Brötchen aus, damit kann ich nun meine Hobbys bezahlen.“

inzwischen haben die beiden sri lanka und kenia besucht und vielleicht hat ernst meine homepage auch deswegen gefunden, weil er im internet auf der suche nach neuen reisezielen war.

seine homepage macht allen mut, die schwer erkrankt sind und nach hilfe suchen. deswegen findet man dort auch eine grosse zahl von links zu institutionen und selbsthilfegruppen. das garantiert eine umfassende information.

und noch eines: es gibt eine spezielle sprache für kehlkopf-erkrankte, um sich nach der operation mit ihrer umwelt zu verständigen. ernst konnte sie nicht erlernen. auch darüber spricht er auf seiner homepage.

„Durch die vielen Operationen am Unterkiefer ist alles am Hals sehr eng geworden. Ich sage immer, es wird soviel Mist in der Welt geredet, dann brauche ich schon nicht mehr meinen eigenen Senf dazu geben, und das ist gut so.“

deshalb ist das internet ein fast ideales medium zur verständigung für menschen wie ernst, denn es erlaubt die kommunikation jenseits des gesprochenen wortes.


alles gute, ernst und regine!
mit einem klick aufs bild geht es zu eurer homepage!


6.02.2004

meine homepage hat seit heute eine soap-opera: "monika und isch"!

jedes jahr - immer mitte februar - sitze ich in meiner wohnung, sehe wahlweise in den nieselregen oder den schnee, der nicht mehr liegen bleibt, und denke: ist denn der winter immer noch nicht vorbei? zwar bemerke ich, dass die tage vorsichtig länger werden, - aber vom frühling keine spur, wenn ich einmal von den ersten märzbechern absehe, die schon hier und da in den gärten spriessen ...



... ich möchte am liebsten meine koffer packen, mich in ein flugzeug setzen und dorthin fliegen, wo es warm und sonnig ist - nach marokko zum beispiel. einige male habe ich den februar in agadir verbracht. und seltsam: sobald ich dort war, konnte ich mir gar nicht mehr vorstellen, was für ein trübes wetter zur selben zeit in deutschland herrschte.

also schliesse ich an diesem regnerisch-trüben februartag die augen, versetze mich in gedanken auf die sonnenbeschienene terrasse des kleinen hotels "marhaba" in agadir, bestelle eine limonade, strecke die beine aus und lasse mir die grosse sonne marokkos ins gesicht scheinen. es gehört eigentlich wenig dazu, auch im februar zufrieden zu sein - wir brauchen nur ein wenig fantasie!



5.02.2004


reisen bedeutet heute: urlaub und abschalten vom alltag! berge, sonne, strand, meer ...vielleicht ein wenig kultur!



noch vor 100 jahren verstand man das reisen ganz anders. wir müssen nur einmal in den alten reiseführern von baedeker blättern. kein wohlhabender engländer, der nicht seine obligatorische "rhein-reise" unternahm. italien wurde unter kunsthistorischem blickwinkel bereist und nach griechenland fuhr man, um die „wiege der abendländischen kultur“ kennen zu lernen ...

doch das reisen war nicht immer ganz freiwillig! um die jahrhundertwende reisten unzählige auswanderer nach amerika, um dort ein neues leben zu finden. die dokumente der auswanderungsbehörden verraten, dass ein nicht geringer teil von ihnen enttäuscht und komplett verarmt nach europa zurück kehrte.

in den 30er jahren mussten die juden europa verlassen, wenn sie nicht gefahr laufen wollten, ermordet zu werden. ihre reisen wurden nur allzu oft zu verzweifelten irrfahrten.

im 19. jahrhundert machten sich handwerker auf reisen. sie verliessen ihre heimat, weil sie kein auskommen mehr fanden, - was die bürgerliche gesellschaft romantisch als "auf der walz" verklärte.

schon die mittelalterlichen strassen waren verstopft mit reisenden: händlern, vagabunden, gauklern, mönchen, priestern, pilgern, päpstlichen, kaiserlichen und fürstlichen gesandten, soldaten ...

dazu gehörten korrupte zollstationen, verlauste wirtshäuser, aufgeweichte wege, schwindelnde bergpässe, morsche brücken, unpassierbare furten, freche wegelagerer, skrupellose räuber ...

auf der seidenstrasse reisten hochbeladene karawanen, über die meere fuhren dickbauchige handelsschiffe. menschen bahnten sich einen weg zu den quellen des nils, erforschten das innerste afrikas, durchwanderten das ewige eis der pole und bezwangen die gletscher und felsen des mount everest.

es scheint, dass den menschen, - obwohl längst sesshaft geworden -, zu allen zeiten ein gehöriges mass von nomadentum inne wohnt, - oft aus notwendigkeit, manchmal aus purer neugier.

das reisen - im wechselnden licht und unter verschiedenen perspektiven gesehen - ist himmelweit von dem entfernt, was uns der pauschaltourismus heutzutage verkauft. wer mit neckermann verreist, wird in den seltensten fällen an die grenzen seiner körperlichen und seelischen kräfte geführt, um darüber anschliessend noch einen reisebericht zu verfassen.

aber, das ist eine binsenweisheit!

