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2004 |
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**WEBLOG
www.rolfs-reisen.de**
wer hier ein wenig mitliest, weiss, dass mein herz für marokko schlägt. aber - das stimmt nicht ganz. denn es schlägt ebenso stark für griechenland - und seine inseln in der ägäis. deswegen möchte ich euch kurz etwas über griechenland erzählen! fünf mal war ich dort - und wer weiss, wann mich die sehnsucht wieder packt und ich eine fähre vom piräus nehme, um hinaus zu fahren ins ägäische licht. ich sage es gleich: ich habe zu viel versprochen! wie könnte ich in wenigen, kurzen sätzen von griechenland erzählen? mir sind die gedanken über santorini - wie so oft - etwas länger geraten. ich habe sie daher zu meinen ANDEREN GESCHICHTEN genommen. dort sind sie seit heute nachzulesen: KLICK! gleichzeitig ist meine griechische foto-galerie on-line gegangen! eine schöne seite im internet widmet sich dem reisen - und auch santorini. beeindruckend sind vor allem die fotos. mit einem klick aufs bild seid ihr dort! als ich einmal nach einer
stürmischen und schweren fahrt auf einem kleinen schiff, das man in
griechenland kaiki nennt, in athen in ein flugzeug der lufthansa stieg,
hätte ich vor freude die stewardessen umarmen können. -
zurück nach hause!, dachte ich. die erinnerungen an die stunden in
der vom sturm aufgewühlten ägäis verblassten, als ich
mich in die polster zurück lehnte. ich atmete auf, das flugzeug
verliess griechischen boden.
meine ruhe dauerte jedoch gerade so lange, bis wir in den landeanflug auf münchen gingen. wir flogen mitten in ein gewitter hinein. überall waren blitze und unser flugzeug kämpfte sich, - plötzlich ganz klein geworden -, in den sich auftürmenden schwarzen wolken und durchgeschüttelt vom gewittersturm, durch die nacht. es war gerade so wie auf dem kaiki, das noch vor wenigen stunden mit mir durch die turmhoch schwarzen wellen der ägäis getanzt war. ich sah vor dem kabinenfenster blitze durch die wolken schiessen und vermisste plötzlich den alten griechischen kapitän, der in der letzten nacht immer wieder zu mir getreten war, den arm tröstend um meine schulter gelegt hatte und mir endlich die lichter von naxos am horizont zeigte. der erste sichere hafen - auf dem weg zurück nach athen. der boden des flugzeugs gab unter mir nach, es ging - wie in einem fahrstuhl - abwärts. es ist wirklich besser, in seenot zu geraten, dachte ich, als in einem flugzeug zu sitzen, das in einem gewitter wie ein paternoster ist, der nirgends anhält und von dem wir abspringen müssen, wollen wir nicht in einen dunklen keller fahren. die stewardessen hatten eilig das geschirr zusammen gepackt und sich - wie wir passagiere - mit ernsten gesichtern an den sitzen fest gegurtet. wir hörten alle das ächzen des flugzeugs, wenn es vom sturm durchschüttelt einen neuen anlauf in die nächste gewitterfront nahm. die beiden kleinen katzen auf dem kaiki waren klitschnass und schlitterten über die planken des schiffes. sie miauten ... ... die menschen im flugzeug waren ganz still. der alte kapitän lief breitbeinig über sein schiff und zurrte die ladung fest, die im sturm zu verrutschen drohte. unser flugzeug aber neigte sich plötzlich so stark, dass auf der einen seite der kabine alle gepäckfächer aufsprangen und taschen, jacken und plastikbeutel durch die luft wirbelten. dann fielen die sauerstoffmasken aus ihren fächern. rettet unsere seelen, sagte ich leise, als ich tief unter mir die lichter münchens entdeckte, die für kurze momente zwischen den vorbei wehenden wolkenfetzen aufleuchteten. „naxos!“ nickte der alte griechische kapitän und zeigte aus dem kabinenfenster. „münchen!“ antwortete ich. „schweres wetter!“ bemerkte er. „nicht einfach zu landen!“ sagte ich. "einige untiefen!“ brummte er, „und viele luftlöcher!“ ergänzte ich. erschrocken hielt ich mich an der armlehne fest, als das flugzeug hart am boden aufsetzte und durch den regen über die landebahn schoss. „wir hoffen, sie hatten einen angenehmen flug!“ kam es durch den lautsprecher. der alte kapitän horchte auf, drängte sich an den lächelnden stewardessen vorbei und war verschwunden. als ich aus dem flugzeug stieg, wusste ich: er hatte mich auch dieses mal durch nacht und sturm nach hause gebracht. ***
dieser text steht ab heute auch bei meinen *anderen geschichten* unter dem titel "eine reise nach hause durch sturm und nacht!"ein könig muss seinen kopf gerade halten, damit ihm nicht die krone herunter fällt. aber muss er auch singen können? eigentlich nicht - obwohl ich vermute, dass die allermeisten exellenzen morgens im badezimmer pfeifen. aber pfeifen ist nicht singen, oder? könig Norodom Sihanouk singt ganz offiziell - aus seinem palast in Phnom Penh schallen die lieder in die welt des internets. Sihanouk wurde als 19-jähriger von den Franzosen auf den thron Kambodschas gesetzt. sie erhofften sich einen ergebenen und willfährigen diener kolonialer interessen. doch der könig hatte seinen eigenen kopf - und die Franzosen mussten irgendwann aus Indochina verschwinden. als Siahnouk 1970 nach einem putsch ausser landes ging, verschaffte er sich weiterhin gehör, indem er ausgewählten politikern und journalisten sein „monatliches bulletin“ zukommen liess - eine sammlung von essays und notizen. 1975 kam er nach Phnom Penh zurück - gerufen von den Roten Khmer, die ihn zum staatschef machten, in wirklichkeit aber in seinem palast einsperrten. erst 1979, nach dem einmarsch Vietnams nach Kambodscha und inzwischen im exil, konnte er sich wieder offiziell zu wort melden. doch in der öffentlichkeit gesungen hat der könig damals noch nicht. stattdessen verschickte er wie in alten zeiten seine post in die welt und kehrte schliesslich 1990 aus Peking nach Kambodscha zurück. in seinem palast schrieb er fleissig weiter - und sang vielleicht morgens in der badewanne - wenn er nicht gerade zur audienz bat. aber briefe kosten porto und sind manchmal sehr lange unterwegs. so ersann der könig eine andere möglichkeit, seine gedanken und notizen der welt zu gehör zu bringen: seine majestät ging online! seitdem erfährt die interessierte öffentlichkeit fast jeden tag, was im königspalast in Phom Penh vor sich geht, wie das befinden seiner majestät ist (zur zeit kränkelt er ein wenig!) und wer ihn gerade besucht. es ist nicht bekannt, ob er seinen gästen bei dieser gelegenheit ein lied trällert. aber dass er singen kann, beweist er auf seiner homepage in der rubrik „musique & chansons“. wer mehr über den sangesfreudigen könig erfahren möchte, schaut einfach mal auf seine homepage (in französischer sprache): 26.03.2004 ich weiss nicht mehr, wie viele stunden ich
in seinem kleinen laden verbracht habe. wir erzählten und lachten,
ich probierte von seinem fischrogen, den er mit viel zitrone
zubereitete, und hörte zu, wenn er von seinen - zahlreichen -
liebesabenteuern sprach, die er mit den jungen mädchen aus der
nachbarschaft erlebte.
wenn ich traurig war, munterte mich kostas
auf. wenn ich fröhlich war, lachte er mit mir. ich erzählte
ihm alle meine geheimnisse, weil ich wusste, dass sie bei ihm gut
aufgehoben waren. und weil uns eine gemeinsame liebe zu griechenland
verband, gingen wir machmal in seinem kleinen, dunklen laden auf grosse
reisen ...
... das lächeln gehört nicht unbedingt den glücklichen menschen, vielmehr macht es glücklich ... das ist eine der vielen weisheiten von monsieur Ibrahim, der in paris sein geschäft betreibt. er ist türke, wird aber von allen "der araber" genannt, was für ihn nichts anderes bedeutet, als auch am sonntag geöffnet zu haben. dort besucht ihn der kleine Moses, unglücklich und verwirrt von seinem grüblerischen vater, der seinem sohn einmal verrät: „jude sein bedeutet einfach, erinnerungen zu haben. schlechte erinnerungen.“ Ibrahim hat andere weisheiten für den jungen parat, den er Momo nennt - solche, die aus der lebenserfahrung kommen - und dem koran. der kleine Moses erfährt bei ihm so mancherlei über das leben, die liebe und die freundschaft - vor allem aber, dass jeder das glück auch im alltäglichen entdecken kann, wenn er es nur sucht. ich denke, wir alle brauchen manchmal in
unserem leben einen Kostas und einen Ibrahim, um zu erkennen, dass uns,
bei aller unterschiedlichkeit von herkunft und religion, ein ziel
verbindet: freundschaft und glück in unserem leben zu finden.
die geschichte von Ibrahim und Moses hat Eric Emmanuel Schmitt in seinem buch „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“
aufgeschrieben, für das er in diesen tagen den Deutschen
Bücherpreis erhalten hat. leser und buchhändler haben seine
erzählung aus einer ganzen reihe von vorschlägen auf den
ersten platz gewählt - denn dieser preis ist einer des publikums
und nicht, wie der preis des Börsenvereins des deutschen
Buchhandels, einer der fachleute.
