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2004
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| *** MEINE NOTIZEN IM JANUAR *** (klicke zum lesen einfach auf das thema) ZAHNSCHMERZEN sind an kein datum gebunden, denn sie überfallen uns zu allen zeiten, besonders gern aber an wochenenden, wenn alle zahnärzte beim angeln sind oder ihr neues cabriolet probefahren. dabei hatte ich doch wirklich frieden mit meinem zahn geschlossen. er tat plötzlich nicht mehr weh und ich beschloss, meinen besuch beim zahnarzt aufzuschieben. diesen aufschub beschliesse ich eigentlich immer. ich werde das auch begründen! als kind musste ich einmal zum zahnarzt. der stülpte mir eine grosse tüte über das gesicht. erst hörte ich seine stimme noch in normaler tonlage, dann begann sie seltsam zu quietschen, schliesslich hallten seine worte, die ich nicht verstand, drei- und vierfach in meinem ohr. was wollte er denn? ich kam gar nicht mehr dazu, darüber nachzudenken, denn jetzt sah ich seltsam blaue, rote und grüne kugeln vor meinen augen tanzen. sie pulsierten, blähten sich auf und schrumpften wieder zusammen. das wäre noch zu ertragen gewesen, wenn mich nicht ein blechernes kichern in lähmenden schrecken versetzt hätte. es gehörte zu einer gelblich fluoreszierenden fratze, die sich in mein gesichtsfeld schob, mich aus rot-flackernden augen anstarrte und mit schriller stimme rief: "da haben wir ja den zahn!" dann wachte ich aus der narkose auf - oder, besser gesagt: der zahnarzt entfernte die tüte von meinem gesicht, durch die ich das lachgas einatmen musste. eine ähnliche wirkung müssen diese tabletten gehabt haben, die apotheker um die jahrhundertwende ihren patienten empfahlen, wenn sie unter zahnschmerzen litten.
gestern war ich beim zahnarzt! vielen dank, -
fabulus und swift -, für die genesungswünsche und den tipp mit
den cocaine toothache drops. ich werde mich an sie erinnern - spätestens
dann, wenn mich der nächste zahn gespensterbahn fahren lässt.
und nun zu den notizen. (irgendwie muss das leben ja weiter gehen!) 31.01.2004 einer der fünf glaubensgrundsätze des islam schreibt das gebet vor - fünfmal am tag in richtung mekka zu verrichten. die zwiesprache mit allah orientiert sich am sonnenaufgang, denn der bestimmt die zeiten des gebets. in den islamischen ländern erinnert deshalb der muezzin auf seinem minarett zu jeder tageszeit die gläubigen an ihre pflicht. was aber tut ein gläubiger muslim, den es zum beispiel nach deutschland verschlagen hat? kein muezzin, der ihn hier zum gebet ruft. er muss also selbst die sonnaufgänge berechnen, um die gebetszeiten festlegen zu können. das ist sehr umständlich! aber jetzt wird alles viel einfacher! man hat einen wecker konstruiert, der exakt fünf mal am tag zum gebet klingelt. und damit das ganze auch wirklich korrekt funktioniert, muss zuvor eingegeben werden, in welcher zeitzone man lebt. in kabul geht die sonne eben zu anderen zeiten auf als in dortmund! ein nüchternes beispiel für einen solchen wecker ist dieses modell. fast schnörkellos besinnt es sich auf seine grundlegenden funktionen und dient dem gläubigen ohne weiteren technischen schnick-schnack.
eine schöne variante ist dieser wecker, der ins zentrum seiner funktion stellt, worum es eigentlich geht: den koran! könnte die erste variante womöglich noch dazu dienen, sich einfach mal *nur so* wecken zu lassen, verbietet sich das bei diesem wecker von vorn herein. seine funktion ist sozusagen ikonographisch festgelegt.
die dritte - aufwändigste - variante, aber nicht teurer als die mitbewerber, ist dieser wecker. er imaginiert eine ganze moschee, mitsamt minarett. sein klingeln ist zwar auch nur ein "piep, piep, piep". aber kein profanes, denn es ähnelt - wenn wir nur lange genug hinhören - dem vertrauten sing-sang eines muezzin.
alle drei wecker sind über das internet zu bestellen. piepsen zum gebet! wem aber schon der morgendliche wecker mit seinem „pieps-pieps-pieps“ schlechte laune bereitet, so dass ein zweiter wecker die miserable stimmung nur noch zementieren würde ("pieps-pieps-pieps" - und das fünf mal am tag!), sollte sich im internet umsehen. ich habe eine homepage gefunden, die nach der eingabe der entsprechenden daten exakt auskunft gibt, wann mit dem sonnenaufgang zu rechnen und damit zeit zum gebet ist. zusätzlich wird auch gleich die richtung nach mekka angegeben. wer möchte, ruft sich zudem den entprechenden koran-vers des tages auf. und das alles ohne nervendes „pieps-pieps-pieps“. die "rundum" versorgung in sachen islam! 30.01.2004 die technik macht es möglich, inzwischen "vor ort" zu berichten. steff ist zur zeit mit einem umgebauten lkw in marokko unterwegs und berichtet von dort in losen abständen von seiner reise. die führte ihn von tetouan nach fes, dann weiter nach erfoud und rissani. weiter ging es nach zagora, ourzazate und agadir. und von dort aus in richtung westsahara, wo er sich im moment aufhält.