         

übrigens geniesst der reisebericht in der angelsächsischen literatur grosses literarisches ansehen.

ich erinnere mich an eine schiffsreise durch die ägeis. neben mir sass eine engländerin und las in einem unglaublich dicken buch. als ich sie nach dem titel fragte, reichte sie es mir. es war kein reiseführer über griechenland, sondern der bericht einer forschungsreise auf dem - kongo.

dieses amüsante erlebnis zeigt, dass die engländer - vielmehr als wir - über eine universelle neugier verfügen, - eine haltung, die ganz gewiss das resulat ihres über jahrhunderte gewachsenen kontakts mit dem „fremden“ und der „fremde“ ist.

gewiss hat die „royal geographic society“ durch und durch imperiale wurzeln - und doch lebt diese ehrwürdige gesellschaft bis heute von der neugier auf die welt und ihrer menschen. ich sage es einmal salopp: es treffen wohl selten mehr fernwehkranke und reisenarren aufeinander, als wenn die society zu ihren vorträgen nach london einlädt.




norbert lüdtke aus saarbrücken hat vor einigen jahren das "archiv zur geschichte des individuellen reisens" (AGIR) ins internet gestellt. geplant ist die komplette aufbereitung seiner umfangreichen sammlung von reiseberichten, die bis ins 18. jahrhundert zurück reichen. seine homepage, von der auch die hier verwendeten bilder stammen, ist so vielfältig, dass man sie mit fug und recht als eine „kulturgeschichte des reisens“ bezeichnen kann.

leider bricht die arbeit von norbert lüdtke im mai 2002 ab. ich kenne die gründe dafür nicht. es wäre aber ausserordentlich schade, wenn er seine forschungen nicht weiter führen würde.

da ich die webmaster, deren homepages ich hier erwähne, anschreibe, hoffe ich, demnächst über die weiteren projekte von AGIR berichten zu können, dem:
archiv zur geschichte des individuellen reisens



4.02.2004

wer die fussball-begeisterung der afrikaner kennt, wird verstehen, dass sich ganze nationen seit wochen im fieber befinden. es geht um den "african cup of nations 2004", der zur zeit in tunesien ausgetragen wird. das endspiel findet am 14. februar statt. zu notieren ist bei dieser gelegenheit, dass sich marokko um die austragung der nächsten fussball-weltmeisterschaft beworben hatte.



wer einmal miterlebt hat, wie artistisch marokkaner von früh bis spät am strand von agadir die bälle kicken, wird nachempfinden können, was der fussball für sie bedeutet. und so ist es überall in afrika! hier sind die daten und aufstellungen für sämtliche begegnungen des:
african cup of nations 2004!


3.02.2004

es geht wohl nicht nur mir so:

seitdem das internet einzug in unseren alltag gehalten hat, komme ich einfach nicht mehr oft genug zum lesen. dabei ist gerade das internet eine vorzügliche hilfe bei der suche nach lesenswerten büchern. wer zum beispiel die homepage "www.perlentaucher.de" kennt, weiss, wovon ich spreche (den link nenne ich am ende dieser notiz!).

natürlich werden romane und sachbücher auch weiterhin gekauft - und kommen dann womöglich auf den stapel mit all´ den anderen noch nicht gelesenen büchern.



ich bin ein leidenschaftlicher leser von historischen romanen. ernstzunehmende bücher dieses genres schrieben in der ersten hälfte des 20. jahrhunderts unter anderen erich maria remarque, lion feuchtwanger und franz werfel.

inzwischen ist die zahl der autoren, die uns in ihren romanen mit auf eine zeitreise nehmen,
unübersehbar geworden. ich erinnere stellvertretend nur an pauline gedge mit ihren ägypten-romanen und noah gordon, dessen "medicus" ich seinerzeit verschlungen habe. allerdings sollten wir bei der grossen zahl der angebotenen historischen romane genau hin sehen. viele dieser bücher sind abgekupfert, zerkauen ein thema, das gerade "in mode" ist, bis zur unerträglichkeit, oder gehen - und das ist das schlimmste! - allzu sorglos mit den historischen fakten um.