inzwischen wurde das buch mit Omar Sharif in der hauptrolle verfilmt. die kritik fand keine besonders guten worte. für manchen rezensenten besteht der film (und damit auch das buch!) aus harmoniesüchtigen versatzstücken aus dem unerschöpflichen reservoir interreligiöser poesie-alben. ich habe den film nicht gesehen - kann deswegen auch nichts zu den vorwürfen sagen. ich meine allerdings, dass jeder dialog zwischen den religionen, - und sei er noch so schlicht -, ein gewinn für alle ist, wenn er nur aufrichtig geführt wird. 25.03.2004 wer sich auch nur ein wenig mit den kreuzzügen beschäftigt hat, weiss, dass damals nicht wohlgeordnete christliche heere nach palästina marschierten, sondern marodierende, plündernde horden. in den sieben kreuzzügen haben 22 millionen menschen ihr leben gelassen. diese europäischen eroberungskriege, so blutig wie bizarr, haben ihren festen platz in den historischen erinnerungen der araber. sie sind tief und unauslöschlich in ihre kollektive seele eingebrannt. wer diese wahrheit nicht anerkennen will, wird die aktuellen probleme der region nicht wirklich verstehen. im europäischen adel war es brauch, dass die von der erbfolge ausgeschlossenen jüngeren söhne entweder ins kloster gingen - oder sich, wenn sie konnten, den kreuzfahrern anschlossen. und auch im gemeinen volk gab es allerhand halunken, glücksritter und strauchdiebe, die sich von einem solchen heereszug allerhand versprachen. es waren mehr oder weniger die deklassierten aus volk und adel, die unter der führung von königen und kaisern ins heilge land zogen, um jerusalem zu "befreien". in europa hatte sich nämlich die schlimme lüge in den köpfen der menschen eingebrannt, dass die araber die christlichen kultstätten verwüsteten und die gläubigen christen abschlachteten. das diente zur begründung für sieben lange kreuzzüge - war aber nicht ihr wirklicher grund. denn auf dem weg ins heilige land lagen viele städte, die geplündert werden konnten. im 4. kreuzzug kam es in dieser hinsicht 1204 zu einem bizarrren höhepunkt, als nicht etwa eine von arabern besetzte und befestigte stadt geplündert und zerstört wurde, sondern das am weg liegende christlich byzantinische konstantinopel. die hauptstadt des oströmischen reichs konnte sich vom angriff der kreuzritter nicht mehr erholen. gedemütigt und geschwächt wurde es wenig später zur leichten beute der türken unter der führung des sultans mehmed. byzanz hatte aufgehört zu existieren. schon 1096 rief papst Urban II. zum ersten kreuzzug auf. 30.000 söldner (unter ihnen zahllose marketenderinnen, kaufleute und anderes volk) - alle schlecht ausgerüstet und zu fuss - folgten seinem ruf. als sich ihnen auf dem weg nach jerusalem aber die türken in den weg stellten, starben 27.000 von ihnen in schrecklichen schlachten. die überlebenden warteten sehnsüchtig auf das ritterheer, das von den Grafen von Toulouse und Gottfried von Bouillon angeführt wurde und ihnen zur hilfe eilte. die beiden söldnerheere vereinigten sich und maschierten gemeinsam unter ungeheuren strapazen nach jerusalem. durst und hunger waren ihre weggefährten. jerusalem wurde von ihnen belagert und schliesslich eingenommen. bei der plünderung der stadt unterschieden sie nicht weiter zwischen freund und feind. vielmehr wurde die gesamte bevölkerung der stadt niedergemetzelt und ausgerottet. 60.000 menschen kamen dabei um. belagerung von antichochia das neu geschaffene königreich jerusalem wurde Gottfried von Boullion zugesprochen. so kam mancher arme ritter, fern der heimat, doch noch zu höheren ehren und auskommen. dieser erste kreuzzug forderte eine million tote auf allen seiten. 1147 war es der abt Bernhard von Clairvaux, der die christen bei ihrer ehre packte. das ferne edessa war von den arabern zurück erobert worden und man fürchtete weitere angriffe - auch auf jerusalem. grund genug, einen zweiten kreuzzug nach palästina zu unternehmen. ein neues christliches heer wälzte sich ins morgenland. bevor die söldner aber edessa erreichten, plünderten sie nach altem brauch auf byzantnischem gebiet, was sie bekommen konnten. selbstverständlich wollten sie das heilige land befreien - aber auch ihre eigenen taschen füllen. als die kreuzfahrer edessa erreichten, mussten sie feststellen, dass die stadt bereits von den arabern zerstört worden war. also dachten sie sich ein neues ziel aus: damaskus. der vormarsch dorthin zerrieb sich jedoch in immer neuen kämpfen mit den arabern und endete in einem vollständigen debakel. die christlichen heere mussten sich geschlagen nach europa zurück ziehen. als Saladin 1189 jerusalem zurück eroberte, - wobei er den christen den freien abzug aus der stadt zusicherte -, ging ein aufschrei durch europa. der deutsche kaiser Friedrich Barbarossa selbst griff zum schwert, „nahm das kreuz“ und setzte sich an die spitze eines christlichen heeres, um den dritten kreuzzug anzuführen. leider ertrank er auf halbem weg in einem fluß bei saleph. sein heer machte sich darauf hin deprimiert auf den rückmarsch. auch dem englischen könig, Richard Löwenherz, liess die eroberung jerusalems durch Saladin keine ruhe. er rüstete seinerseits ein heer aus und konnte wenigstens die küstenregionen des heiligen lands zurück erobern. die einnahme jerusalems gelang ihm nicht - vielmehr musste er mit wehenden fahnen nach europa zurück eilen, da der könig von frankreich, Philipp-August, in seiner abwesenheit in die zu england gehörende normandie eingefallen war. wir sehen: auf den kreuzzügen konnte man königreiche gewinnen - aber auch verlieren! der gedanke, dass araber sich jerusalems bemächtigt hatten, sorgte auch bei papst Innozenz III. für schlaflose nächte. er schloss deswegen einen vertrag mit venedig und liess mit hilfe der venezianer eine armada von kriegsschiffen für den vierten kreuzzug ausrüsten, mit denen ein neues christliches heer 1198 nach kairo übersetzen sollte. da aber venedig traditionell gute handelsbeziehungen zu ägypten hatte, änderte man unter der hand den plan und zog in richtung byzanz. was aus diesem unternehmen wurde, habe ich weiter oben erzählt. das christliche konstantinopel wurde 1204 zerstört - das muslimische jersusalem blieb unbehelligt. 1228 nahm Friedrich II. das kreuz und zog, mit mehreren bannbullen des papstes im gepäck, auf dem fünften kreuzzug nach akkon. da die araber inzwischen durch interne kämpfe geschwächt waren, konnte Friedrich mit ihnen einen vertrag aushandeln, der die gewaltlose einnahme von jersualem garantierte. sein feldzug war der unblutigste in einer langen folge von erbitterten kriegen im heiligen land, was bestimmt auch daran lag, dass der junge Friedrich ein universell ausgebildeter mann war, der schon früh in seiner heimat sizilien mit der arabischen kultur in kontakt gekommen war. in den folgenden jahrzehnten bewahrheitete sich das, was längst historische binsenweisheit ist: ein territorium lässt sich nicht aus der ferne regieren und schon gar nicht verteidigen. 1244 eroberten die türken jerusalem. welche ironie der geschichte, dass es ausgerechnet die kreuzritter waren, die den türken zu ihrer macht im orient verhalfen! Ludwig der Heilige und könig von frankreich wollte 1248 an den ort des geschehens eilen und retten, was zu retten war. auf diesem sechsten kreuzzug wurde er aber von den türken gefangen genommen und 1254 nach hause geschickt. jerusalem hatte er nicht einmal aus der ferne gesehen. diese schmach ertrug er nicht. 1270 zog er abermals in den orient. sein erstes ziel war tunis. leider brach auf diesem letzten der sieben kreuzzüge die beulenpest aus, an der Ludwig starb und mit ihm die meisten seiner söldner. schliesslich fiel auch noch akkon, die letzte hochburg der kreuzfahrer. die ehemaligen stammländer der kreuzfahrer, syrien und palästina, mussten schliesslich - ohne unterstützung aus europa - ebenfalls aufgegeben werden. nach 200 jahren kreuzzugs-taumel machte sich in europa ernüchterung breit. palästina blieb sich selbst überlassen und verfiel in einen dornröschenschlaf - im grossen und ganzen milde verwaltet von den arabern -, bis die osmanen auch dort das zepter ergriffen und mit aller härte ihre interessen durchsetzten. so war an eine christliche - in wirklichkeit aber marodierende und plündernde eroberung des heiligen landes überhaupt nicht mehr zu denken. in den sieben kreuzzügen haben 22 millionen menschen ihr leben gelassen. diese europäischen eroberungskriege, so blutig wie bizarr, haben ihren festen platz in den historischen erinnerungen der araber. sie sind tief und unauslöschlich in ihre kollektive seele eingebrannt. wer diese wahrheit nicht anerkennen will, wird die aktuellen probleme der region nicht wirklich verstehen. diese notiz ist auch separat im "link-verzeichnis" auf der seite "libanon - syrien - jordanien" aufzurufen! eine ausstellung zum thema zeigt das Bischöfliche Dom und Diozesanmuseum Mainz vom 2. april bis zum 30.juli 2004. als quelle für diese notiz benutzte ich die informative homepage: 24.03.2004 erwähnte ich es -
erwähnte ich es nicht? eine soap-opera
geht immer weiter!***
die „süddeutsche“ in münchen (meine
hochgeschätzte zeitung!) hat seit einiger zeit erhebliche
wirtschaftliche probleme. damit steht der verlag nicht allein da. auch
die „frankfurter rundschau“ musste jetzt geldgeber mit ins boot nehmen,
um ihr erscheinen zu sichern. der grund sind sinkende einnahmen aus dem
anzeigengeschäft. nachdem in allen bereichen der verlage schon
strikte rationalisierungsmassnahmen durchgesetzt worden sind, wird man
in den chefetagen zunehmend ratloser. viel mehr ist nicht einzusparen -
es sei denn, man entlässt weiterhin redakteure, was aber zu immer
grösseren einbussen in der qualität und im umfang der
berichterstattung führt - und damt die einnahmen noch weiter