der charme seiner reisebeschreibung liegt
nicht zuletzt darin, dass er marokko zum ersten mal bereist und deswegen
mit unverstelltem (manchmal naiven) blick berichtet.
steff übermittelt seine reisenotizen und fotos per e-mail nach deutschland, wo ein freund sie zu einer übersichtlichen homepage zusammenstellt. es lohnt auf jedem fall, sich steffs reise einmal anzusehen. steff mit dem lkw in marokko! 29.01.2004 im februar feiert die islamische welt ihren höchsten feiertag, den eid-al-kabir, der auch „hammelfest“ genannt wird. das opferfest fällt auf den letzten Tag des hadsch (das entspricht in diesem jahr dem 1. februar). die opferung eines tieres (schaf oder hammel) ist für alle muslime pflicht, die finanziell dazu in der lage sind. schon tage vorher kommen die pickups, - schwer beladen mit hammeln und schafen -, von weit her. sie stehen an den ausfallstrassen und bieten die tiere direkt vom lastwagen herab an. jede familie, die es sich leisten kann, kauft einen hammel, auch wenn sie reichlich überteuert angeboten werden. bis zum festtag werden sie im hof oder auf dem balkon der familien festgebunden.
das opferfest erinnert an die geschichte des propheten ibrahim (abraham). der hatte zwei Söhne, ismail und isaak. eines tages kam ein engel zu ibrahim und befahl ihm, einen seiner söhne zu töten. ibrahim war entsetzt, wollte aber gott gehorchen. Als er zum messer griff, um seinen sohn zu töten, sprach eine stimme: "töte ihn nicht!" welcher der beiden söhne ibrahims, isaak oder ismail, wirklich geopfert werden sollte, wird im koran nicht ausdrücklich erwähnt, - das alte testament der juden nennt dagegen isaak. ibrahim hatte die probe bestanden, auf die sein gottvertrauen gestellt worden war. er opferte daraufhin einen widder, dessen fleisch er mit freunden und bedürftigen teilte. in erinnerung an die rettung ismails schlachten muslime jährlich am opferfest ein tier. die hammel werden ausschliesslich in den häusern geschlachtet - das ist die vornehme aufgabe des hausherrn. danach setzt sich die familie zusammen und verzehrt die innereien. das fleisch folgt erst am nächsten tag, wenn es abgehangen ist. dann aber versuchen alle, den unmengen von gegrilltem und gekochtem hammel und den vielen beilagen, die nun einmal dazu gehören, herr zu werden. die islamische regel besagt: ein drittel für die familie, ein zweites drittel für verwandte, freunde und nachbarn und das letzte drittel für bedürftige. allerdings scheint an dieser tradition nicht überall in marokko festgehalten zu werden, denn ich hörte einmal, dass man zum beispiel in marrakech äusserst zurückhaltend im verteilen von fleisch an die armen und bedürftigen ist. dennoch lockt das opferfest allerhand zwielichtige gestalten an, die darauf hoffen, sich einmal richtig satt essen zu können. während die strassen wie leergefegt sind, durchstreifen in den tagen des opferfestes düstere gestalten die gassen auf der suche nach einem stück fleisch. das fest dauert mehrere tage, an denen man sich gegenseitig besucht und vom hammel des nachbarn probiert. im antiatlas ist es sitte, dass sich die kinder verkleiden, einen mummenschanz aufführen und erwachsene necken und erschrecken. seltsam berührt hat mich ein erlebnis, das ich in tunesien hatte. dort zeigte mir eine junge frau voller stolz die fotografie vom letzten opferfest, das dort „aid el idha“ heisst. auf dem bild stand ihre kleine tochter auf dem balkon der elterlichen wohnung und hatte den arm zärtlich um den hals eines kleinen lamms geschlungen. zwei unschuldige lämmer! im hintergrund wartete der vater und hielt mit ernster miene ein langes messer in der hand.
die homepage, von der auch die beiden fotos stammen, beschreibt das opferfest in tunesien - und dessen vorbereitungen. für zarte gemüter sei gesagt: es gibt erfreulichere anblicke als das schlachten eines hammels in der heimischen waschküche! www.scorpiontrophy.de/ opferfest.htm 28.01.2004 nach so vielen kunsttheoretischen überlegungen der letzten tage heute einmal wieder ein rezept aus meiner küche, das leicht nachzukochen ist und - hoffentlich - schmeckt. es gibt „griechischen hackbraten“.
