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KREUZ UND QUER!
*sechs neue notizen*
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einige kilometer von bremen entfernt, - dort wo
die moore beginnen -, liegt das kleine dorf worpswede. es wäre wohl
immer ein verschlafener ort geblieben, wenn nicht einige künstler, wie
fritz mackensen, paula becker, otto modersohn oder heinrich vogeler das teufelsmoor
entdeckt hätten - und damit worpswede.
um die jahrhundertwende liessen auch die deutschen künstler die ateliers hinter sich und entdeckten die natur. vorbilder waren die französischen impressionisten, wie etwa paul cezanne und vincent van gogh. in deutschland entstanden die ersten künstlerkolonien, weit ab der städte - in der natur. worpswede wäre aber nie zu einer so bedeutenden küntlerkolonie geworden, wenn nicht heinrich vogeler, in bremen geboren, hier ein grundstück erwarb und darauf seinen "barkenhoff" errichtete - ein haus, das bäuerliche kultur und bürgerlichen stil der zeit aufs schönste vereinte. heinrich vogeler war ein vielseitiges talent, sowohl als maler, als auch als kunsthandwerker und lyriker. mit seinen bildern und buchillustrationen, aber ebenso mit seinen entwürfen zu möbeln, teppichen, geschirr und bestecken, gilt er als "der" jugenstilkünstler deutschlands schlechthin. in bremen hatte er die "güldenkammer" des bremer rathauses ausgestattet, die bis heute im glanz des reinen jugendstils zu bewundern ist. vogeler machte worpswede berühmt und zog weitere bedeutende künstler an. auch rainer maria rilke war zu gast auf dem barkenhoff. in seiner berühmten monographie über worpswede erwähnt er allerdings die herausragende paula becker, die mit otto modersohn verheiratet war, mit keinem wort. dabei ist sie - mit dem abstand vieler jahrzehnte betrachtet - wohl die bedeutendste künstlerin der kolonie gewesen, die mit ihren bildern malerische grenzen sprengte, weil sie ihre sujets auf das wesentliche reduzierte und so fast archetypische bilder schuf. den ersten weltkrieg überstand die künstlerkolonie nicht. auf den einbruch einer brutalen realität fanden die künstler keine antwort. heinrich vogeler wandte sich vom jugendstil - der allzu vordergründigen, weil allein dekorativen kunst - ab und wurde kommunist. er öffnete sein haus der "roten hilfe", die dort ein kinderheim einrichtete. er selbst ging nach russland, wo er auch gestorben ist . seine bilder aus dieser letzten zeit bemühen sich um einen expressiven stil, sind aber düster, manchmal fahrig, und erreichen nicht mehr die künstlerischen qualitäten seiner anfangsjahre. mit dem ende des jugendstils war auch seine kreativität erschöpft. vogeler war sich schon früh bewusst, dass die kunst des "jugendstils", benannt nach der münchner kunstzeitschrift "jugend", kaum entwicklungsfähig war. sie blieb allzu vordergründig, dekorativ und ornamental. sie schmückte und veredelte, überhöhte und stilisierte die realität, ohne an ihren kern vorzudringen. damit gerieten seine arbeiten mehr und mehr zum blossen - wenn auch anspruchsvollen - kunsthandwerk. bezeichnend für seine seelische verfassung waren die grossen feste, die um 1910 auf dem "barkenhoff" stattfanden. er bereitete sie sorgfältig vor. vom geschirr bis zur blumendekoration überliess er nichts dem zufall. alles war subtil arrangiert und aufs feinste aufeinander abgestimmt. wenn aber alles vorbereitet und zu einem stimmigen gesamtkunstwerk arrangiert war, zog er sich zurück und verfiel in tiefe depressionen. es war der schöne schein, die dekoration und die fassade, hinter der er die erschreckende leere ahnte, die nicht zu füllen war. nur so ist es zu erklären, warum er sich später dem kommunismus zu wandte. er wollte seinem leben noch einmal richtung und ziel geben, von dem er glaubte, dass es ihm im spiel des schönen, aber leeren scheins des jugenstils abhanden gekommen war. die windzerzauste mühle im teufelsmoor mit dem stolzen ritter zu pferd davor erinnert an eine andere geschichte im fernen spanien. vielleicht fühlte sich heinrich vogeler selbst wie dieser ritter, wenn er in worpswede einer kunst nachging, die hinter allem schimmer und glanz so manches mal die fadenscheinigkeit nicht kaschieren konnte. sie war damit übrigens das genaue abbild des ausgehenden wilhelminischen zeitalters, wenn auch der ursprüngliche pomp und die markart´sche überladenheit dieser epoche abgelöst war von einer grösseren sparsamkeit der formen. dennoch blieb alles vordergrund und verkürzte perspektive.
das zweite bild zeigt den "barkenhoff", von ihm selbst gemalt. haus und garten waren sein "gesamtkunstwerk", in das er alles einfliessen liess, was ihm an künsterischem ausdruck und handwerk zur verfügung stand. heute ist der "barkenhoff" im besitz des landes niedersachsens. er wird zur zeit renoviert und steht für stipendiaten der bildenden kunst offen.. (165) das bild ist aus der rubrik entnommen: "bilder mit worten" (meine meditationsseite
mit klaviermusik von debussy!)