schmälert. die „süddeutsche“ hat diese idee aufgegriffen und bietet unter dem logo „süddeutsche - bibliothek“ romane der weltliteratur des 20. jahrhunderts in guter ausstattung zu einem äusserst niedrigen preis an. den anfang machen „der name der rose“ von Umberto Ecco, Milan Kunderas „die unerträgliche leichtigkeit des seins“ und "katz und maus" von Günter Grass - das buch für jeweis 4 euro 90. der preis ist erfreulich - die auswahl nicht unbedingt -, denn man scheint bei der „süddeutschen“ auf bewährtes und allgemein anerkanntes zu setzen. zu befürchten ist, dass die reihe, die auf insgesamt 50 bücher wachsen soll, ausschliesslich dem literarischen „mainstream“ folgt. überraschungen oder gar literarische entdeckungen sind nicht zu erwarten. wer sich aber nur einigermassen für die zeitgenössische literatur interessiert, kennt die romane aus dem süddeutschen verlag längst. übrigens sind gerade diese „bestseller“ als preisgünstige taschenbücher und in aller regel auch in den bekannten „buchclubs“ zu bekommen. die von der feuilleton-redaktion der „süddeutschen“ ausgewählten bücher werden jeweils bei erscheinen in der zeitung vorgestellt und rezensiert. deswegen musste der verlag sich auch prompt den vorwurf gefallen lassen, seine redakteure vor den kommerziellen karren zu spannen und ihre journalistische pflicht zu objektivität und unabhängigkeit zu ignorieren. welcher redakteur wird schon ein buch „verreissen“, mit dem sein verlag geld verdienen muss - um damit letztlich auch seinen arbeitsplatz zu sichern? aber, nachdem die ersten titel der reihe bekannt sind, ist diese gefahr wohl eher gering. oder sollte es etwa bei der „süddeutschen“ redakteure geben, die einem roman von umberto ecco, milan kundera oder günter grass die literarische qualität absprechen? wer sich so ausschliesslich auf den literarischen „common sense“ verlässt, kann nicht viel falsch - aber leider auch wenig richtig machen. schon die ersten drei titel lassen vermuten, dass hier altbekanntes gepflegt und allgemeine langeweile gefördert wird. 23.03.2004 „milchreis ist was für babys“ ruft mein neffe Fredi und schüttelt sich. „aber nicht, wenn man ihn *o sole mio* singen lässt!“ antworte ich. jetzt sieht er mich ganz verständnislos an. wer bei milchreis immer nur an zucker und zimt denkt, versäumt einiges. denn er eignet sich zu viel mehr: zum beispiel für ein typisches italienisches gericht: das risotto! Fredi allerdings isst immer nur pizza und spaghettis. ein risotto ist ihm zu kompliziert! - was nicht stimmt, aber zu beweisen ist: jetzt wird es zeit, die klein geschnittenen tomaten dazu zu geben. wir können auch paprika nehmen - oder das gemüse ganz weglassen - je nachdem, welche geschmacksrichtung unser risotto bekommen soll. ich rühre fleissig weiter und Fredi bemerkt: „wenn das so weiter geht, brauchst du bald einen neuen kochlöffel!“ als nächstes kommt fleischbrühe zum reis, die ich aus einem rind- oder huhnextrakt zubereitet habe. an dieser stelle scheiden sich die italienischen geister! wer seinen kochlöffel strapazieren möchte, gibt die brühe nach und nach zum reis und rührt jedes mal so lange, bis sie verkocht ist. ich giesse gleich mehr brühe an, muss aber trotzdem immer wieder einmal umrühren. nach einer viertelstunde wird der reis langsam weich. jetzt heisst es aufzupassen - denn er soll nicht zerkochen. wenn er alle brühe aufgesogen hat, müsste er gar sein. ich nehme den fertigen reis - der jetzt eine eher klebrige masse ist - vom herd und würze mit pfeffer. gesalzen werden muss nicht, denn das besorgte schon die brühe. anschliessend rühre ich ein stück butter ein und rasple vor dem servieren parmesankäse über das risotto. „und jetzt noch zucker und zimt!“ grinst Fredi frech. unsinn! und ... ... guten appetit! hier ist eine homepage mit vielen italienischen pasta- und risottogerichten. ich zitiere von dort: Am besten gelingt ein Risotto (aber) mit italienischem Reis aus der Po-Ebene, zum Beispiel Arborio, S. Andrea, Carnaroli oder Vialone Nano. Wer keinen italienischen Risottoreis bekommt, kann (...) auch Milchreis verwenden, da er ähnliche Kocheigenschaften hat. 22.03.2004 es gibt eine umumstössliche historische wahrheit:
der alltag der menschen in früheren zeiten bestand aus krieg, krieg
und abermals krieg ...das ist ein zitat aus meinem reisebericht "süsser tee in der wüste". ich fürchte, dass ich den satz vor einigen monaten sehr ungenau formuliert habe. die wahrheit ist nämlich, dass der alltag vieler menschen auch heute aus kriegen besteht. nur wollen wir daran nach einer langen periode des friedens in europa nicht gern erinnert werden. auch der anschlag von madrid ist krieg - und zwar im kern einer zwischen arm und reich. mit dem islam hat er überhaupt nichts zu tun. davon spricht auch das lied, das ich nicht ohne grund mit dieser seite verlinkt habe. so lange es im internet aufzurufen ist, wird es - sozusagen als präambel - hier auf der seite bleiben. es steht für die hoffnung auf einsicht, nächstenliebe und den frieden auf der welt. ***
türkei „last minute“ muss es nun wirklich nicht noch einmal sein. deswegen haben sich herr und frau Meyerdierks im reisebüro mit vielen bunten reiseprospekten versorgt, um in aller ruhe ihren urlaub zu planen. zu hause blättern sie in den katalogen hin und her, vergleichen die angebote und preise. endlich haben sie ihre wahl getroffen. in diesem jahr werden sie alles richtig machen und das hotel „palm beach“ auf mallorca buchen. ein schnäppchen! 499 euro „all inclusive“ - wenn das nichts ist! voller vorfreude liest herr Meyerdierks seiner frau vor, was sie in den schönsten wochen des jahres erwartet: „das hotel *palm beach* wurde strandnah und in ruhiger lage an einer der idyllischen buchten mallorcas erbaut. hier können sie einmal richtig ausspannen. denken sie bitte daran, sonnencreme und badeschuhe einzupacken, um den einzigartigen strand richtig geniessen zu können. ihr hotel liegt verkehrsgünstig und verspricht seinen gästen eine familiäre atmosphäre. deswegen ist das lebhafte hotel auch bei jungen gästen sehr beliebt. landestypisch möbliert, verfügt es über eine zentrale klimaanlage, alle gästezimmer gehen zur meerseite. unser örtlicher reiseleiter ist für sie rund um die uhr da!“ ich will herrn und frau meyerdierks nun wirklich nicht die freude auf ihren urlaub verderben. aber: schauen wir uns das „palm beach“ hotel auf mallorca doch einfach einmal an: die bucht, an der das hotel liegt, ist wirklich idyllisch. pinien, schroffe felsen - und oben an der steilküste haben wir einen herrlichen blick aufs mittelmeer. vom strandnahen „palm beach“ führt ein 30 minütiger fussmarsch zu einem gefährlichen, weil unbefestigten trampelpfad hinunter zum strand, der aus spitzen und scharfkantigen kieselsteinen besteht. ohne festes schuhwerk (vergessen sie die badeschuhe nicht!) sollten wir ihn besser nicht betreten. die meeresbrandung ist so stark, dass an ein baden nicht zu denken ist. aber - es bleibt ja noch das hotel! mit seiner ruhigen lage haben sie uns nicht zu viel versprochen! es steht nämlich viele kilometer von der nächsten ortschaft entfernt - also „ganz weit draussen“ auf freiem feld. wer kein mietauto hat, wird von spanien nur das hotelpersonal kennenlernen. vielleicht erreichen wir aber mit glück den unregelmässig vorbei fahrenden bus, denn das hotel liegt verkehrsgünstig an der stark frequentierten und höllisch lauten schnellstrasse nach palma. die „familiäre atmosphäre“ geniessen wir als planlos-chaotisches hotelmanagement. wenn mama nicht will, bleibt die küche kalt. wenn die zimmer nicht gesäubert werden, hat constanza gerade ihren freien tag. im hotel geht es in der tat lebhaft zu. das vorwiegend junge publikum feiert auf ihren zimmern bei lauter musik die nächte durch und einige gäste kommen überdies regelmässig zu später stunde auf die idee, unter dem allgemeinem gejohle ihrer freunde von einem zum anderen balkon zu klettern. und die zimmer? die sind tatsächlich landestypisch möbliert - so spartanisch, dass wir in durchgelegenen betten schlafen und an wackelnden tischen sitzen müssen. die zentrale klimaanlage lässt sich nicht individuell regulieren und bläst tag und nacht einen eisigen wind durchs hotel. aber da die zimmer alle meerseitig sind, wird uns der blick aus dem fenster ganz gewiss für allerhand ungemach entschädigen. weit gefehlt! „meerseitig“ heisst noch lange nicht „mit meeresblick“. vor uns ragt das betongerippe eines nie fertiggestellten hotels in den himmel und versperrt jede aussicht. der hoteldirektor versichert uns allerdings mit südländischem temperament, dass irgendwo dahinter das mittelmeer beginnt. das alles müssen wir uns natürlich nicht gefallen lassen. wir gehen zum reiseleiter, um uns zu beschweren. leider versteht er uns nicht. mit dem „örtlichen reiseleiter“ sollten wir spanisch sprechen - oder eben gar nicht. ich wünsche herrn und frau Meyerdierks einen schönen urlaub - all inclusive! diese notiz findest du jetzt auch mit dem titel "ALL INCLUSIVE" bei den *anderen geschichten*auf meiner homepage! (klick!) 21.03.2004 was ist eine flaschenpost? klicke aufs bild! eine
mail ins internet: das finde ich aber freundlich, dass du rizzki so
viel platz auf deiner homepage* einräumst! er
hat es wirklich verdient. als ich ihn kennenlernte, wusste ich sofort,
dass ich etwas zu tun hatte. wir können nicht allen menschen
helfen - und manchmal will es mir schier das herz brechen, wenn ich mit
offenen augen durch marokko wandere. aber eines kommt zum anderen - und
rizzki erzählt seinen freunden vielleicht von einem deutschen, der
ihm helfen wollte. das ist doch ein anfang!danke und grüsse! rolf (* mehr zur homepage *www.fullgas net* in meiner notiz vom 12.2.2004) ***
spätestens mit seinem geschichtswerk „wallenstein“ war
Golo Mann, der sohn von Thomas Mann, in deutschland als historiker
anerkannt. dennoch verhinderten massive widerstände seine -
verdiente - professur. in frankfurt vereitelten das Max Horkheimer und
Theodor Adorno, wobei sie nicht davor zurück schreckten, seine
homosexualität gegen ihn ins feld zu führen. ihr argument: er
könnte seine studenten verführen.prüde, schlimme jahre! Golo Mann, 1909 geboren, hat unter seinem elternhaus, vor allem aber unter seinem vater gelitten. er spürte, ähnlich wie sein bruder Klaus, den übermächtigen väterlichen schatten ein leben lang. Klaus zerbrach daran. Golo aber distanzierte sich schon früh und verliess das elternhaus. dass er schliesslich ein historiker von überragendem erzähltalent wurde, war vielleicht sein ausweg, um sich nicht auf dem feld behaupten zu müssen, das sein vater mit meisterschaft beherrschte - das der literatur. 1933 folgte Golo Mann seinen eltern ins exil in die usa, nicht ohne zuvor noch einmal unerkannt nach münchen zu fahren, um einige wichtige unterlagen aus dem elternhaus zu retten - unter anderem die „tagebücher“ seines vaters, die später für so viel aufmerksamkeit und wirbel sorgten. er rettete sie - musste aber seinem vater versprechen, keinen blick hinein zu tun. es ist auch Golo Manns verdienst, dass Heinrich Mann die flucht aus deutschland gelang. Golo begleitete seinen onkel auf dem schwierigen weg nach portugal, wo sie einen dampfer in die usa erreichten. Heinrich Mann sagte später, dass ihm die flucht ohne seinen neffen nicht gelungen wäre. als amerikanischer offizier kehrte Golo Mann ins nachkriegsdeutschland zurück. es war ein glück, dass er noch relativ jung war und schon bald seine arbeit als historiker fortsetzen konnte. in fachkreisen wurde er zuweilen hart kritisiert, - man misstraute einem geschichtsschreiber, der es verstand, geschichte grossartig zu erzählen. Golo Mann verlangte von sich selbst grösste disziplin. in seinem leben hatten zufälle und leidenschaften keinen platz. vielleicht waren ihm die lebensschicksale seiner älteren geschwister eine warnung. Klaus und Erika faszinierten in den 20er jahren als „enfants terribles“ ganz deutschland. über alle massen talentiert, schrieben sie bücher, spielten theater, reisten durch die welt und kämpften, als es darauf ankam, gegen die nazi-diktatur. und doch starb Klaus von drogen krank und einsam in südfrankreich, Erika, ebenso ratlos und vereinsamt, flüchtete sich zu ihren eltern, die nach dem krieg in die schweiz zurück gekehrt waren. dort stand sie - unglücklich, herrschsüchtig und verbittert - ihrem vater in seinen letzten jahren bei der schriftstellerischen arbeit zur seite. ich kann mir gut vorstellen, dass Golo Mann mit einigem schrecken das leben eines homosexuellen führte. das schickal seines bruders Klaus, der in immer neue affären mit jungen männern verstrickt war, stand ihm bedrohlich vor augen - und auch das schicksal seines vaters, der nur mit mühe und äusserster disziplin seine homosexuellen neigungen bezwang - wenn er sie schon nicht verbergen konnte. ich kann mir Golo Mann nicht als einen glücklichen menschen vorstellen. aber was heisst das schon? manchmal muss es reichen, eine mit viel lob und ehren begleitete arbeit zu tun. über seinem leben, das 1994 zu ende ging, liegt - bei allem wissenschaftlichen glanz - eine schattenhafte tragik, der er als sohn eines berühmten vaters und mit neigungen, die in den frühen jahren der bundesrepublik verborgen werden mussten, nicht wirklich entkommen konnte. mehr zur familie Mann in meiner notiz vom 1.3.2004! in diesen tagen ist eine umfangreiche biografie über ihn erschienen. der „spiegel“ hat dies zum anlass genommen, über Golo Mann zu berichten. der artikel diente mir als erinnernde quelle für diese notiz. http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,291208,00.html 20.03.2004 vor einigen jahren besuchte ich pergamon, die antike griechische stadt, die heute in der türkei liegt und spektakulär - mit einem weiten blick ins land - auf einem bergplateau liegt. die gebäude, vor allem auch das in den berg hinein gebaute theater, sind relativ gut erhalten. 