als zutaten benötigen wir: - 1 pfund hackfleisch, halb schwein halb rind wer allerdings kein schweinefleisch essen mag oder darf, nimmt durchgedrehtes lammfleisch, das ein wenig marmoriert sein sollte - also fettdurchzogen! den hackbraten nur aus rindergehacktem zuzubereiten, würde ich nicht empfehlen, da er möglicherweise zu trocken wird! - 2 eier - 1 altbackenes brötchen - 1 packung feta (schafskäse, ca. 200 gramm) - zwei bis drei kleingeschnittene zwiebeln - zwei kleingeschnittene knoblauchzehen - oregano (aus der tüte) - tomaten aus der dose - ein glas rotwein - salz - pfeffer - olivenöl (wenn die sauce „original“ griechisch sein soll) - neutrales öl (wenn es eine sahnesauce dazu geben soll) - dann auch süsse sahne. das hackfleisch legen wir in eine schüssel und geben das vorher in heissem wasser aufgeweichte brötchen sowie die eier hinzu. jetzt kräftig salzen und pfeffern, reichlich oregano einstreuen und auch die kleingeschnittenen knoblauchzehen dazu geben. der teig wird kräftig durchgearbeitet. tipp: vorher die hände befeuchten, dann klebt der teig nicht zwischen den fingern! in eine bratenpfanne (die ofenfest sein muss!) geben wir ein wenig öl (olivenöl oder neutrales öl) und legen dort hinein den hackfleischteig, den wir zu einem „brot“ geformt haben. rund herum kommen die kleingeschnittenen zwiebeln. zum schluss ziehen wir den hackfleischteig auseinander, damit eine tasche entsteht. dort hinein würfeln wir den schafskäse. anschliessend wird der teig wieder geschlossen, damit der käse ganz umhüllt ist. den ofen haben wir inzwischen auf 200 grad vorgeheizt. dort hinein schieben wir jetzt die pfanne mit dem rohen hackfleischteig. nach etwa 20 minuten beginnen die zwiebeln im ofen zu braten. sie sollen farbe nehmen - aber nicht anbrennen. nun kommen die tomaten dazu und der rotwein. der ofen wird auf 180 grad reduziert und das hackfleisch weiter gebraten. sollte die flüssigkeit verdunsten, geben wir noch einmal wasser über den braten - aber wenig. es ist immer besser, das fleisch öfter anzugiessen. der hackbraten bleibt ca. eine stunde im ofen. dann müsste er aussen kross sein. wir nehmen ihn heraus, legen ihn auf ein holzbrett und lassen ihn vorm aufschneiden 10 minuten ruhen. diese ruhephase ist für jedes fleisch aus dem ofen wichtig, damit sich die flüssigkeit im braten verteilen und setzen kann. der bratenfond wird abgeschmeckt (pfeffer und salz, vielleicht auch noch einmal oregano). wer eine rahmsauce mag, gibt den fond durch ein sieb, schmeckt anschliessend ab und rührt dann die süsse sahne ein. der sahnefond sollte noch einmal kurz aufkochen. zum griechischen hackbraten (mit rahmsauce) passen bandnudeln - ohne sahne wäre reis nicht schlecht. übrigens schmeckt er auch kalt ganz vorzüglich! guten appetit! und nun noch der besondere tipp, den bitte alle die nicht lesen sollten, die „puristen“ in ihrer eigenen küche sind!
das bei weitem beste gewürz für alle saucen und braten ist „fondor“. wer bisher der meinung war, dass seine saucen irgendwie fade schmecken, sollte sie vorsichtig mit fondor würzen! er wird überrascht sein. selbstredend, dass „fondor“ auch in die sauce für den griechischen hackbraten passt. 27.01.2004 die aquarelle, die august macke auf seiner reise nach tunesien malte, gehören zu den schönsten seiner bilder - und wurden für ganze malergenerationen zum vorbild. er unternahm die reise 1914, begleitet von seinen künstlerkollegen paul klee und louis moilliet. in tunesien entstanden 38 aquarelle und über hundert bleistiftzeichnungen. nordafrika ist ein traumziel für maler. allerdings hatten die bildenden künstler vor august macke fast immer nur das vermeintlich geheimisvolle und exotisch-orientalische der region eingefangen - in üppigen innendekorationen und mit anspielungen von erotik und laszivität in der darstellung. überdies hatten die wenigsten von ihnen die länder des orients selbst besucht - ihre bilder entstanden in der regel in anlehnung an reiseberichte von zweifelhaftem wahrheitsgehalt. illustriert sei dies an einem besonders abschreckenden beispiel eines unbekannten künstlers:
in wien ist derzeit eine ausstellung zu diesem
thema zu sehen:
august macke hingegen faszinierte die landschaft, die kubische architektur und das licht.
