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KREUZ UND QUER! *sechs neue notizen im juli 2004*
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(206) das fliegen ist uns zur selbstverständlichkeit geworden. wir ärgern uns vielleicht über die schleppende abfertigung, freuen uns aber kaum noch, in 10.000 meter höhe durch die lüfte zu fernen zielen getragen zu werden. das ist bei den kleinen motorseglern anders, die der franzose rené fournier konstruiert hat: ein- und zweisitzer, aus holz gebaut und mit stoff bespannt, extrem leicht, mit besten flugeigenschaften, schnell, zuverlässig und sparsam. es ist allerdings bekannt, dass die motorsegler anspruchsvoll und schwer zu fliegen sind. sie erreichen eine reisegeschwindigkeit von 185 kilometern in der stunde und haben ein spritverbrauch von nur 14 litern.
besonders der bericht über den flug von münchen zur griechischen insel mykonos hat mich begeistert. an der küste kroatiens entlang, über albanien und montenegro hinweg, ging es nach athen und weiter in die ägeis. für den rückflug wählten die piloten, die in einer formation von acht flugzeugen flogen, den weg über die adria nach italien und über die alpen zurück nach deutschland. dieser bericht - aber auch alle anderen (z.b. der flug nach marokko) - ist spannend und die fotos, teilweise in der luft gemacht, lassen uns unmittelbar an der reise teilnehmen. fliegen wir also mit in ein wirklich ungewöhnliches abenteuer. mit einem klick aufs bild sind wir dabei!
(205) vor einigen tagen besuchte mich mein neffe fredi - ihr wisst schon: der mit dem grossen appetit. als ich ihm die wohnungstür öffnete, waren seine ersten worte: "was essen wir denn zu mittag?" als ob ich nur in meiner wohnung sitze, auf fredi warte und mir rezepte überlege! "weil griechenland die europameisterschaft im fussball gewonnen hat, gibt es heute gyros!" antwortete ich. mir fiel einfach nichts besseres ein. fredi sah mich ganz komisch an. "kann es sein, dass du da etwas mit der türkei durcheinander bringst?" "nein, fredi. oder doch nur nur in soweit, als die türken und griechen manchmal selbst nicht wissen, wer von wem was gelernt hat: gyros ist das beste beispiel!" beim metzger liess ich mir zwei schweineschnitzel geben. zu hause teilte ich sie in der mitte, schnitt sie in dünne streifen und legte sie in eine schüssel. gyros schmeckt am besten, wenn es mariniert wird. also goss ich ein gutes olivenöl über das fleisch, gab eine ordentliche menge oregano dazu, pfefferte das ganze, - auch zitronensaft durfte nicht fehlen - und stellte es in den kühschrank. salzen sollten wir erst später! "und was machen wir jetzt?" fragte fredi. "wir können sirtaki tanzen oder nachzählen, wie viele inseln griechenland hat!" antwortete ich. "wie langweilig," stöhnte fredi, "und das alles nur, weil es hier weit und breit keine döner-bude gibt!" "da wärest du ganz gewiss schon satt - aber warte einmal ab!"
jetzt ging alles ganz schnell. das schnitzelfleisch
kam - ohne weitere zugabe von olivenöl - in die pfanne. wenn wir es
braten, wird irgenwann wasser austreten. ich habe mir sagen lassen, dass dies
bei "schweinen an der frischen luft" nicht der fall ist - glaube es aber
nicht. ich brate das fleisch einfach so lange weiter, bis die flüssigkeit
verdunstet ist. dann hat sich ein würziger bratensaft gebildet, in den
ich fein geschnittenen knoblauch gebe und die fleischstücke so lange
brate, bis sie ein wenig farbe genommen haben. den knoblauch gebe ich deswegen
so spät dazu, damit er nicht verbrennt - denn dann wird er bitter.
ich nehme die pfanne vom herd, salze das fleisch und brösele feta - ziegenkäse - hinein. das bekomme ich beim türken um die ecke - zur not aber auch in jedem supermarkt. wenn die wärme nicht ausreicht, um den käse zu schmelzen, setze ich die pfanne noch einmal auf den herd - aber bei kleiner flamme. fredi hat inzwischen das weissbrot aufgeschnitten - allerdings mit skeptischer miene. ich weiss, was sie mir sagen will: "ohne pommes ist alles nichts!" jetzt müssen nur noch einige gemüsezwiebeln geschnitten werden. ihre ringe verteile ich auf dem fleisch, das ich inzwischen auf die teller gefüllt habe. ich gebe auch noch zitronensaft hinzu - und zum schluss das tzatziki. wenn wir viel zeit haben, bereiten wir es selber zu. aber beim türken um die ecke bekommen wir es auch. "das schmeckt wirklich sehr türkisch!" bemerkte fredi, als er das weissbrot in das tzatziki tunkte. "nein, griechisch!" erwiderte ich und freute mich, dass ich dieses mal nicht vergessen hatte, zitronensaft ans gyros zu geben. "sag´ mal: warum schmeckt es auf meinem teller türkisch, aber auf deinem griechisch?" fredi sah mich - kauend - an. "weil griechenland die europameisterschaft gewonnen hat - darum!" (204) vor einiger zeit lernte ich eine ältere dame kennen, die von ihrer reise nach indien schwärmte. ich fragte sie, mit welcher agentur sie gefahren sei. sie sah mich erstaunt an. „ich bin alleine durchs land gereist - drei monate lang!“ als ich es genauer wissen wollte, präzisierte sie: „kein problem! ich hatte den „lonely planet“ dabei!“ inzwischen gibt es 650 reiseführer aus der reihe "lonely planet", die in diesem jahr 30 jahre alt wird. 150 autoren aus 20 ländern sammeln informationen, damit die ausgaben stets aktuell bleiben. begonnen hatte alles mit „across asia on the cheap“ von tony und maureen wheeler. dieser reiseführer erscheint noch immer und wird ständig aktualisiert. tony weeler erfand auch den namen für die reihe. allerdings sass er einem missverständnis auf. joe cocker und leon russel sangen in ihrem lied „space captain“ vom „lovely planet“. weeler verstand „lonely planet“ und dachte, dass dies ein geeigneter name für einen reiseführer sei. hier geht es zur homepage von „lonely planet“. interessant ist die rubrik „postcards“. die redaktion des „lonely planet“ erreicht viele briefe aus aller welt - mit hinweisen und tipps. eine portugiesin schreibt, dass sie in marokko grosse probleme hatte, mit ihrem freund eine unterkunft in den hotels zu finden. regelmässig verweigerten die marokkaner ihnen ein zimmer, weil sie dachten, eine marokkanerin mit ihrem europäischen freund vor sich zu haben. in einer anderen postkarte steht - und so habe ich es auch schon in marokko gemacht: Around places like Merzouga and Rissani you
don't always have to wait for a grand taxi to fill up with 6 people.
Many times I would buy only 2 or 3 seats of the journey and the driver would agree to take me. Ali Douraghy (Jul 03) zu den „postkarten aus marokko“ geht es hier (natürlich in englischer sprache): (203) über essaouira in marokko habe ich inzwischen einen reisebericht verfasst, der bei "rund um agadir" aufgerufen werden kann. wer es einfacher haben möchte, klickt HIER! eigentlich muss man über das wetter in marokko kein wort verlieren, dennoch habe ich in meinem reisebericht auf einige wetter-tücken aufmerksam gemacht, die uns gerade im sommer überraschen können. das trifft aber wohl mehr auf agadir zu. in essaouira weht ständig ein wind, der jedoch zuweilen sehr stark und damit unerträglich wird. er pustet aber wenigstens den nebel weg, der über agadir manchmal bis zum mittag hängt. diese aufnahmen von essaouira ...
... sind mit einer webcam gemacht, die stationär
in strandnähe aufgestellt ist. sie vermittelt - einmal als panorama,
das andere mal als zoom - ein eindrucksvolles bild vom breiten strand mit
der medina im hintergrund. zur information: marokko hat im sommer einen zeitunterschied
von zwei stunden. wenn bei uns die uhr acht zeigt, ist es sechs uhr in marokko.
wer jederzeit wissen möchte, wie das wetter in essaouira ist, klickt
bitte auf die bilder. die webcam bietet alle zwei minuten neue aufnahmen an,
die mit einem "klick" auch noch vergrössert werden können. ich
wünschte - bei diesem schrecklichen "sommer"wetter in deutschland -
ich wäre jetzt dort!
(202) ich habe eine mail erhalten! vorausschicken möchte ich, dass ich den absender nicht kenne. er ist mir - via mail - zum ersten mal begegnet. ich habe bis zu diesem zeitpunkt nicht gewusst, welchen hass menschen produzieren können. ich frage mich - woher kommt die ganze energie für diesen hass? im wesentlichen gelöscht (9.9.2004) - bis auf die letzten zeilen. sie sind einfach zu schön! (...) du solltest die Verantwortlichen des Marokko-Forums um Gnade bitten, knie nieder vor ihnen, kuesse ihnen die Fuesse, schaehme Dich und bitte um Gnade fuer all das Boese, was Du ihnen bisher angetan hast und antun wolltest! Vielleicht werden sie Dir verzeihen, was ich nicht glaube, aber Deiner armlich Seele wuerde es gut tun. Du bist ein Tunichtsgut, ein Garnichts, ein Nichts!!!!! Einen schoenen Tag aus Meknes wuenscht Dir Holger! (201) wer südmarokko bereist hat, kennt die kasbahs - wehrhafte lehmburgen, in denen eine sippe zusammen lebte, die das land ringsherum beherrschte. weitverzweigte und grosse familienverbände schlossen sich dagegen in sogenannten ksars zusammen - das waren von lehmmauern geschützte dörfer. die früheren zeiten waren - auch in marokko - unruhig und die bevölkerung suchte hinter den mauern schutz vor den kriegerischen und plündernden horden, die das land überfielen. heute erfüllen die ksars und kasbahs keine funktion mehr. marokko ist spätestens nach abzug der franzosen ein befriedetes land. die menschen haben sich neue siedlungsplätze gesucht und die lehmbauten verfallen. aber weil sie zur geschichte und landschaft südmarokkos gehören, bedeutet jeder verlust einer kasbah auch den verlust von geschichte - und damit identität. leider finden sich in marokko nur noch wenige handwerker, die sich auf die kunst des lehmbaus verstehen. die fertigkeiten sind verloren gegangen, weil man sie, - so meinte man jedenfalls lange zeit -, nicht mehr brauchte. erst in den letzten jahren hat sich der marokkanische staat darauf besonnen, die kulturdenkmäler des landes zu schützen - wozu auch die kasbahs in südmarokko gehören. dies alles geschah vor dem hintergrund, den süden marokkos, der über so wenig wirtschaftliche ressourcen verfügt, für den tourismus zu erschliessen und attraktiv zu machen. inzwischen werden mit erheblichen finanziellen mitteln projekte unterstützt, um die kasbahs zu retten und ihnen neue funktionen zu geben - etwa als museum oder hotel. das dilemma aber bleibt: es gibt nicht mehr genügend handwerker, die sich in der technik des lehmbaus auskennen, wobei an dieser stelle einmal ausser acht gelassen werden soll, dass auch die touristen inzwischen in südmarokko ausbleiben. aber das mag sich im laufe der nächsten jahre wieder ändern. lange bevor südmarokko finanzielle mittel aus rabat erreichten, versuchte der "lehmexpress" einen eigenen weg, um wenigstens die kasbah asslim in agdz zu retten. agdz liegt im draa-tal auf halbem weg zwischen ourzazate und zagora. der "lehmexpress" eignete sich die alten techniken des lehmbaus an und half der marokkanischen familie, die noch in der kasbah lebte, die lehmburg zu restaurieren.
die geschichte dieser initiative liest sich aufregend
und vermittelt basiswissen über die lehmbauten in marokko. in agdz
wurde vorbildliches geleistet - auch mit hilfe der universiät weimar,
die es angehenden architekten und ingenieuren ermöglichte, in der kasbah
asslim ein praktikum durchzuführen. in diesen tagen läuft die anmeldung
für das jahr 2005 an - für studenten, aber auch für handwerker
und interessierte laien. um das projekt zu verstehen und seine tragweite
zu begreifen, empfehle ich einen besuch der homepage:
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