1878 hatte Carl Humann den altar in pergamon entdeckt. 1902 wurde er in berlin aufgestellt und fand 1930 im neu erbauten pergamonmuseum seinen endgültigen platz. unser fremdenführer beklagte sich bitter, dass man dem türkischen staat dieses grossartige denkmal des klassischen altertums genommen hatte und verlangte nachdrücklich die rückgabe: der altar muss an seinen alten platz zurück, sagte er. diese forderung hatte mich nachdenklich gemacht. ich war mir sehr gewiss, dass es den pergamon-altar gar nicht mehr gäbe, wenn man ihn damals nicht ausgegraben, abgetragen und nach berlin transportiert hätte. wind, wetter und ein nachlässiger umgang der türkischen behörden mit dem griechischen erbe hätten ihn mit sicherheit zerstört. erst heute besinnt sich die türkei auf die antiken stätten und pflegt sie, - locken sie doch als ein teil des weltkulturerbes tausende von touristen an. ich dachte weiter nach: wenn es schon der grosse wunsch der türkei ist, dass der altar wieder an seinen alten platz zurückkehrt, warum errichtet man dann in pergamon nicht eine nachbildung des bauwerks? viele wertvolle antike monumente stehen heute in museen und sind - aus konservatorischen gründen - nur noch als kopie an ihrem ursprünglichen standort zu sehen. wenn aber die türkei garantieren kann, dass der originale pergamon-altar, - an alter stelle wieder aufgestellt -, keinen weiteren schaden nimmt, warum gibt deutschland ihn dann nicht zurück und stellt stattdessen eine kopie in berlin auf? ähnliches gilt für den fries des parthenon-tempels in athen. teile von ihm wurden zu beginn des 19. jahrhunderts von lord elgin nach england transportiert und sind heute im britischen museum ausgestellt, wo sie als die „parthenon-marbles“ viele besucher anlocken. prominente griechen, unter anderem die verstorbene melina mercouri, starteten vor jahren eine initiative, um den fries an seinen angestammten platz nach athen zurückzuholen. jetzt wird gemeldet, dass der griechische staat offiziell auf die rückführung verzichtet hat. ich meine, dass man sich im jahr der olympischen spiele in athen dazu entschliessen sollte, die fehlenden teile des fries in kopie zu ersetzen und wieder am sims des tempels anzubringen. der originale fries gehört dort jedenfalls nicht hin! wer einmal in athen war und sich unter einer stickigen glocke von schmutzigen abgasen wieder fand, weiss, warum! da der parthenon zur zeit umfänglich erneuert wird, dürfte die restaurierung kein besonderes problem sein, - zumal das original als vorlage vorhanden ist. weitere informationen zum fries des parthenon-tempels, zu seiner geschichte und der inititaive für die rückführung gibt es auf dieser griechischen homepage (auch in englischer sprache): http://www.greece.org/parthenon/marbles/ 19.03.2004 ohne frage! der frühling ist nach deutschland gekommen. plötzlich ist es warm geworden und wir finden so schnell gar nicht aus unseren winterkleidern heraus. noch wenige wochen - und die bäume sind so dicht belaubt und grün, als wollten sie uns sagen, dass sich das warten gelohnt hat. welche freude nach einem langen winter! einmal war ich im frühling bei mrs. finnigan in twickenham bei london zu besuch. sie lebt in einem dieser hübschen dunkelroten backsteinhäuser mit den strahlend weissen fensterläden. ich hatte mich bei ihr für „bed and breakfast“ angemeldet. das zimmer, das ich bewohnte, war hell und freundlich, die fenster gingen hinaus zum garten. mrs. finnigan gestattete mir, mich auf eine bank unter einen alten baum zu setzen, um eine zigarette zu rauchen. im haus durfte ich es nicht! was hatte sie für einen schönen garten! ich bewunderte die üppigen stauden, die seltenen pflanzen und die in allen farben blühenden blumen. mrs. finnigan aber winkte bescheiden ab. sie hätte viel zu wenig zeit für ihren garten! garten in sissinghurst I. gärten - und ihrer gehört ganz gewiss dazu! da lächelte mrs. finnigan und lud mich zu einer tasse tee ein - in ihren garten, unter den alten baum. Vita Sackville-West, die bekannte englische schriftstellerin und freundin von Virginia Woolf, schuf zusammen mit ihrem mann, dem diplomaten Harold Nicholsen, in den 30er jahren die gärten von sissinghurst in der grafschaft kent. es entstanden üppige anlagen, die von jeweils einer farbe und ihren schattierungen bestimmt sind. nachts schrieb Vita ihre bücher - tagsüber pflanzte sie stauden und legte rabatten an. das herz der gartenfreunde schlägt höher, wenn der name sissinghurst fällt. garten in sissinghurst II. dieser garten ist nur einer von vielen in england, die einen besuch lohnen. in wohl kaum einem land sonst gibt es freizeitgärtner, die sich mit so viel liebe und hingabe ihren gärten widmen. es gibt wettbewerbe für die schönsten gärten und mancher engländer gestaltet seinen garten jedes jahr neu und anders. in deutschland setzte sich die englische gartenkunst im 19. jahrhundert durch. man verzichtete fortan auf die strenge ordnung der abgezirkelten beete und wege und schuf stattdessen „park- und gartenräume“, in denen bestimmte pflanzen und farben dominierten. alles schien zufällig, - manchmal sogar wild wuchernd -, und war doch in der wirkung genau geplant. hier geht es zum garten von Vita Sackville-West und zu vielen weiteren informationen über die englische gartenkunst! 18.03.2004
erwähnte ich eigentlich schon mal, dass eine soap-opera immer weiter geht? ***
1969 fuhr ich zum ersten mal nach griechenland, - mit dem auto
über den berüchtigten „autoput“. das war die schreckliche
schnellstrasse quer durch jugoslawien, an deren rändern so viele
autowracks lagen, dass ich bald aufhörte, sie zu zählen. in den 70er jahren wurde es üblich (und erschwinglich!), mit dem flugzeug zu reisen. von athen ging es zum piräus und weiter auf einer der fähren in die ägäis. wir alle, die mit rucksack und sehr wenig geld unterwegs waren, suchten das ursprüngliche griechenland. wir fanden es schon damals nur noch, wenn wir auf manchmal recht abenteuerliche entdeckungsfahrt gingen. manche inseln in der ägäis waren schwierig und nur auf umwegen zu erreichen. die reizten uns besonders. eine davon war amorgos. den einheimischen waren wir
rucksacktouristen keine bereicherung, sondern - ich weiss es! - eine
ganz besondere und schreckliche plage.
eine schöne homepage erzählt uns von amorgos mit vielen fotos und griechischen liedern - es ist die geschichte einer insel, die vor 30 jahren „der“ geheimtipp aller ägäis-reisenden war. lang ist´s her!* klicke auf eines der fotos - für eine reise nach amorgos! *
weil ich in meinen erinnerungen gerade auf dieser kleinen insel in der
ägäis bin, denke ich an Maria zurück. sie besass ein
kleines häuschen am rande des hafens. dort vermietete sie zimmer an
uns touristen. wer jemals in der ägeis in so einem zimmer - mit den
blauen läden vor den fenstern - aufgewacht ist, wird sein lebtag
nicht wieder ganz traurig sein können. die sonne blitzt über
das meer, die letzten nächtlichen schatten verstecken sich in den
felsen, der wind trägt thymian und oregano in seinen taschen zu uns
her ...
... Maria, unsere
zimmerwirtin, wohnte zwar auf amorgos - ihr herz jedoch lebte in
frankreich. sie hatte das land nie gesehen, aber seine sprache gelernt.
leider verstanden die griechen nichts, wenn sie sich auf
französisch mit ihnen unterhielt. deswegen freute sie sich, wenn
der frühling in die ägäis kam - und mit ihm die
touristen. endlich konnte sie sich
wieder mit all den fremden in ihrer geliebten sprache unterhalten - auch
mit mir, der leider gar nichts verstand! wenn wir aber zusammen lachten,
wusste ich immer, was Maria gerade dachte!
in diesen tagen dreht sich in meinen notizen
alles um "inseln". morgen gibt es noch eine! hat das einen grund? bin
ich vielleicht reif für dieselbe? über robinson crusoe muss man kein wort
mehr verlieren. seine geschichte ist allen bekannt. vielleicht nur so
viel: Daniel Defoe schrieb nicht nur einen spannenden abenteuerroman.
als sein „robinson crusoe“ 1719 in england erschien, galt er als der
erste englischsprachige roman überhaupt.
damals war die zeit reif, den einzelnen in das zentrum des erzählens zu rücken und seinen individuellen werdegang, seine gefühle und konfikte zu beschreiben. das ist das generalthema und der dreh- und angelpunkt aller romane der weltliteratur! mit einem einzigen unterschied zu Defoe: schon bald wurde in den romanen nicht mehr das individuum in seiner auseinandersetzung mit der natur und ihren gewalten geschildert, sondern in seinem konflikt mit der gesellschaft und ihren normen. Defoe wusste genau, wovon er schrieb. auch wenn er seinen helden auf einer einsamen südsee-insel stranden lässt, erzählt er doch immer auch seine eigene geschichte. Defoe war in einen dauernden streit mit den autoritäten seines landes verwickelt und wurde mehrmals ins gefängnis geworfen. einst ein wohlhabender kaufmann, starb er 1731 bettelarm in london. man muss den roman nur gegen den strich lesen, um zu erkennen, dass robinson crusoe der einsame, moralische held in einer feindlichen welt ist, gegen die es sich aufzulehnen gilt - deren regeln man aber genau kennen muss, um zu überleben. das thema „robinson“ wurde im laufe der zeit hundertfach variiert und war vorbild für dutzende von abenteuerromanen - den sogenannten „robinsoniaden“. Defoe hatte sein buch nicht für
heranwachsende geschrieben - dass es aber zum jugendbuch schlechthin
wurde, hat seinen grund.
spätestens in der pubertät macht jeder junge mensch die für ihn zunächst niederschmetternde erfahrung, dass er im grunde ein auf sich selbst gestelltes individuum und existentiell allein ist. wir alle landen irgendwann an einsamen küsten und müssen grosse energien aufbringen, um unseren platz in der gesellschaft zu finden und zu behaupten. als bremer fühle ich mich dem buch besonders verbunden. in Defoes roman ist robinson crusoe der sohn eines aus bremen nach england ausgewanderten kaufmanns. das sogenannte „robinson-crusoe-haus“ steht unweit des bremer rathauses in der von Ludwig Roselius zwischen 1922 und 1931 erbauten böttcherstrasse: der „robinson crusoe“ wurde von vielen
künstlern illustriert - unter anderem auch von dem englischen
künstler N.C. Wyeth, der die atmosphäre des buches fast
archetypisch und aufs schönste einfing.
die illustrationen von ihm (drei habe ich hierher gestellt!) sind im internet aufzurufen, dazu der englische text des romans in ganzer länge. klicke auf das bild! 16.03.2004
es gibt sie noch - die magischen orte weit hinter dem wind und fern unter dem horizont: irgendwo im atlantik liegen sie - die neun inseln der azoren. subtropische, vulkanische inseln mit üppiger flora, die den meisten von uns nur von den wetterberichten mit ihren berühmten, weil schönes wetter verheissenden azoren-hochs bekannt sind. Peter J. Orth aus bonn gab eines tages
seinen bürgerlichen beruf auf und fuhr mit seinem segelschiff, der
„swan of bonn“, über das meer, um die inseln kennenzulernen. daraus
wurden aufenthalte von insgesamt zwei jahren. Orth legte mit seinem
schiff 4.800 seemeilen bei vier überfahrten zu den azoren
zurück und mehr als 5.000 meilen innerhalb des archipels selbst.
entdeckt wurden die azoren 1427 von den portugiesen und ab 1439 besiedelt. aber erst 1450 fand man die letzen beiden, - flores und corvo -, der insgesamt neun inseln. sie liegen 800 kilometer von lissabon und 2000 kilometer von new york entfernt im atlantik. alle fotos mit copyright von Peter J. Orth die bewohner der azoren sind immer von den
noch aktiven vulkanen und den damit verbundenen erdbeben bedroht. das
letzte ereignete sich 1981 und hinterliess verheerende schäden.
deswegen ziehen immer mehr menschen von den inseln fort.
ihren namen erhielten die azoren vom habicht, der auf portugiesisch acores heisst. man glaubte, ihn auf den inseln gesichtet zu haben. erst später stellte sich heraus, dass es sich um bussarde handelte. die flora der inseln ist suptropisch-üppig. hortensien erreichen eine höhe von fünf metern und bilden ganze wälder. ausserdem wachsen auf den inseln 70 sogenannte endemische pflanzen, die nur hier vorkommen. unzählige moos- und farnarten sorgen für das immer grüne gesicht der inseln, ergänzt von vielen tropischen und subtropischen pflanzen, die seefahrer im 17. und 18. jahrhundert von ihren reisen mit brachten und in exotischen parklandschaften zu bewundern sind. es wäre noch viel von den grünen inseln im atlantik zu erzählen. viel besser kann das aber Peter J. Orth, der den azoren eine homepage gewidmet hat und auch - im rahmen des sanften tourismus - reisen dorthin vermittelt. seine homepage ist interessant gestaltet und mit schönen fotografien versehen. sie macht lust, sogleich auf reisen zu gehen ... ... und passt damit aufs trefflichste zu meinen notizen. *** mein neffe Fredi isst für sein
leben gern gekochtes rindfleisch mit einer meerrettich-sauce. wenn er
mich besucht, koche ich es für ihn. beim metzger besorgen wir ein
stück suppenfeisch (besser noch: tafelspitz -"ihhh, ich esse doch
keinen hund!"). Fredi zeigt zwar immer auf das magerste stück - ich
nehme aber lieber ein vom fett durchzogenes. das sorgt für eine
kräftige brühe.
das fleisch lege ich in einen kochtopf, gebe
so viel kaltes wasser hinzu, bis es bedeckt ist und lasse es aufkochen.
bald entsteht an der oberfläche ein bräunlich-schmutziger
schaum. den muss Fredi mit einem löffel entfernen, bis die
brühe wieder klar ist. bei mir wird eben nicht nur gegessen,
sondern auch gearbeitet.
Fredi guckt mich immer schief an, wenn ich sage: „jetzt solltest du das suppengemüse schneiden“. „muss das sein?“ fragt er. nein, muss nicht! denn in das kochende wasser gebe ich einfach einige löffel instant-rinderbrühe, mit der ich den sud, in dem das fleisch kocht, kräftig würze. anschliessend reduziere ich die hitze und lasse das fleisch auf kleiner flamme rund zwei stunden (im schnellkochtopf eine stunde!) vor sich hin köcheln. das ist nun wirklich eine geduldsprobe für Fredi. er fragt mich alle 10 minuten, wann das fleisch denn nun gar ist. nachdem er das zwölfte mal gefragt hat, kann ich das fleisch aus der brühe nehmen und es abkühlen lassen. als nächstes bereite ich die sauce. in einem topf wird butter goldgelb zerlassen. dazu gebe ich ein wenig mehl und verrühre beides zu einer paste. anschliessend giesse ich von der brühe hinzu. jetzt muss kräftig gerührt werden - am besten mit dem schneebesen. das mache ich lieber selbst. Fredi kann schon mal den tisch decken. übrigens nennt man diese zubereitung aus mehl und butter eine „mehlschwitze“. die sauce sollte jetzt dickflüssig und sämig sein. ich gebe geriebenen meerrettich (aus dem glas) dazu - die menge ist geschmacksache. Fredi hat es gern, wenn ihm beim essen die tränen kommen. er sagt dann immer: „ich beweine deine kochkünste!“ verfeinert wird mit creme fraiche, die ich mit dem schneebesen in der sauce aufschlage. vielleicht muss auch noch einmal gesalzen und gepfeffert werden. fertig! „nein!“ ruft Fredi (er hat gut aufgepasst!). „du hast den schuss zitronensaft vergessen!“ das wars schon! dazu schmecken mir grüne bohnen, Fredi zieht als beilage einen blattspinat vor. bei den salzkartoffeln sind wir wieder einer meinung. „guten appetit!“ ruft Fredi und
weint zufrieden dicke meerrettichtränen.
p.s was Fredi nicht weiss: ich lege ein stück vom gekochten rindfleisch zur seite und lasse es abkühlen. dann schneide ich es klein und vermische die fleischwürfel mit fein geschnittenen äpfeln, zwiebeln und sauren gurken. anschliessend kommt eine leichte majonaisse (miracle wip) dazu. abgeschmeckt wird mit pfeffer, zitronensaft und ein wenig zucker. der rindfleischsalat sollte über nacht im kühlschrank stehen, damit sich die aromen der zutaten vermischen können. ich garniere den salat vor dem essen mit hart gekochten und geviertelten eiern. dazu passt getoastes weissbrot. der salat sollte nicht kalt, sondern zimmerwarm verzehrt werden. kaum sitze ich am tisch, klingelt es an der tür. es ist Fredi! er schaut auf meinen teller und ruft: „wusste ich es doch!“ und dann lassen wir es uns zusammen schmecken. 14.03.2003
ängstlich war sie nicht, wenn es galt, die dinge beim namen zu nennen. meistens tat sie das in reimform - und wie! poesie ist leben prosa ist der tod engelein umschweben unser täglich brot. so konnte wirklich nur eine dichten:
Friederike Kempner, geboren 1836 in posen als tochter eines
rittergutsbesitzers. sie arbeitete in der armenfürsorge und
engagierte sich für eine reform des gefängniswesens. ausgleich
und besinnung fand sie im schreiben von gedichten, - ihr vorbild war der
hohe, weihevolle ton der klassischen lyrik Schillers und Hölderlins
(Goethe hingegen musste sich allerhand kritik aus ihrer feder gefallen
lassen - gott sei dank: er konnte es nicht mehr lesen!).
ihre gedichte beginnen oft schwungvoll. aber der guten Friederike geht leider regelmässig die puste aus. sie umschwebt dann, um bei einem ihrer gedichte zu bleiben, wie ein engelein den reim und und weiss nicht recht weiter. aber tapfer, wie ihr herz ist, nimmt sie allen mut zusammen und erreicht mit den nächsten versen dann doch noch - irgendwie - das ziel. immerhin: damit schraubte sie die kunst der
unfreiwilligen komik ...
hallo, mrs. Forster-Jenkins! sie hätte ich ja fast vergessen! ... in ungeahnte höhen. Frohe Stunden Jedesmal, wenn frohe Stunden Mir im Herzen stattgefunden, Haben sich mir vorgestellt Auch die Leiden dieser Welt. Schon, daß gar so sehr verschieden Unsre Lose sind hienieden – Goethe fand zwar nichts dabei, Doch mir scheints nicht einwandfrei. Pilz des Glücks ist dieser eine, Jener Stiefpilz des Geschicks; Einem sind als O die Beine, Andern wuchsen sie als X. Sorglos aalen sich die Reichen, Andern sind die Gelder knapp, Und noch ungestorb’ne Leichen Senkt zum Orkus man hinab. Wißt ihr nicht, wie weh das tut, Wenn man wach im Grabe ruht? das thema, lebendig begraben zu sein, kehrt
in vielen ihrer gedichte wieder. es ist ihre obsession. einmal wendet
sie sich sogar an ihren kaiser und fleht in reimform, nur ja auf den
schlachtfeldern aufzupassen, damit wirklich nur die toten begraben
werden.
ihre angst ging so weit, dass sie eine denkschrift über die „Nothwendigkeit einer gesetzlichen Einführung von Leichenhäusern" veröffentlichte - die, wie wir heute wissen, von erfolg gekrönt war. für die reime fand sie keinen verleger. deswegen veröffentlichte sie ihre gedichte aus eigenen mitteln. ihre angehörigen kauften die bücher gleich wieder auf. sie schämten sich fürchterlich, denn Friederikes reime sorgten in ganz deutschland für grosses gelächter. Friederike, die inzwischen "der schlesische schwan" genannt wurde, ahnte nichts davon und schrieb ins vorwort der dritten auflage ihrer gedichte: „Der dritten Auflage (...) schicke ich einige Worte des freudigsten Dankes voraus: Dank der liebenswürdigen Lesewelt, welche die 2. Auflage - 1882 erschienen, schon im Mai 1883 vergriffen hatte!“ und reimte immer weiter ...
aus dem Dunkel bricht das Licht, Neu erstrahlet mir die Welt, Und verstoßen bin ich nicht, Gott, aus Deines Lichtes Zelt! Welche Wonne, welches Glück, Welcher Jubel kehrt zurück! Einzig Glück wohnt nur im Licht, Gott, ich lese ein Gedicht. ... bis sie 1904 ein gehirnschlag traf.
Thomas Pester hat Friederike Kempner eine homepage gewidmet, auf der viele ihrer gedichte nachzulesen sind. klicke dazu aufs bild: 13.3.2004
bevor es in meinen notizen unheimlich wird, gibt es auf vielfachen wunsch noch eine musikalische zugabe: klick! danke, frau Schneider! *** noch ein hinweis
zuvor:
vor einigen tagen war hier viel von der liebe die rede. sie trifft uns eben alle - irgendwann. ich will auf einen bericht von Alexandra aufmerksam machen, den sie vor einigen tagen im *marokko-forum* veröffentlicht hat. sie erzählt von ihrer liebe zu einem marokkaner, ihren zweifeln und ängsten ... und wie sie schliesslich weihnachten 2003 spontan nach marokko flog, um ihn wieder zu sehen und seine familie kennen zu lernen. ich weiss nicht, ob die geschichte von Alexandra und Abdelilah ein "happy end" haben wird. ich weiss noch nicht einmal, ob man es ihnen wünschen sollte. ich weiss aber, dass es "so" oder "so ähnlich" vielen ergeht, die nach marokko reisen und dort ihrer liebe begegnen. hier ist der bericht: Alexandras ganz persönliche Marokko-Erlebnisse (klick! wer den bericht später lesen möchte (und es lohnt sich!): alexandra hat mir erlaubt, ihn in meine Kleine Babel-Bibliothek aufzunehmen. **
was wäre das "old cataract-hotel"
in assuan am nil ohne Hercule Poirot? er machte das hotel erst
berühmt. hier löste der pfiffige detektiv einen seiner
schwierigen fälle und ich bin mir sicher, dass Agatha Christie die
idee zu ihrem kriminalroman just auf der terrasse mit den bequemen
korbsesseln kam, in denen auch Karin und ich unseren tee tranken. ich habe davon berichtet. um ehrlich zu sein: ich weiss gar nicht
mehr, um was es in dem buch ging! aber so ist es immer, wenn ich Agatha
Christie lese. eine wunderbare unterhaltung! wenn das buch zu ende ist,
habe ich den inhalt schon vergessen.
anders wäre es natürlich, wenn man sich in eine der romanfiguren verwandeln könnte, um selbst eines der spannenden abenteuer zu erleben - aber bitte auf dem nil und nicht im nebeligen london! warum tun wir es eigentlich nicht? spielen wir doch einfach mal im ersten kapitel einer mysteriösen geschichte die hauptrolle - die sich in diesem fall aber nicht agatha christie, sondern Toshimitsu Takagi ausgedacht hat. die vorgeschichte ist schnell erzählt: wir haben den abend zuvor ein wenig zu viel getrunken und erinnern uns nicht mehr so recht an die nacht. wir wachen morgens auf und finden uns in einem hotelzimmer wieder. noch viel mysteriöser als die frage, wie wir dorthin gerieten, ist der umstand, dass die tür verschlossen ist und wir gefangen sind. wie kommen wir nur aus dem hotelzimmer wieder heraus? einige tipps, bevor das virtuelle abenteuer los geht: sammelt alles ein, was ihr findet. schaut in jede ecke und auch unter das bett, schüttelt die kissen und die vorhänge. jeder gegenstand, den ihr findet, bringt euch der freiheit ein stück näher. ein klick aufs bild - und ihr findet euch eingesperrt im hotezimmer wieder. wer überhaupt nicht mehr heraus kommt, dem helfe ich in meinem erste-hilfe-forum - "ich will hier raus!" (klick!) - wenn ich kann! ich bin da nämlich auch noch drin - unter dem bett - bitte nicht erschrecken! 12.03.2004 meine heutigen notizen sprechen nur von der liebe. was liegt da näher, als ihnen ein kleines liebeslied voran zu stellen? amerika produziert eben nicht nur talentierte präsidenten - sondern auch ebensolche sänger! klicke zum beweis einfach aufs cover: *** jetzt
aber zur liebe! kein buch der weltliteratur zeigte eine so grosse
wirkung wie „die leiden des jungen werther“, das Johann Wolfgang von
Goethe als 25-jähriger schrieb und 1774 anonym in leipzig
veröffentlichte. ein briefroman, in dem werther seinem freund
wilhelm von der vergeblichen liebe zu der verheirateten lotte berichtet.
wir alle wissen, wie das buch ausgeht: werther verzweifelt und
erschiesst sich.
das buch beeindruckte die leser der damaligen zeit nachhaltig. nicht nur, dass viele sich wie werther und lotte kleideten, - einige suchten nach der lektüre des buches gar den freitod. der roman hatte einen ton getroffen, der ganz und gar unbekannt war. so privat und offen hatte zuvor niemand von der liebe und seinen qualen erzählt. literaturhistoriker haben der zeit, in der das buch erschien, irgendwann das schild „sturm und drang“ angehängt. in wirklichkeit „drängt“ und „stürmt“ hier aber niemand, sondern spricht in bis dahin nie gehörter differenziertheit von seinen gefühlen. der roman machte Goethe mit einem schlag berühmt. aber je älter er wurde, desto lästiger war ihm dieses, im jugendlichen alter geschriebene buch. gab es inzwischen nicht den „faust“, den „wilhelm meister“, die „italienische reise“? daran wollte der geheimrat in weimar gemessen werden - und nicht an seinem jugendlichen husarenstück. aber, wer es fertig bringt, den roman ganzer generationen zu schreiben und nebenbei auch noch die grenzen der literatur seiner zeit sprengt, sollte sich über das echo nicht wundern. der roman liest sich heute noch so frisch wie damals. er ist nie wirklich unmodern geworden. Wolfgang Tischer liest ihn für uns! das hörbuch kann in kompletter länge aus dem internet herunter geladen werden: 11.03.2004 wieder einmal etwas erbauliches zu beginn. klicke aufs plattencover! *** vor einigen tagen hatte ich auf die homepage von Klaus
Schlenstedt hingewiesen.
im oktober 2003 war er in südmarokko und hat darüber einen
film gedreht. ich habe ihn mir angesehen und Klaus spontan eine mail
geschickt:
t"> heute habe ich euren marokko-film erhalten (zusammen mit dem libyen- und algerien-film). ich habe ihn mir gleich angesehen. es ist mir ein bedürfnis, euch dafür sehr herzlich zu danken. euch ist etwas sehr, sehr schönes gelungen: beeindruceindruckende aufnahmen aus dem süden marokkos, dazu ein kommentar, bei dem man in jedem augenblick spürt, wie verbunden ihr mit dem land und der wüste seid und eine film zu einem grossen erlebnis werden lässt. ich war traurig, als der film zu ende war... allen, die den film noch nicht kennen: SEHT IHN EUCH AN! er ist einfach wunderbar! Klaus Schlenstedt verschickt den film als dvd gegen einen kleinen unkostenbetrag. ich finde das ügenerös. mit einem klick auf seine crew der südmarokko-reise geht es zur homepage von Klaus und zur bestellung des films. für mich gibt es nichts schöneres,
als mir vorlesen zu lassen. ich habe auch bemerkt, dass sich mir der
inhalt beim zuhören viel leichter einprägt und in meiner
fantasie noch viel farbigere bilder entstehen, als wenn ich den text
selbst lese.
was eignet sich besser zum vorlesen
als ein märchen? märchen sind mündlich überliefert
und entfalten ihre magie erst im lauten erzählen. es ist das
gesprochene, nicht das geschriebene wort, das den märchen inne
wohnt. daher rührt ihre oft holzschnittartige sprache.
das erzählen von märchen ist bei uns leider nicht mehr populär. allerdings kann man mit einigem glück in der türkei und im gesamten arabischen raum männer treffen, die vor einem grossem publikum märchen erzählen - in cafés und auf grossen plätzen, wie dem jemma el fna in marrakesch. die arabische welt ist reich an märchen, die nicht nur aus tausend und einer nacht überliefert sind. die deutschen volksmärchen hingegen wären wohl für immer verloren gewesen, wenn nicht die gebrüder Grimm, geboren 1785 und 1786 in hanau und später hochschulprofessoren in kassel und göttingen, durch deutschland gewandert wären, um sich die volksmärchen von denen, die sie noch kannten, erzählen zu lassen. Jacob Ludwig Grimm und sein bruder Wilhelm
waren „kinder“ der deutschen romantik, die ihren blick zurück ins
mittelalter warfen, - mit seinen burgen, den rittern, der "blauen
blume", und den einfachen menschen, deren überlieferungen es
aufzubewahren galt. dass dies nicht im mindesten weltfremd war, bewies
das politische engagement der brüder, weswegen sie schliesslich aus
göttingen verjagt wurden. es überrascht nicht weiter, dass
sich die grimms mit den herausragenden vertretern der deutschen
romantik, Achim von Arnim und Clemens Brentano, befreundeten, die zur
selben zeit die deutschen lieder für des „knaben wunderhorn“
sammelten.
die drei bände der „kinder und hausmärchen" erschienen zwischen 1812 und 1822 in berlin, wo man den beiden brüder "politisches asyl" gewährt hatte. johannes m. ackner hat einige dieser märchen auf band gesprochen, die kostenlos aus dem internet herunter geladen werden können. für dornröschen, aschenputtel, schneewittchen, frau holle, die bremer stadtmusikanten, den wolf und die sieben geislein, sterntaler und rotkäppchen steht hier der download bereit: rumpelstilzchen, der froschkönig, die
heinzelmännchen und weitere märchen warten hier aufs
zuhören:
10.3.2004
über das alte ägypten gibt es unzählige homepages im internet. die faszination für diese frühe hochkultur, die fünftausend jahre bestand hatte, ist ungebrochen. das grosse wissen ägyptens auf vielen gebieten - sei es der architektur, technik oder medizin - ist uns teilweise verloren gegangen und so stehen wir staunend vor den monumenten am nil - den pyramiden, grabkammern und tempeln. meine reise 1997 nach ägypten - von kairo bis assuan und abu simbel - wird mir unvergesslich bleiben. besonders gern erinnere ich mich an die teestunde, zu der ich mit Karin, einer mitreisenden, im "old-cataract-hotel" in assuan verabredet war. wir sassen auf der terrasse über dem nil in tiefen korbsesseln und schlürften unseren tee. very english! aber auch sehr teuer! erst als wir gingen, bemerkten wir, dass man in unserem rücken ein grosses sandwich-bufet aufgebaut hatte - und das war im preis inbegriffen. es ist eben nicht immer einfach, sich in einem der schönsten hotels ägyptens zu orientieren, an dessen wänden bis heute die prachtvollen lithographien von David Roberts hängen. Anja Semling war noch nie in ägypten. ich wünsche ihr sehr, dass sie eines tages all´ das sehen kann, worum seit jahren ihre gedanken kreisen. auf jedem fall wird sie mit ausserordentlichen kenntnissen auf diese reise gehen. ich wünschte, ich könnte sie begleiten, um von ihrem profunden wissen zu profitieren. Anjas
homepage "mein alt-ägypten" wurde mit bedeutenden awards
ausgezeichnet. und die hat sie auch verdient. liebevoll aufbereitete
fakten bestimmen ihre seite, auf der eigentlich alles zu ägypten
und seiner kultur zu finden ist. ich muss Anja von dieser stelle aus gar
nicht viele leser wünschen - die hat sie längst. ich wage
sogar zu behaupten, dass an ihrer homepage niemand vorbei kommt, der
sich ernsthaft mit ägypten beschäftigen will. mit einem klick
aufs banner geht es zu Anjas wunderbaren homepage:
9.03.2004 informationen
im internet zu Georg Forster, dem deutschen forscher und weltreisenden
(1754 - 1794), sind spärlich. dennoch erschliessen sich bei der
suche nach hinweisen erstaunliche querverbindungen, die nicht allen
bekannt sein dürften.
am 25. august 1768 verlässt die „endeavour“ unter dem kommando von kapitän James Cook den hafen von plymouth. ziel ist der 40. breitengrad auf der suche nach der „terra australis“. die "endeavour" beim auslaufen aus plymouth Cook
entdeckt schliesslich die küste australiens und kann sie teilweise
karthographieren. 1771 kehrt die „endeavour“ nach erfolgreicher, wenn
auch verlustreicher reise, nach england zurück.
1772 umsegelt kapitän Cook erneut die welt, um den legendären „südkontinent“ zu finden. wir wir heute wissen, war damit die antarktis gemeint. sein schiff, die „resolution“, dringt auf dieser reise in noch nie zuvor erreichte südliche breiten vor, wenn auch der kontinent aus schnee und eis nicht gefunden wird. mit an bord auf dieser zweiten expedition ist Johann Reinhold Forster (1729 - 1798), ein dorfpfarrer aus nassenhuben bei danzig, der sich in england einen namen als naturforscher gemacht hat. er beherrscht siebzehn sprachen und betätigt sich als linguist, anthropologe und philosoph. er besteht darauf, dass sein siebzehnjähriger sohn Georg ihn als assistenten begleitet. unter der anleitung seines vaters sammelt, zeichnet und beschreibt der junge Forster auf dieser weltreise tiere und pflanzen. Johann Reinhold Forster und Georg Forster zurückgekehrt
nach england überwirft sich J. R. Forster allerdings mit der
englischen admiralität und kann seinen bericht der reise nicht
veröffentlichen. stattdessen publiziert sein sohn Georg, der frei
von absprachen und verträgen ist, das zweibändige reisewerk „a
voyage round the world“, das 1777 in england und 1778 in deutschland
erscheint. es macht ihn berühmt.
titel der ersten deutschen ausgabe das werk
von Georg Forster wurde in der ehemaligen DDR mustergültig betreut
und ediert. es passte aufs vornehmste in das kulturpolitische konzept
des sozialistischen staates: denn als 1792 die franzosen mainz besetzen,
wird Forster vizepräsident der provisorischen verwaltung und setzt
sich für eine republik auf deutschem boden ein. wegen seiner
politischen aktivitäten in deutschland geächtet, geht er nach
paris, wo er 1794 stirbt.
heute
möchte ich meine notizen mit einem gedicht von erich fried beginnen
(klick)!es war auch Georg Forster, der Alexander von Humboldt den entscheidenden anstoss zur erforschung der aussereuropäischen länder gab. Humboldt hatte Forster 1789 in mainz besucht. schon ein halbes jahr später unternahmen sie zusammen eine forschungsreise durch holland, belgien und england. Alexander von Humboldt (1769-1859) wurde als naturforscher vor allem durch seine südamerika-reise weltberühmt. er war der erste, der die erde als ganzes und im zusammenspiel verschiedenster vorgänge erforschte und beschrieb. in seiner zeitschrift `kosmos´ , in der er seine forschungsergebnisse publizierte, bezeichnete er Georg Forster einmal als seinen "freund und lehrer". so spannt sich ein erstaunlicher bogen von James Cook über Johann Reinhold und Georg Forster zu Alexander von Humboldt und den vielen nachfolgern auf dem gebiet der geographie und biologie. ein beeindruckendes beispiel, wie das von generation zu generation erfahrene und aufbewahrte wissen wie ein staffelholz in jeweils jüngere hände gelegt wird, um sich immer weiter zu entfalten und zu verästeln. es ist - ein schlichtes wie grosses wort - menschheitswissen! wer mehr informationen sucht: die ausstellung: „die grüne schatzkammer“ (klick!) der Freien Universität Berlin BGBM (1998) gibt auskunft. sie diente dieser notiz auch als quelle. 8.03.2004 *** ich fliege nach marokko und freue mich auf
meinen urlaub.
in agadir schlendere ich über den strand, sehe zu dem hohen felsen, auf dem: "allah, könig, vaterland“ steht und frage mich, ob ich jemals fort war. übrigens: der schriftzug wird manchmal sogar nachts beleuchtet - aber nur, wenn der könig in agadir ist. nach so vielen malen in marokko - ich habe
es inzwischen aufgegeben, mitzuzählen -, ist das land fast zu einer
zweiten heimat für mich geworden. ich steige aus dem flugzeug und mir
schlägt die hitze afrikas entgegen, vermischt mit dem geruch des
nahen atlantiks.
dann klopft mein herz ein wenig schneller. wenn ich an die grenzkontrolle trete und den beamten meinen pass reiche, schauen sie meistens amüsiert auf. so viele stempel! „welcome to maroc“! sagen sie, lächeln mich freundlich an und versehen meinen ausweis mit einem neuen eintrag. dann ist alles wieder so wie immer. die hupenden autos, die eselskarren, die spielenden kinder, die reglosen, dunklen gestalten am strassenrand. ich sehe in der ferne die berge des hohen atlas und vor mir die weissen häuser agadirs. mein herz will gar nicht still werden! im hotel kommt ahmed, der hoteldirektor, auf mich zu und schüttelt mir die hand. „schön, dass du wieder da bist!“ der hoteldiener klopft mir lachend auf die schulter und greift nach meinem trolly, um ihn in mein zimmer zu schieben. mustafa, der kiosk-besitzer, der immer eine braune strickweste trägt, eilt aus seinem laden und umarmt mich. ahmed ist stolz, dass er mir auch dieses mal eines der frisch renovierten zimmer reservieren konnte. dort angekommen, trete ich auf den balkon. wenn ich den atlantik sehe, der sich vor meinen augen in die unendlichkeit erstreckt ... hüpft mein herz! wieder da - wieder in marokko! es ist immer dasselbe: wenn ich nach zwei wochen zurück fahre, schwöre ich mir: das war nun wirklich das letzte mal! mich werden die marokkaner nicht noch einmal nerven, mit ihrem „hallo mister!“, „du deutschland?“, „geht gut?“ und mit ihrem prüfenden blick, ob ich vielleicht das erste mal in marokko bin. denn dann wäre ich ihr naives „opfer“ in einem spiel. es heisst: *marokko ist ein land der schlitzohren - wie
gut, dass du mich getroffen hast*.
selbstverständlich gehört zu diesem spiel auch noch dieser satz: „ich schwöre bei allah und mama: ich bin ein ganz ehrlich mensch!“ wenn ich aber zurück in deutschland bin und einige monate ins land gegangen sind, spüre ich ein ziehen in meinem herzen. ich frage: "was ist los?", und es flüstert: „ich möchte einmal wieder schneller schlagen!“ da ein herz immer recht hat und nicht betrogen werden darf, bin ich in diesem juni wieder in agadir. 14 tage bei den möven, den flatternden sonnenschirmen im atlantikwind, den lauten nächten, dem dieselgestank in der luft und dem: „hallo! schön, dass da bist!“ wer immer noch nicht verstanden hat, was ich sagen will, der sollte sich diesen kleinen film ansehen (klicke dazu einfach auf das foto!): 7.03.2004
das
ist dann *KREUZ UND QUER* auf reisen! (KLICK!)in meine notizen "KREUZ UND QUER" habe ich gestern einen weblog integriert. warum? weil ich manchmal auch von meinen reisen nach hause berichten möchte! mit einem weblog ist das einfach: hinein in ein internet-café, den weblog aufgerufen und los ... also werde ich immer dann den weblog aktivieren, wenn ich unterwegs bin! auf ihr fahrzeug konnten sich in aller regel die borgward-fahrer in den 50er jahren verlassen, die bei einer fahrleistung ihrer autos von 100.000 kilometern - was in der damaligen zeit nicht selbstverständlich war - mit einer ehren-plakette belohnt wurden. der name borgward ist eng mit bremen verbunden. hier stand das automobilwerk, in dem die legendären autos gebaut wurden. das schönste automobil von borgward war sicherlich die „isabella“. 1961, in einer wirtschaftsrezession und vom
bremer senat nicht weiter unterstützt, ging das werk in konkurs.
wenig später starb carl borgward. auf dem firmen-gelände
entstand später ein mercedes-werk, in dem heute vor allem der
sportwagen slk gebaut wird.
inzwischen wissen wir, dass der konkurs von borgward hätte abgewendet werden können. es gab aber mächtige interessengruppen, die an der zerschlagung dieser grossen deutschen automobilmarke grosses interesse hatten. ich will darauf nicht weiter eingehen. die ehefrau von carl borgward hat ihren mann um jahrzehnte überlebt. vor einigen monaten ist sie gestorben. jetzt wurde der nachlass von einem bremer auktionshaus versteigert - allerdings war darunter nur weniges, das einen ummittelbaren bezug zu den borgward-werken hat. bei dem nachlass handeltezeitgeist der 50er jahre atmen. in der mehrzahl nicht besonders interessant! ich frage mich, wo eigentlich der nachlass der firma borgward hingeraten ist. wurde er schon viel früher, bei liquidation des werkes, verkauft? und wenn ja, wohin ging er? die frage ist deswegen interessant, weil es von privater seite immer wieder bestrebungen gibt, in bremen ein borgward-museum zu gründen. das würde der stadt auch gut zu gesicht stehen, die sich aber in dieser frage selmuseum zu gründen. das würde der stadt auch gut zu gesicht stehen, die sich aber in dieser frage sel in dieser frage seltsam bedeckt hält. erst vor kurzem konnten einige enthusiasten aus bremen eine grössere zahl von borgward-fahrzeugen von einem sammler aus österreich erwerben. das wäre immerhin der grundstock für ein museum, auch wenn die autos erst noch restauriert werden müssen. und so ist es auch gedacht. nach der auktion erfuhr die öffentlichkeit, dass von den ganz wenigen gegenständen, die unmittelbar mit dem borgward-werk zu tun haben, mindestens eines vom „haus der geschichte“ in bonn ersteigert wurde. alles andere ging an privatpersonen und händler in der bundesrepublik. von einem engagement des bremer senats wurde nichts bekannt. aber das fehlte bekanntlich schon 1961, als die borgward-werke zerschlagen wurden. hier ist eine studie, die zeigt, wie ein
borgward-fahrzeug heute vielleicht aussehen würde. man kann das
fahrzeug sogar in seinen lieblingsfarben „lackieren“. (klicke dafür
aufs bild!)
eine schöne seite im internet widmet sich dem lebenswerk von carl borgward. Neun Tage nach dem verheerenden
Erdbeben im Norden Marokkos hat die Regierung eine endgültige
Bilanz der Opfer veröffentlicht. Demnach kamen 629 Menschen ums
Leben, weitere 926 wurden verletzt.
Von den Verletzten befinden sich noch 101 im Krankenhaus. Das Beben der Stärke 6,5 am 24. Februar zerstörte 2.539 Häuser undruar zerstörte 2.539 Häuser und machte 15.230 Menschen obdachlos, wie Informationsminister Nabil Benabdellah mitteilte.(APA/ag.) erschreckende zahlen! man kann nur hoffen, dass den menschen, die kein dach mehr über dem kopf haben, nun schnell geholfen wird. angesichts des chaos, das nach dem erdbeben in marokko herrschte, als die hilfsorganisationen vor ort nicht richtig koordiniert werden konnten und ganze wagenladungen mit hilfsgütern einfach geplündert wurden, ist meine hoffnung in dieser hinsicht allerdings gering. es wird wohl so sein wie immer: die marokkaner werden versuchen, sich mit eigener kraft aus ihrem elend zu befreien. ich bin mir auch ziemlich sicher, dass kaum einer von ihnen auf staatliche hilfe hofft - die, wenn sie überhaupt kommt, nur allzu oft in hände gerät, für die sie nicht bestimmt ist. ***
amjad nasser, ein jordanier, der heute in
london lebt, hat seine heimat besucht und darüber einen
reisebericht verfasst. er reflektiert auf seine weise ein wichtiges
thema jordaniens: das seines ursprungs und wandels. es ist ein thema,
über das im ganzen nahen osten gesprochen wird, weil die
arabisch-islamische kultur ohne unterlass von der zerstörung ihrer
identität bedroht ist und - anders als viele kulturen der
vergangenheit - von dieser bedrohung weiss, oft aber ...