wer die aquarelle der tunis-reise von august macke auf sich wirken lässt, wird spüren, dass in ihnen das mittelmeerische licht strahlt. die farben tunesiens sind mediteran und ägeisch, fast durchsichtig und rein. anders in marokko! dort überwiegen, gespiegelt von der schweren luft des atlantiks, die ockertöne, - erdfarbene nuancen des rot, braun, grün und gelb. wie dem auch sei: mit dem blau-dunkel der schattigen gassen und dem weiss-gelb der überhitzten mauern reinigen die aquarelle von august macke das orientbild von der schweren parfümierten frivolität des 19. jahrhunderts und spiegeln nordafrika in seinen einfachen formen und einem alles beherrschenden licht. eine kleine stilistische einführung in die malerei august mackes bietet diese homepage: der maler august macke! und dann noch eine homepage, auf der - alphabetisch geordnet - viele maler mit ihren besten bildern vorstellt werden (selbstverständlich auch august macke): das bilderverzeichnis der wichtigsten maler aller epochen! 26.01.2004 ich hatte meine notiz über gerhard rohlfs schon geschrieben, als ich diese sätze las und sehr berührt war. deswegen hefte ich sie hierher - die letzten zeilen eines gedichts, das jemand spontan geschrieben hat, weil er liebt. * Und wenn ich sterbe,
sind meine Gedanken bei Dir. Und ich gehe in Frieden Denn nur wegen Dir, war ich hier. ("mark aus tal", marokko-forum, 25.1.2004) * * *
die geburtsstunde der „orient-forschung“ war napoleons feldzug nach ägypten. er führte nicht nur soldaten ins land, sondern auch wissenschaftler, die zum ersten mal gelegenheit hatten, die ägyptischen altertümer in augenschein zu nehmen. wer den anspruch frankreichs auf den vorderen orient nicht in seine überlegungen einschliesst, wird die region weder geschichtlich, noch aktuell verstehen. die franzosen setzten sich damals nachhaltig im maghreb fest, wobei sie sich algerien als machtbasis sicherten. frankreich stationierte dort seine fremdenlegion - wir wissen, wie dieses besatzung schliesslich endete. an frankreich kam niemand vorbei, der im 19. jahrhundert den maghreb bereisen und erforschen wollte. auch gerhard rohlfs nicht, der am 14.4.1831 in vegesack geboren wurde, das heute zu bremen gehört. er schloss sich als junger mann der fremdenlegion in algerien an, wo er an den französischen feldzügen teilnahm. 1860 bereiste er als zivilist und verkleidet als mohammedaner das land.
berühmt wurde er allerdings weniger wegen seiner wissenschaftlichen arbeit, sondern weil er es verstand, seine reisen in fesselnde beschreibungen umzusetzen, die ein grosses publikum fanden. trotz seiner mangelhaften wissenschaftlichen ausbildung gilt rohlfs als einer der wichtigsten deutschen afrikareisenden neben heinrich barth, gustav nachtigal und georg schweinfurth. der autodidakt rohlfs starb 1896 in godesberg. diese biografischen angaben habe ich (teils im wortlaut) der „gerhard rohlfs-homepage“ entnommen, auf die ich in dieser notiz hinweise. gerhard rohlfs war auch einer der ersten, der den süden marokkos mit taroudant und zagora erforschte. sein reisebericht liegt auf der genannten homepage als „zip-datei“ zum herunterladen bereit. zu erwähnen ist noch, dass heute das schloss schönebeck in vegesack die umfangreiche bibliothek von gerhard rohlfs beherbergt. seine bücher erzielen, wenn sie überhaupt einmal auf den antiquarischen markt kommen, ausserordentlich hohe preise. das gerhard-rohlfs forschungsprojekt (biografie, seine reiseberichte, sekundärliteratur) 25.01.2004 die nachricht, auf die sich meine folgende notiz bezieht, ist hier nachzulesen - klick! die meldung, dass mohammed bouzfour es abgelehnt hat, den renommierten marokkanischen literaturpreis anzunehmen, muss alle wachrütteln, die dachten, dass sich marokko seit einiger zeit auf dem weg zu mehr demokratie und sozialer gerechtigkeit befindet. mit seiner reaktion weist bouzfour unmissverständlich darauf hin, dass es um die politische situation marokkos nach wie vor dramatisch schlecht steht. leider liegt von mohammed bouzfour kein buch in deutscher übersetzung vor. auch das internet gibt nur wenige hinweise - und wenn, dann fast ausschliesslich in französischer sprache. deswegen kann zur biografie und seinem werdegang wenig (oder gar nichts) gesagt werden, denn in deutschland (europa?) wurde er bislang kaum wahrgenommen. so viel kann dann aber doch gesagt werden: er ist ein schriftsteller, dessen prosa im alltag marokkos verwurzelt ist und sein literarisches mittel ist die kurzgeschichte. die „short story“ eignet sich besonders gut, um gesellschaftliche widersprüche darzustellen. sie zeigt anhand eines einzelschicksals pointiert einen ausschnitt sozialer realität, lässt sich aber nicht auf lange erklärungen ein, sondern verweist das dahinter aufscheinende problem an die kritische reflektion der leser. die „short story“ verlangt eine hohe literarische sowie soziale kompetenz des lesenden, denn sie arbeitet mit andeutungen und aussparungen und wird erst zu einem „ganzen“, wenn der leser die kenntnisse und erfahrungen seiner sozialen realität dazu in widerspruch und vergleich setzt. es spricht einiges für die these der literaturwissenschaft, die „short story“ als literarischen ausdruck des sozialen mittelstands zu deuten, der über die nötige kompetenz zur einordnung in politische und soziale zusammenhänge verfügt. dies wäre dann auch der grund, warum die kurzgeschichte als literarisches ausdrucksmittel erst relativ spät in marokko entdeckt wurde, denn eine gut ausgebildete und sozial kompetente mittelschicht konnte sich erst spät entwickeln. die alten - und immer noch dominierenden - politischen strukturen unterschieden nur zwischen der teilhabe weniger - und dem ausschluss der allermeisten - an den politischen, wirtschaftlichen und sozialen entscheidungen des landes. ein zweiter grund, warum die kurzgeschichte im maghreb erst spät erzählerisches ausdrucksmittel wurde, ist die traditionelle auffassung von literatur im arabischen raum. die arabische literatur steht in einem äussersten gegensatz zur knappen, pointierten und oft politisch und sozial engagierten kurzgeschichte. sie ist arabesk und nähert sich ihrem gegenstand in immer neuen, oft symbolisch überhöhten metaphern - sie ist in gewissem sinne weltflüchtig und bewegt sich überwiegend in mythos, idealisierter geschichte und märchen. die kurzgeschichte hingegen ist wie ein präzises, scharf geschliffenes skalpell. in ihr rückt der alltag und ein charakteristischer ausschnitt aus dem leben der handelnden figuren ins bild. die wirkung entfaltet sich aus der verdichtung des geschehens und der schilderung des alltäglichen als etwas besonderem. nicht vergessen werden soll der lakonische sprachstil, der oft mit elementen der alltagssprache angereichert ist. die auf das wesentliche ausgerichtete handlung - und sprache! - der kurzgeschichte ist klar und linear strukturiert. das erzählen setzt unvermittelt ein (deswegen hat man das lesen einer kurzgeschichte auch mit dem aufspringen auf einen fahrenden zug verglichen!) und führt mit dem ersten satz mitten in die geschichte hinein. mit der kurzgeschichte besitzt der schriftsteller ein ideales instrument, um die widersprüche einer gesellschaft und ihrer menschen präzis und exemplarisch heraus zu arbeiten. deshalb ist die auszeichnung mit dem marokkanischen literaturpreis und seine ablehnung durch mohammed bouzfour gleich mehrfach bedeutsam. zum einen anerkennt der staat damit die notwendigkeit einer gesellschaftskritischen literatur in marokko. zum anderen signalisiert die preisvergabe den versuch, die kritische und engagierte literatur zu vereinnahmen und damit zu entschärfen. (die literatur als „narr“ am hofe, die alles sagen darf, weil keiner sie ernst nimmt). mohammed bouzfour handelte nur konsequent, als er jetzt den staatspreis ablehnte. denn es ist unmöglich, korruption, ungerechtigkeit, willkür und menschenrechtsverletzungen zu benennen, um im nächsten atemzug gerade von denen einen preis entgegen zu nehmen, die in diesem maroden system verantwortung tragen und es - auch unter dem aspekt der persönlichen bereicherung - am leben erhalten. der renommierte staatspreis hätte bouzfour in marokko mit einem schlag die türen zum establishment geöffnet, was sich gewiss auch materiell ausgezahlt hätte. mit der ablehnung des preises zeigt er aber unmissverständlich, auf welcher seite er mit seiner literarischen arbeit steht. seiner entscheidung, den marokkanischen literaturpreis nicht anzunehmen, gebührt grosser respekt. es ist zu wünschen, dass sich bald ein deutschsprachiger verlag findet, der einen repräsentativen querschnitt seiner arbeit hierzulande bekannt macht. leider habe ich im internet keine vernünftige übersicht zur zeitgenössischen marokkanischen literatur gefunden. wer sich aber allgemeiner über die geschichte und gegenwart der arabischen literatur informieren will, sollte folgenden link benutzen: http://www.chj.de/Arab-Literatur.htm 24.01.2004 meine notizen sind nun wirklich nicht tagesaktuell. dennoch habe ich soeben eine meldung gelesen, die mich elektrisiert hat und auf die ich ganz bestimmt in den nächsten tagen noch näher eingehen werde: ++++++++
Der marokkanische Schriftsteller Mohammed Bouzfour hat den renommierten Preis "Prix maroc du Livre", den er dieses Jahr vom Kulturministerium gewonnen hat, abgelehnt. Mohammed Bouzfour, hieß es, will keinen Preis von einer korrupten Regierung, die nicht in der Lage ist, der politischen Farce ein Ende zu machen. In einem Interview hieß es, Mohammed Bouzfour schäme sich, einen solchen Preis von einer Regierung zu akzeptieren, die zusieht, wie tausende Marokkaner im Mittelmeer ertrinken, um nach Europa zu gelangen, ohne etwas dagegen zu unternehmen. Der Preis gilt in Marokko als der renommierteste Literaturpreis. ++++++++
"pride of america" vor einigen tagen ist die "pride of america", ein grosser norwegischer dampfer, der zur reparatur in einer bremerhavener werft liegt, leck geschlagen und im dock auf grund gesunken. das ist für die werft ein grosses unglück - aber auch für die menschen in bremerhaven, die mit den schiffen eng verbunden sind. sie sehen ein schiff nicht nüchtern als mittel zur beförderung, sondern sind stolz, wenn ein dampfer fahnengeschmückt ihren hafen verlässt und besorgt, wenn diesem schiff etwas zustösst. der gesunkene dampfer in der bremerhavener werft ist ein trauriger anblick. es ist geradewegs so, als hätte das schiff das glück und aller mut verlassen. schicksale der schiffe! die „bremen“ des norddeutschen-lloyds, trägerin des „blauen bandes“ und schönstes schiff ihrer zeit, lag im zweiten weltkrieg als lazarett-schiff in bremerhaven und wurde am ende in brand gesteckt. von der „wilhelm gustloff“ und der „titanic“ muss nicht gesprochen werden - ihre schicksale sind jedem bekannt. auch die „ss america“ war ein stolzes schiff. 1933 in den usa gebaut, kreuzte sie zwischen europa und der "neuen welt", bis sie im krieg der amerikanischen marine unterstellt wurde.