"manche bilder sagen mehr als worte - aber zu einigen bildern gibt es auch worte!"
mit einem "klick" ins bild nach PALERMO! (zu einer homepage, die nicht nur eine englische übersetzung liefert, sondern - aus gutem grund - auch eine arabische.) (164) 1907 wurde es eröffnet - das berühmte hotel "adlon" in berlin, inbegriff allen glanzes, den berlin bis weit in die 30er jahre des vorigen jahrhunderts hatte. hier wohnten die reichen und berühmten, schauspieler, politiker und fürsten. wer sich über das hotel informieren will, das vor einigen jahren in altem glanz wieder erstanden ist, dem sei die homepage des "adlon" empfohlen. man lernt die geschichte des hotels kennen und kann auf einem virtuellen spaziergang das prächtig wieder aufgebaute haus bewundern, in dem zu wohnen nicht ganz billig ist. die präsidenten-suite mit blick aufs brandenburger tor kostet pro übernachtung 8.500 euro. das ist aber nur auf den ersten blick viel geld. denn man muss wissen, dass in diesem angebot champagner, eine fruchtschale und kekse inclusive sind. ***
ich habe meinen web-log probeweise aktiviert - und dort eine umfrage
gestartet. wenn du magst, mache doch mit! ich bin gespannt auf deine meinungen
und antworten. ab 8. juni steht an dieser stelle der web-log dann 14 tage.
wenn ich zeit finde, werde ich euch berichten - aus agadir, dem antiatlas
und aus essaouira!
(162) was die post mit gutem essen zu tun hat? nun, wenn ihr diese notiz aufmerksam lest, wisst ihr es. als der postbote bei mir klingelte und mir ein päckchen überreichte, sagte ich zu fredi, meinen neffen: „jetzt kann bald gegessen werden!“ „seit wann verschickt „alfredos blitz“ seine pizza per post?“ fragte fredi. „hat eine pizza überhaupt in einem so kleinen päckchen platz?“ „in diesem päckchen ist keine pizza, sondern RAS EL HANOUT!“ erwiderte ich. „ ach so!“ grinste fredi frech. "mit huhn oder thun?" „nichts davon!“ entgegegnete ich und öffnete das päckchen mit dem RAS EL HANOUT, das ich vor einiger zeit im internet bestellt hatte. jetzt konnte es ans werk gehen. einige aprikosen hatte ich schon vorbereitet. getrocknet beim türken um die ecke gekauft, waren sie nach zwei stunden im lauwarmen wasser weich. beim türken hatte ich mir auch 600 gramm lammfleisch aus der keule schneiden lassen, das ich in mundgerechte stücke teilte. jetzt musste ich nur noch zwei zwiebeln und zwei koblauchzehen fein hacken. dann konnte gekocht werden: in einer tiefen pfanne (die einen deckel haben muss), erhitze ich ein wenig olivenöl. darin brate ich das fleisch von allen seiten sehr heiss an. sodann würze ich mit salz und pfeffer und gebe die vorbereiteten zwiebeln und den knoblauch hinzu. ich dünste sie mit dem lamm und giesse dann das aprikosenwasser an. in den fond rühre ich auch zwei esslöffel klaren honig. ich muss möglicherweise auch noch wasser zugeben, denn das fleisch soll knapp bedeckt sein. wer zufällig lammfond aus dem glas zu hause hat, nimmt stattdessen den. bevor das ganze nun für 90 minuten auf kleinster flamme und geschlossenem deckel vor sich hinschmort, gebe ich reichlich RAS EL HANOUT dazu. vielleicht muss ich zwischendurch auch noch einmal wasser angiessen. nach einer stunde kommen - nicht vergessen! - aber in jedem fall die eingeweichten aprikosen in den schmortopf. kurz bevor das gericht fertig gegart ist, erhitze ich eine pfanne ohne fett, gebe mandeln hinein und röste sie gold-gelb. ich schmecke den lamm-topf noch einmal mit salz und pfeffer ab (vielleicht auch einen hauch cayenne), streue die mandeln über das gericht und gebe fein gehackte minze (oder petersilie) darüber. serviert wird das gericht mit fladenbrot, das ich ebenfalls beim türken besorgt habe. „alles prima!“ rief fredi, als er sich seinen teller zum zweiten mal füllte. „aber eines verstehe ich nicht! wo ist die pizza hin, die dir vorhin der postbote gebracht hat? ich finde sie nicht mehr!“ „ich sagte es doch bereits: das war RAS EL HANOUT! fehlt es, schmeckt lamm nur halb so gut!“ erwiderte ich. „ach so!“ murmelte fredi und schob sich ein stück lammfleisch in den mund: „für arabische pizza ohne pizza schmeckt es gar nicht mal so schlecht!“ um ihn (und euch) nicht weiter auf die folter zu spannen, was RAS EL HANOUT denn nun ist, informieren wir uns gleich mal an der richtigen stelle:
(161) da sage noch einer, golf sei nur ein sport für gutbetuchte pensionäre. teure ausstattung, gepefferte mitgliedsbeiträge? das muss nicht sein. wer spass am golf hat, aber das ganze elitäre drum-herum nicht mag, dem sei „cross-golf“ empfohlen. hier kann jeder mitmachen. gespielt wird querfeldein, in stillgelegten industriegebieten, im hafen - eben überall, wo genügend freie flächen vorhanden sind. das ziel sucht sich jeder selbst aus: ölfässer, autowracks, container - alles ist erlaubt. nur spass muss es machen. inzwischen gibt es auch schon einige cross-golfer in deutschland, die allen, die dieser sport interessiert, gern schläger und ball ausleihen - kostenlos, versteht sich!
auf diesen link wurde ich übrigens durch
jens aufmerksam. deswegen „vielen dank“ von dieser stelle an ihn!
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