... falsche schlüsse daraus zieht. nasser allerdings belässt es bei seinen beobachtungen und schildert die früher menschenleere wüste als ein verwirrendes geflecht aus strommasten, strassen, satellitenschüsseln und tankstellen. die beduinen, die einst allein die wüste bewohnten, sind für ihn die letzten kosmopoliten der region. sie ignorieren bis heute die ländergrenzen und wandern meist unbehelligt von syrien nach jordanien, vom irak nach saudi-arabien ... spätestens hier wird nassers reisebericht zu einem appell an die gemeinsamen wurzeln der araber in der region und ihre - von aussen wie von innen - verhinderte einheit. klicke auf das
porträt von amjad nasser für seinen reisebericht!
der steht übrigens jetzt auch in meiner KLEINEN BABEL-BIBLIOTHEK! 5.03.2004 ... komm
mit!" rief die möve. "ich zeige dir ein land im weiten ozean, das
so klitzeklein wie eine muschel ist! aber zu entdecken gibt es dort sehr
viel! liebe, zuversicht, traurigkeit, schmerzen und einige kleine
möven, die an dich denken! komm einfach mit!" vor einigen tagen schrieb ich von der flaschenpost und machte auf einen link
aufmerksam, der eine bastelanleitung liefert, damit die post auch
wirklich ihr ziel erreicht. für mich sind es nachrichten, die in
das meer des internets geworfen werden - in der hoffnung, dass jemand
sie liest. ich werde in zukunft berichten, wenn eine
nachricht, ein gedanke oder eine flüchtige notiz die küste
meiner homepage erreichen. selten wird die flaschenpost
an mich adressiert sein, und manchmal werfe ich sie sogar selbst in den
ozean - sie hat vielleicht keinen empfänger, immer aber einen
absender ...
... Holen wir doch Wein und reden über den Tag Wie klein Du beim
Trinken aussiehst
Alles ringsum torkelt und freut sich So schön kann man untergehen und der Abschied Läßt uns ungetrennt leben; und nun Gibt es nichts mehr zu sagen. Allmählich zerstreuen sich die Freunde wie Wolken Und auch ich bin nur ein leichter Staub. (Lu Xun) 4.03.2004 der "waldrapp" - also: der waldrabe -
gehört zu den am meisten bedrohten vogelarten. er ist ein
stelzvogel und gehört in die familie der ibisvögel. bei uns
ist er schon lange ausgestorben. seit dem 17. jahrhundert wird er in der
europäischen literatur nicht mehr erwähnt und man fragte sich
bald, ob der waldrabe nicht überhaupt ein fabeltier war, das nie
gelebt hatte. erst ende des 19. jahrhunderts konnte zweifelsfrei
geklärt werden, dass der mittelalterliche waldrapp identisch mit
dem schopfibis ist, der bis heute an wenigen stellen des nahen ostens
und in nordafrika lebt.
eine der letzten noch existierenden
waldrapp-kolonien liegt im souss-massa nationalpark in marokko, unweit
von agadir. diese kolonie mit 65 brutpaaren (im jahr 2001) ist ein
bedeutender und unersetzbarer teil des marokkanischen und weltweiten
naturerbes. ausgerechnet in tifnit, in unmittelbarer nähe zum
nationalpark, der jedes jahr vogelliebhaber aus aller welt anlockt,
plant der marokkanische staat eine weitläufige hotelanlage.
ich habe tifnit immer wieder besucht und dem ort eine geschichte in meinem erzählband "achmed und der fisch aus tinte" gewidmet. tifnit ist für mich, auch wenn seine einwohner wegen des hotelprojekts fortziehen mussten, ein "magischer ort" in marokko. 2003 war ich wieder dort! wenn ich auch gehofft hatte, dass dieser kleine flecken vergessen wird, wo die fischer unter kargen bedingungen die häuserruinen bewohnen, so sprachen die beton- und stahlträger, die dort mittlerweile errichtet waren, eine ganz andere sprache. das bauprojekt ist in vollem gange und bedroht damit vielleicht eine einzigartige vogelwelt. (*) mit einem klick auf das foto, das den strand von tifnit zeigt, geht es zum protestschreiben an die marokkanische regierung in rabat. (*) tifnit liegt unmittelbar am souss-massa
nationalpark, aber doch - gott sei dank - nicht mitten in ihm. der bau
der hotelanlagen ist wahrscheinlich nicht mehr zu stoppen. es bleibt zu
hoffen, dass ein umweltverträglicher und verantwortungsvoller
tourismus die umgebung vor grösseren schäden bewahrt. ich
erwähne das deshalb, weil ich weiss, dass marokko auf den tourismus
als motor des wachstums setzt und damit kollisionen mit dem naturschutz
programmiert sind. inzwischen wurden weitere abschnitte an der
atlantik-küste für investoren freigegeben.
3.03.2004 bevor ich es vergesse! eine soap-opera geht immer weiter! vor einiger zeit fand ich eine nachricht in
meinem mail-postkasten. die homepage von ronald feldkamp, der das foto
zusammen mit den nachdenklichen sätzen versendet hatte, gibt es
leider nicht mehr. ich hätte sie gern vorgestellt!
spuren verlieren sich im internet manchmal
viel zu schnell und es bleibt nur eine "flaschenpost" wie diese - dann
und wann!
so eine flaschenpost ist, - zumal in schwerer see ins wasser geworfen -, eine nachricht an alle, von denen wir hoffen, dass sie an uns denken. ist das nun grenzenloser optimismus, oder einfach nur das wissen, nicht wirklich allein auf dem ozean unseres lebens zu sein? ich weiss es nicht! damit aber jede flaschenpost ihr ziel erreicht, gibt es hier ... manchmal verreise ich in meiner fantasie.
heute dachte ich, - ich weiss nicht warum! - an die italienische
riviera. vielleicht ist es das graue wetter, das mich dorthin fliehen
liess. die riviera hat sich viel von dem bewahrt, was sie immer war:
fluchtpunkt der ermüdeten und nebelsatten aus ganz europa. dass sie
dazu wurde, verdankt sie gewiss ihrer lage:
abgeschirmt von den kalten nordwinden, gesegnet mit der milde des mittelmeerischen klimas und gewärmt von den abertausend sonnenstunden im jahr ... von den grossen, weil vergangenen zeiten, als sich dort die reichen und berühmten trafen, aber auch die heimatlosen literaten und versprengten russischen adeligen, sprechen die "grand hotels" an der riviera. eines davon ist das 1872 eröffnete
"royal hotel" in san remo.
ein wenig sieht man dem hotel die patina an
- und den glanz vergangener tage. aber das ist für viele - und auch
für mich - der besondere reiz. hotels müssen eine geschichte
erzählen, damit wir uns in ihnen wohl fühlen können.
also schauen wir uns ein wenig um in den
räumen und setzen uns in einen der sessel nahe der hohen fenster,
die einen weiten blick auf das mittelmeer gestatten. jetzt werden wir
auch gefragt, ob wir etwas zu uns nehmen möchten. zu dieser
nachmittagsstunde wäre ein espresso gerade richtig! "prego,
signore!" und schon steht er schwarz und heiss vor uns auf dem kleinen
tisch. erst jetzt fällt uns die stille auf. grosse, alte hotels
sind immer still, als horchten sie versonnen in ihre vergangenheit. der
hoteldiener eilt herbei, um die schweren vorhänge zu schliessen,
weil die sonne uns blenden könnte. wir aber rufen ganz erschrocken:
"no, no! bitte nicht!", denn die sonnenstrahlen werfen ein so
schönes muster auf das parkett und illuminieren die farben der
schweren persischen teppiche, dass sie aussehen wie verwunschene
gärten ...
san remo und seine gärten! san remo und seine parks! san remo und seine blumen! wir treten aus der grossen tür ins freie und stehen auf der weiten terrasse des hotels. hier wird abends das essen serviert - bei kerzenschein und im angesicht der funkelnden lichter der küste, die sich im dunkel des mittelmeers verlieren. ich habe einmal eine geschichte
geschrieben, die etwas von dem erzählt, was die riviera und ihre
alten hotels für mich bedeuten. die geschichte spielt in
frankreich, aber das ist eigentlich gleichgültig, denn die
küstenstädte italiens und frankreichs ähneln sich und
wetteifern höchstens darum, welche die schönste geschichte aus
der "alten zeit" zu erzählen weiss.
wer noch ein wenig in san remo bleiben
möchte und sich vom charme des hotels verzaubern lassen will, der
sei gern eingeladen:
1.03.2004
ich muss immer wieder lachen, wenn ich diesen satz höre oder lese: "was wäre ich ohne meine frau!" ja, was wären die herren doktoren, professoren und politiker ohne ihre frauen? hilflose erdenbewohner, nicht in der lage, sich ein ei zu kochen oder einen tee zuzubereiten. sie müssten, mit einem wort, verhungern und verdursten. aber dieser satz sagt noch viel mehr. unausgesprochen erwartet er, dass sich die frauen den lebensplanungen und -zielen ihrer männer unterordnen, sozusagen das "räumkommando" auf dem steinigen weg zu ruhm, macht und einfluss sind. die männer schreiten pausenlos voran und ihre gattinnen betätigen sich als trümmerfrauen, die möglichst geräuschlos alles aus dem weg schaffen, was ihre gatten ins stolpern bringen könnte. die grossen männer! und ihre schatten! auf diesem foto sind rechts thomas mann und
links sein bruder heinrich mann zu sehen. heinrich heiratete eine
herzensgute bardame aus dem berliner milieu. sie war ihm geistig
himmelweit unterlegen, diente aber wohl sonst allen wünschen, die
ein mann an eine frau hat. heinrich war ein rechter schwerenöter,
der schon als 16-jähriger gern die bordelle in lübeck
besuchte.
und thomas mann? er heiratete katja pringsheim, die ihm zur liebe eine wissenschaftliche karriere aufgab. thomas schmückte sich mit dem fräulein aus reicher münchener professorenfamilie. der rest ist bekannt. schon die hochzeitsreise nach zürich geriet zu einem fiasko, weil thomas mann nicht recht in der lage war, die ehe auch wirklich zu vollziehen. er konsultierte mehrere ärzte, die aber auch keinen rechten rat wussten. eine homosexualität ist eben nicht mit lauwarmen fussbädern und heissen kompressen zu kurieren. dann aber muss er sich wirklich zusammen gerissen haben. denn katja gebahr ein kind nach dem anderen, regelte darüber hinaus den haushalt und die finanzen, damit der "zauberer" in aller ruhe seinem schriftstellerischen geschäft nachgehen konnte. das hatte er in seinem lübecker elternhaus gelernt! als kaufmannssohn macht man sogar aus der literatur ein handelsgeschäft. und katja? sie verschwand im schatten ihres berühmten gatten und unterschrieb fortan ihre briefe mit "frau thomas mann". selbstverleugung um eines höheren zweckes willen. wer ein wenig mehr über die frauen in der familie mann wissen möchte, dem sei der kluge aufsatz von marianne krüll empfohlen. er erzählt, liest man ihn nur richtig, von einem grotesken scheitern! |