die "ss america" aber schon in den frühen 50er jahren befuhr sie wieder die transozeanische route und sorgte für bequemlichkeit und luxus zwischen southampton und new york. dann wurde sie verkauft und tat als „ss australia“ ihren dienst, kehrte aber bald unter amerikanische flagge zurück.
doch die zeiten der grossen dampfer waren spätestens in den 60er jahren vorbei - die konkurrenz der düsenflugzeuge wurde immer stärker. die „ss america“ wurde abermals verkauft und sollte schliesslich in fernost als hotelschiff an die kette gelegt werden. war es ein sturm vor den kanarischen inseln, der das schiff kentern liess? war es ein versicherungsbetrug? man weiss es nicht. wenigstens lief die „ss america“ auf dem weg in ihre letzten hafen vor fuerteventura auf einen felsen und zerbrach in zwei teile.
es gibt im internet einige homepages, die von der „ss america“ erzählen. jedes schiff ist unverwechselbar, hat seinen eigenen charakter, seine geschichte, ist verankert in den herzen der menschen und lebendig in ihren erinnerungen. ob nun die "pride of america" in bremerhaven oder die "ss america" vor fuerteventura: es sind bilder von gebrochener grösse und verletztem stolz.
http://space.net.au/~dbyrne/new.htm 23.01.2004 auf meinen streifzügen durchs internet entdeckte ich vor einigen tagen die homepage von christian köllerer aus wien. er ist promovierter literaturwissenschaftler und hat dort seine wissenschaftlichen arbeiten ins netz gestellt. was mich jedoch viel mehr interessiert: christian köllerer ist ein bibliomane. seine bibliothek umfasst inzwischen über 4.000 bücher, die er gerade neu geordnet hat. dabei sortierte er die erzählende literatur nicht nach autoren, sondern nach den geburtsdaten ihrer verfasser. dieses ordnungsprinzip hat einiges für sich. es löst zumindest den widerspruch, warum grass und gryphius in den meisten bibliotheken so nah beieinander stehen, obwohl es doch welten sind, die sie voneinander trennen. (stimmt das eigentlich? in seinem buch „das treffen von telgte“ hat günter grass doch ... egal, überlassen wir diese fragen getrost den experten!) christian köllerer plant eine privatbibliothek mit einem bestand von 10.000 büchern. das stetige wachsen seiner bibliothek dokumentiert er in seinen „notizen“, für die er auf seiner homepage eine eigene rubrik eingerichtet hat, die tagebuch-charakter hat. dort stellt er seine neuerwerbungen vor, berichtet, wie und wo er sie gekauft hat und gibt kurze inhaltsangaben und erste einschätzungen seiner lektüre. da attestiert er egon friedell schon einmal, mit seiner *ägyptischen kulturgeschichte* „groben unfug“ geschrieben zu haben und empört sich an anderer stelle über die hohen taschenbuchpreise. aber christian köllerer schreibt in seinen chronologischen notizen nicht nur über literatur, sondern auch über filme, theater- und opernaufführungen in wien, - wobei er seine notizen gern mit weiterführenden rezensionen und artikeln im netz verlinkt. auch manches feuilletonistische notat ist zu beschmunzeln. etwa, wenn christian köllerer aus den bekanntmachungen der wiener philharmoniker zitiert, wonach für eine dauerkarte in ihren abonnement-konzerten mit einer wartezeit von dreizehn jahren zu rechnen ist. christian köllerers notizen sind mit meinen nicht zu vergleichen. seine anmerkungen orientieren sich an einem kultur- und kommunikationsbegriff, den er in seiner dissertation dargelegt hat, die ebenfalls auf seiner homepage nachzulesen ist. meine notizen kommen schlichter daher! es sind ja auch nicht die bemerkungen eines literaturwissenschaftlers . (stimmt das eigentlich? egal, überlassen wir diese frage getrost anderen!) wer sich für die „notizen“ von christian köllerer interessiert - hier ist der link zu seiner homepage: http://www.koellerer.de/q1-2004.html 22.1.2004 die chinesen feiern neujahr, - eigentlich aber ihr frühlingsfest. sie verabschieden das jahr des schafes und begrüssen - nach den regeln ihres alten bauernkalenders - das jahr des affen. das fest dauert sieben tage, in denen das öffentliche leben fast zum erliegen kommt.