zur ersten orientierung nur so viel: oft gibt schon der blick auf den verlag einen hinweis, von welcher qualität das buch ist. mehr sage ich dazu aber nicht!

wer sich vorgenommen hat, in diesem jahr wieder mehr zu lesen, folge dem schon erwähnten link:
www.perlentaucher.de

wer spezielle orientierung in sachen "historische romane" sucht, ist auf dieser homepage gut aufgehoben:
www.romanforum.de


2.02.2004


wer meine notizen mitliest, wird auch  uwe  kennen, den grossen dichter des kleinen internets. ich mache gar nicht viele worte - hier ist eines seiner gedichte:



Ein Herz aus Schokolade

Das Leben wird manchmal für mich zum Problem,
weil ich ganz einfach nicht treu sein kann.
Ein typischer Fall, hatte der Doktor gesagt,
mein Herz ist schuld, ist doch klar.
Es ist wohl mein Schicksal, ich nehm´ es in Kauf,

denn Liebe kann keine Sünde sein.

Wenn ein roter Mund mich zum Küssen verführt,
weiß ich schon, was gleich passiert.
Ich hab´ ein Herz aus Schokolade.
Wenn ich einen Jungen sehe, dann ist es gleich geschehen
und ich bin hoffnungslos verloren.
Ja, so ein Herz aus Schokolade, das ist Zucker süß
Unendlich schnell verliebt - doch zum Vernaschen
viel zu schade.
Ich hab´ ein Herz aus Schokolade.



uwes texte sind für mich "lichtblicke" in den weiten des internets. hier ist seine homepage:
zu uwes geschichten und gedichten!


1.02.2004

allen muslimischen freunden: AID SAID! ich hatte vor einigen tagen geschrieben, dass das islamische opferfest in diesem jahr am 11. februar beginnt. das stimmt nicht - es begann heute!  zur notiz!

das bremerhavener schiffahrtsmuseum beherbergt eine imposante sammlung von schiffsmodellen. deshalb muss ich auch mindestens einmal im jahr dorthin. als erstes sehe ich natürlich nach der inzwischen konservierten hansekogge, die man vor jahren im schlick gefunden hat. dann aber führt mich mein weg zu den ozeandampfern und ich träume mich in ihre grossen fahrten und abenteuer.

in hamburg entsteht zur zeit in der speicherstadt ein museum mit schiffsmodellen, die ein privatmann zusammen getragen und der stadt gestiftet hat. dazu gehört eine bibliothek, die wohl die grösste private maritime sammlung deutschlands ist. von beiden museen wird hier ganz gewiss noch die rede sein!

und vor einigen tagen habe ich in meinen notizen von den „schicksalen der schiffe“ geschrieben ...

michael matthes hobby sind die schiffe. er bildet sie als historische modelle nach. vor dem bau stehen umfangreiche recherchen, denn die modelle sollen später masstabsgetreu sein und ein authentisches bild liefern. wie detailreich michael matthes arbeitet, zeigen diese beiden bilder.

 

es ist das modell der „san juan nepomuceno“, die 1765 in spanien vom stapel lief und mit 74 kanonen an bord und einem gesamtgewicht von 2007 tonnen der stolz der spanischen kriegsmarine war.

die schwester von michael, michaela matthes, hat das hobby ihres bruders auf einer homepage dargestellt und das ergebnis als abschlussarbeit ihrer ausbildung zur mediengestalterin eingereicht.

die homepage ist sehr übersichtlich gestaltet und besticht durch eine einfache, klare navigation. nicht zuletzt deswegen wurde sie von den besuchern der seite „www.derarchivar.de“ zur

„homepage des jahres 2003“

gewählt.

bei dieser gelegenheit möchte ich auf das umfangreiche link-archiv aufmerksam machen, das silvio dubiel ("der archivar") im laufe der jahre aufgebaut hat.

michaela matthes erhielt von den besuchern der homepage „www.derarchivar.de“ bereits den award für den juli 2003 und konnte deshalb noch einmal an der endausscheidung teilnehmen. daran war auch meine homepage beteiligt, - sie hatte den award im august 2003 gewonnen.

von hier aus meine glückwünsche an michaela matthes für eine gelungene und schöne homepage im internet, die den jahres-award 2003 ganz sicher verdient hat. wer sich das ganze bild machen möchte - hier ist der link: