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****komm mit!* rief*******die kleine möve** *ich zeige dir  *** ein land im weiten ozean** ** so klitzeklein *** wie eine muschel**dort*gibt**es**sehr  viel**zu* *entdecken!*****


KREUZ UND QUER!


*sechs neue notizen im juli 2004*


 

DIE MONATE UND IHRE THEMEN


kritik, anmerkungen, ergänzungen? hier kannst du es aufschreiben! - mit einem *klick* auf:

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(212)

ich habe post bekommen - von nicole. ich hatte vor einigen tagen bei KREUZ UND QUER von ihrer weltreise berichtet, deren erste etappe indien ist. sie schreibt:

hallo rolf...freut mich, dass dich meine reiseberichte angesprochen haben...
ich bin zur zeit in dem yoga ashram und komm nur einmal die woche unter leute...
ich werde meinen reisebericht so aktuell wie moeglich halten.
leider ist es ein problem fotos upzuloaden, weil viele rechner kein usb haben...
lustige seite hast du...vielen dank, dass du mich fuer deine kolumne ausgewaehlt hast...
freut mich echt... (passiert einem ja auch nich jeden tag)...
dir noch eine schoene zeit und ich hoffe, immer mal was von dir zu hoeren...
bis denne...nicol
hier geht es zu meiner notiz über nicole:


***
eigentlich gehören pilze für mich zum herbst. aber schon jetzt kommen sie - wohl wegen des feuchten sommers - in hülle und fülle auf unsere märkte: die pffifferlinge, die man auch dotterpilz, rehfüsschen, gelbröhrchen oder eierschwammerl nennt.



sie wachsen von juni bis oktober in laub- und nadelwäldern. hingegen blieben züchtungsversuche in grösseren kulturen, ähnlich wie mit den champignons, erfolglos. pfifferlinge bleiben echte waldpilze. die grossen mengen der in deutschland verzehrten pilze sind nicht in den heimischen wäldern zu finden. deswegen werden sie aus polen, dem baltikum, aus österreich, frankreich und spanien importiert.

pfifferlinge sind kalorienarm, enthalten aber hochwertiges pflanzliches eiweiss, kalium und die wichtigen vitamine A und D. allerdings sind sie mit schwermetallen wie cadmium belastet, so dass nicht mehr als 250 gramm pro woche verzehrt werden sollten. die strahlenbelastung hingegen, die noch vor einigen jahren ein problem war, ist inzwischen ohne grössere bedeutung.

ich bereite pfifferlinge so zu:

als erstes putze ich sie. manche bestehen darauf, dass der pilz nicht mit wasser in berührung kommen darf. das kümmert mich nicht. ich gebe sie in ein sieb und befreie sie unter fliessendem wasser vom - immer reichlich vorhandenen - sand.

in einer pfanne schmore ich in einer mischung aus neutralem öl und butter klein geschnittene zwiebeln an. dazu kommen schinkenwürfel. wenn alles gut durchgedünstet ist, schalte ich den herd auf seine volle stufe und gebe die pfifferlinge dazu. die grösseren pilze habe ich vorher zerschnitten. nach kurzer zeit verlieren die pfifferlinge flüssigkeit. darin können sie jetzt - immer noch auf höchster herdstufe - eine weile vor sich hin schmoren. sobald alle flüssigkeit verdampft ist, lasse ich sie noch einen moment weiter braten und gebe pfeffer und salz darüber. nachdem ich den herd abgestellt habe, füge ich noch einige teelöffel creme fraiche dazu, rühre sie aber nur ganz leicht unter die pilze.

zu pfifferlingen passt baguette oder (die bayerische variante) ein semmelknödel. noch ein tipp: pilze entfalten ihr ganzes aroma erst, wenn sie nicht mehr ganz heiss, sondern eher lauwarm gegessen werden.





(211)


nun ist sie wieder fort - die "queen mary 2", die für eine nacht gast im hamburger hafen war. mir ist das schiff entschieden zu gross. ich würde mich an bord ganz bestimmt verirren und bald nicht mehr wissen, wo ich bin. aber doch nicht so wie vielleicht einige passagiere, die im hamburger hafen nach der skyline tokios suchen und in kapstadt nach dem eiffelturm ausschau halten. "wo sind wir eigentlich?" für diese verwirrten geister gibt es allerdings einen trost: sie werden an jedem ort der welt feststellen, dass zwar vieles ungewohnt und anders ist, das schiff aber immer gleich aussieht. irgendwie ist das doch beruhigend, oder?



kein schrott!

***

seltsam ist es schon, was ich hier sonst noch berichten will.

was war passiert? ich brachte mein auto zur reparatur. nach einigen tagen erhielt ich es zurück und ärgerte mich über die hohe rechnung. aber - was sollte ich machen? ich bezahlte und war froh, in der nächsten zeit die werkstatt nicht mehr aufsuchen zu müssen. irgendwie muss ja auch ich mein geld verdienen.

nach einigen tagen stellte ich allerdings merkwürdiges fest: das auto lief nicht mehr so, wie es sollte. in diesem speziellen fall entleerte sich die batterie über nacht, so dass ich das auto am nächsten morgen kaum noch starten konnte. was also lag näher, als einen zusammenhang zwischen der kürzlichen reparatur und dem ausfall der batterie herzustellen?

ich fuhr zur werkstatt und sprach mit dem meister. ich sagte ihm, dass irgendetwas mit der elektrik nicht stimmte. es könnte ja sein, dass sie bei der reparatur etwas fasch zusammen gebaut hatten.

am nächsten tag rief mich der meister an: nicht die elektrik sei defekt - sondern die batterie! sie müsste ersetzt werden, damit alles wieder wie gewohnt funktioniert. die batterie? mein auto ist drei jahre alt - bis zur reparatur hatte die batterie anstandslos ihren dienst versehen - und plötzlich sollte sie kaputt sein? nun weiss ich, dass eine batterie eine ungefähre lebensdauer von drei jahren hat, es also vielleicht nicht ungewöhnlich ist, dass sie gerade jetzt defekt wurde. aber das zusammentreffen von reparatur und kaputter batterie fand ich dann doch eigenartig, zumal ich mich daran erinnerte, dass ich in der vergangenheit schon ähnliches erlebt hatte.

aber, was sollte ich machen? die werkstatt baute eine neue batterie ein, ich bezahlte 107 euro und fuhr los. alles funktionierte - und dennoch konnte ich mich nicht darüber freuen. ich dachte vielmehr darüber nach, warum ich mein auto so manches mal in eine werkstatt fahre, um nach kurzer zeit festzustellen, dass eine zweite reparatur notwendig ist.



schrott
!




(210)


ich habe mir kürzlich - einen ganzen abend lang - im fernsehen pro7 angesehen: sendungen, die von den neandertalern bis zur prominenten-alm reichten. dazwischen immer diese grelle werbung und die schreienden hinweise auf den nächsten tollen film auf "free-tv".
ich wusste zum schluss nicht mehr, wo mir der kopf stand. ich kam gar nicht mehr raus aus der gehirnwäsche.

... angriffe auf die erde, verrückte ziegen, bmw, t-online, mammuts, zahnlose tiger, pfanni-püree, fertighäuser,
sommer bei ikea, michael schumacher, ermordete irakis, bitte dran bleiben, freiheit, warsteiner,
ferkelschlachten, weinen, silikonlippen, riesenfaultiere, eiszeit, crash, bitte dran bleiben, mord (nur film),
gleich gehts weiter, free-tv, freiheit, lachen, el-vital, wellness-konfitüre, cap anamur, last minute ....


bitte dran bleiben, dran bleiben, dran bleiben ...

na, gut! jetzt weiss ich wenigstens, warum ich immer nur "phönix" und "arte" sehe!



"klick" ins bild für das bessere programm!





(209)


eine junge frau - nichts weiter. wenigstens würde uns wohl nicht viel auffallen, wenn wir ihr einmal begegnen. mag sein, sie ist wie viele - oder ganz anders. wir würden es wohl nie erfahren. wenn ...

... ja, wenn es nicht das internet gäbe. ich kenne unzählige homepages, auf denen menschen von sich berichten: ihrem leben, ihren hobbys, ihren freunden. sie sind manchmal interessant, oft aber für den aussenstehenden nicht weiter wichtig. warum sollte uns also gerade nicole, - denn so heisst diese junge frau -, besonders interessieren?




manchmal komme ich aus dem staunen gar nicht mehr heraus. da setzt es sich eine junge frau in den kopf, die welt kennen zu lernen. nun, gut! sie kann eine reise nach mallorca oder nach teneriffa buchen, vielleicht auch nach amerika oder zu den seychellen. 14 tage urlaub - mit strand und meer. dann hat sie die welt gesehen - oder glaubt es doch wenigstens.

bei nicole ist alles anders. ich weiss nicht, wann und wie ihre wünsche entstanden sind. ich weiss auch nichts von den gründen für den impuls, aus deutschland aufzubrechen, um sich durch die welt treiben zu lassen.

vor wenigen wochen machte sich nicole auf eine grosse reise. sie flog nach bombay in indien. nun, gut! ein exotisches ziel, weiter nichts. wäre da nicht ihr wunsch, ausser indien auch australien und neuseeland kennen zu lernen - und alles, was zwischen diesen ländern liegt. drei jahre will sie unterwegs sein. ihre erste etappe war bombay und jetzt hält sie sich in einer yoga-schule auf, nicht weit entfernt in den bergen.

darüber erzählt sie aktuell - so oft sie einen internet-anschluss in indien findet. ihre berichte sind nicht tiefschürfend, ergehen sich nicht in betrachtungen über land und leute. sie spiegeln vielmehr den witz, die naivität und die neugier einer jungen frau, die das fremde in sich aufnehmen und verstehen will. über das internet hatte sie schon früh kontakte in alle welt geknüpft - auch nach indien. und so erwartete man sie dort bereits: junge inder, die sich freuen, ihr das land zeigen zu können.

nicole berichtet nicht einen moment von irgendeiner scheu oder fremdheit gegenüber menschen, die sie kennenlernt. sie begegnet ihnen - wie selbstverständlich - als freund. und die inder tun es genauso. es gibt wohl keinen besseren beweis für die these, dass sich menschen spontan verstehen können (und wollen!), wenn sie sich begegnen und nicht eingezwängt sind in irgendwelchen angelesenen vorurteilen und ressentiments.

ich hoffe, nicole kann den ehrgeizigen plan, ihre reise im internet zu dokumentieren, verwirklichen. ich werde ab und zu einen blick auf ihre homepage werfen, um auf diese so ganz und gar erstaunliche reise hinzuweisen.

hier geht es zum reisebericht - "klick"aufs bild!




und hier zur speziellen fotoseite ihrer reise - "klick!" aufs bild



viel glück, nicole! auf allen deinen wegen ...




(208)


wieder einmal grüsse von meinem balkon! die letzten grüsse sind HIER! zu finden. beide clematis-pflanzen hatte ich anfang juni 2004 zur selben zeit gesetzt - die eine an einem sonnigen, die andere an einen schattigen platz. so recht überzeugen mich die pflanzen auch nach sechs wochen noch nicht. aber daran ist ganz sicher das kalte wetter schuld. ich war auch lange zeit in sorge, dass die schatten-clematis das alles nicht überstehen würde. aber mit schliesslich nur noch einem trieb hat sie sich entschieden der sonne entgegen gestreckt. jetzt treibt sie sogar die ersten blüten (***). sie ist aber immer noch ihrer schwester, der sonnen-clematis, um vieles hinterher. ich fürchte sogar, sie wird diesen wettlauf nicht gewinnen können.


die sonnen-clematis                                 die schatten-clematis
                 
(***)


***
(207)

wo kartoffeln wachsen, weiss jedes kind. aber wo, bitte, wachsen die kroketten? vielleicht in der tiefkühltruhe des supermarkts? na, gut - so schmecken sie dann auch. dabei ist es ganz einfach, kroketten selbst herzustellen.

wer es immer noch nicht weiss : kroketten bestehen in der hauptsache aus kartoffeln, die heute noch auf dem feld geerntet werden und erst danach als kartoffelpuffer und kartoffelbrei die fabriken verlassen. andersherum würde nämlich kein schuh aus der kartoffel werden.

die kartoffeln werden geschält, 30 minuten gekocht und anschliessend gestampft, damit sie zu einem brei werden. jetzt geben wir butter, eigelb, salz, muskat und mehl dazu und rühren den teig kräftig durch. er sollte fest und formbar werden. vielleicht müssen wir noch ein wenig mehl dazu geben, damit die konsistenz schliesslich stimmt.

jetzt drehen wir aus dem teig längliche, daumendicke würste, die wir portionsweise - eben in der grösse einer krokette - aufschneiden. die einzelnen kroketten werden in geschlagenes ei getaucht und in semmelbröseln gewendet. stattdessen können wir auch kokosraspeln nehmen, die gut zum kartoffelgeschmack passen und vielen gerichten eine ganz eigene note geben. wir können - nur so als tipp - an den teig auch einmal paprika-gewürz geben oder ...

in einer tiefen pfanne erhitzen wir reichlich neutrales öl und braten die kroketten unter mehrmaligem wenden. wenn sie rundherum goldgelb-kross sind, können wir sie servieren.

lassen wir also die fertigen kroketten getrost in der tiefkühltruhe des supermarkts. ihnen kann dort nichts passieren. die kälte schützt sie für lange zeit - und uns vor dem seltsamen "plaste und elaste" geschmack im mund.

ach, fast hätte ich es vergessen! mit einem klick auf die schale mit den kroketten geht es zu vielen weiteren kartoffelrezepten.