fcopyright: n-tv viele werden um das neujahrsfest herum durch das
land reisen, denn zum höchsten familienfest - das nach dem traditionellen
mondkalender in diesem jahr in der nacht zum 22.1. beginnt - kehren
die meisten chinesen in ihre heimat zurück, um bei ihren angehörigen
zu sein. die nacht vor dem frühlingsfest heißt "chuxi", sie
wird auch als "shousui" (silvesterwache) bezeichnet. In dieser nacht geht
niemand schlafen, um ein friedliches, neues jahr zu erwirken.
alle zwölf jahre begrüssen die chinesen das jahr des affen. es ist das neunte der zwölf tiere im chinesischen tierkreis und gilt als symbol von klugheit, mut und flexibilität. menschen, die im affenjahr geboren werden, gelten als pfiffig und optimistisch. anläßlich des neuen jahres mit dem beginnenden frühling werden farbenprächtige umzüge veranstaltet und die familien schmücken die fenster ihrer häuser mit scherenschnitten, die blumen, fische, insekten und vögel zeigen.
copyright: n-tv wer seinen freunden eine chinesische glückwunschkarte schicken möchte, kann sie unten aufrufen und versenden, wobei die karte mit dem jungen schafzüchter ganz offensichtlich noch auf das vergangene jahr verweist: zu den chinesischen grusskarten! 21.1.2004 kennt ihr die geschichte vom tausendfüssler, dem vier beine fehlten ... und dem skarabäus-käfer, der den tausendfüssler mit seinen mathematischen berechnungen ganz durcheinander brachte? die geschichte ist schnell erzählt, oder - wenn man will - auch vorgelesen! der tausendfüssler - er hiess thomas - war berühmt für seinen eleganten gang. der skarabäus-käfer aber stellte komplizierte berechnungen an, warum thomas so grazil auf seinen beinen war. als er dem tausendfüssler das ergebnis endlich mitgeteilt hatte, achtete thomas fortan auf jeden seiner schritte und stolperte bald nur noch durch die welt. dabei wäre es wohl auch geblieben, wenn thomas nicht eines tages eine tausendfüsslerin getroffen hätte, die noch viel eleganter auf den beinen war. und weil sie sich gleich verliebten, ging er bald wieder so gut zu fuss wie früher. dies nun liess den skarabäus nicht ruhen und er beschloss, neue berechnungen anzustellen. aber thomas winkte ab - denn er war gerade auf dem weg, seine tausendfüsslerin zu heiraten. ... und da hat man keine zeit für höhere mathematik. aufgeschrieben hat diese geschichte james krüss - in seinem berühmten kinderbuch „mein urgrossvater und ich“.
james krüss vor langer zeit veranstaltete der börsenverein des deutschen buchhandels - wie in jedem jahr - einen vorlesewettbewerb für schüler. ein 12-jähriger junge kletterte auf die bühne der schul-aula und griff - sehr aufgeregt - nach dem buch von james krüss und trug eben diese geschichte vor. das auditorium war hingerissen, denn der 12-jährige las sie so lebendig und ausdrucksvoll, dass sie meinten, erst jetzt die seele und damit die freuden und nöte eines tausendfüsslers begriffen zu haben. sie hätten dem 12-jährigen gern den ersten preis zuerkannt, wenn nicht ... ... ja, das war ein grosses malheur! der junge hatte die geschichte immer und immer wieder studiert, bis er sie fast auswendig konnte. er hatte sie auch seiner mama vorgetragen - und die hatte genickt und „alles richtig, ganz prima!“ gesagt. dann hatte er die geschichte vom tausendfüssler und dem skarabäus in der schule vorgelesen und damit seine zuhörer entzückt ... nur hatte er leider den namen des käfers falsch ausgesprochen! er nannte ihn nicht „skara-bä-us“ - sondern skarabäus, also in etwa so: bäus ... skarabäus! heute ist der 12-jährige erwachsen - und die sache mit dem skarabäus hat er längst vergessen! er ist nur noch dankbar, weil mama so viel anderes wusste, wovon er heute noch zehrt. damals wurde er nur zweiter im vorlesewettbewerb und war ein wenig traurig! aber die geschichten von james krüss liebt er immer noch! und die gehen weiter - immer den hummerklippen entlang! 20.1.2004 gewidmet walter, vom trafik steinbauer in wien! kennt ihr die *trafiks* in wien? das sind kleine häuschen an der strasse, mit vielen zeitungen, zigaretten und bonbons für die kinder ...
ich bin einmal an einem trafik vorbei gekommen - ganz in der nähe vom opernplatz. der trafik-besitzer schaute aus seinem kleinen fenster und fragte: was darf´s denn sein, der herr? als ich sagte: bitt´ schön, die kronen-zeitung! schaute er mich ganz mitleidig an. was kauft denn der herr die kronen-zeitung? da spar´ er sich mal den schilling! ich will aber lesen, was in der welt geschehen ist! entgegnete ich. ja, was möchtest denn wissen? bei dieser frage schaute mich der trafik-besitzer sehr neugierig an. alles, was seit gestern passiert ist! aber gehn´ s! dafür braucht´ s doch nicht die kronen-zeitung! was darf´ s denn sein? der leitartikel von seite eins oder das feuilleton auf seite sieben? immer zuerst das „vermischte“! rief ich. der trafik-besitzer dachte kurz nach und memorierte mir dann aus seinem gedächtnis alle nachrichten aus dem "vermischten". nachdem er auch die kleinen notizen nicht vergessen hatte, die in der kronen-zeitung immer ganz unten stehen, sah er mich an und strahlte: na, sehn´ s! jetzt brauchen sie die kronen-zeitung gar nicht mehr zu kaufen, sondern können für´s gleiche geld im hotel sacher einen "braunen" trinken. ... und der ist ganz umsonst! dachte ich, als ich weiter ging. 19.1.2004 zwei deutsche familien (vier erwachsene und drei kinder) reisten im vergangenen jahr in begleitung des zdf nach sibirien, um den winter am baikalsee zu verbringen. sie sollten dort unter den selben bedingungen wie die einheimischen leben. die kameras waren dabei. sie wohnten in holzhäusern, die über holzöfen, aber keinen wasseranschluss verfügten. auch strom und andere annehmlichkeiten - wie radio oder fernsehen - gab es nicht. die familien erhielten einen monatslohn, der nicht über dem einkommen der einheimischen lag. dafür konnten sie z.b. seife und kleidung kaufen. um das tägliche brot mussten sie sich selbst kümmern ... ... denn das gab es in sibirien nicht im supermarkt. darum mussten sie wie alle dort: holz für ofen und herd hacken, gemüse anbauen, im baikal-see fischen und in den wäldern jagen ... das alles in dem extremen klima sibiriens. die kurzen sommer werden bis zu 40 grad heiss, im langen winter sinkt das termometer auf manchmal minus 40 grad.
am baikalsee jedenfalls mussten die deutschen viel lernen, um in sibirien zu überleben. ich bin gespannt auf diesen vierteiligen film und werde von meinen eindrücken berichten. was uns an den vier abenden erwartet, klingt bereits im titel der dokumentation an: sternflüstern! so nennt man es in sibirien, wenn der eigene atem klirrend zu einer wolke feinster eiskristalle gefriert. www.sternfluestern.zdf.de. der 1. teil am 20.01.2004, 20.15 uhr (zdf) - alle weiteren folgen immer dienstags! 18.1.2004 schon immer träumte ich von der ferne. in meinen kindertagen waren es die bücher, mit denen ich in die weite welt reiste. und dann gab es für eine solche fahrt ins blaue auch noch die kleinen modell-autos von wiking im masstab 1: 87. ein pkw kostete damals 90 pfennige, ein lkw drei mark. mein grösster schatz war ein feuerwehrauto, bei dem man die leiter bis aufs dreifache ausziehen konnte. es gab einen trödler im hafen. er hiess fiete rasmussen und hatte immer einige gebrauchte wiking-autos vorrätig. das waren die ganz frühen modelle - noch ohne durchsichtige fenster. sie kosteten 30 pfennige und ich überlegte sehr lange, bevor ich mich für ein gebrauchtes auto entschied, - denn für ein neues reichte mein taschengeld nicht.
besonders sorgfältig ging ich mit meinen autos nicht um - ich spielte ja mit ihnen. ich wäre nie auf die idee gekommen, sie nur zum ansehen in eine vitrine zu stellen. heute lächle ich, wenn ich an meine besuche in dem vollgestellten laden von fiete rasmussen denke, denn meine erinnerungen vermischen sich mit der ermahnung aller wiking-enthusiasten, nur ja handschuhe anzuziehen, bevor ich eines der alten modelle in die hand nehme. sie raten mir auch, auf jeden kratzer zu achten und die ganz alten autos - womöglich mit werbeaufdrucken - nicht zu übersehen, sondern um jeden preis zu kaufen. wie fledermäuse umflattern sie mich und fragen neugierig, was ich für die schwarze borgward - isabella und den grauen opel-kapitän bezahlt habe. wenn ich antworte: 30 pfennige! wollen sie es nicht glauben. 30 euro vielleicht! aber doch nicht 30 pfennige!
meine sammlung verschwand später auf dem dachboden und war irgendwann in alle winde zerstreut. ich habe viele neffen ... ich weiss inzwischen, dass darunter wertvolle sammlerstücke waren, die heute hoch gehandelt werden. aber ich hätte nie daran gedacht, auch nur eines der autos zu verkaufen. und bei fiete rasmussen kosteten sie ja auch nur 30 pfennige ... wer der sammelleidenschaft für modellautos verfallen ist, dem empfehle ich diese homepage (klick!): 17.01.2004 mohamed hat eine homepage ins netz gestellt, die eine einzige liebeserklärung an sein heimatland marokko ist. ich habe selten eine seite kennengelernt, die auf so bezaubernde weise texte und bilder miteinander in beziehung setzt. besonders anrührend sind seine fotosequenzen über die frauen, kinder und tiere marokkos. immer spürt man mohameds mitfühlendes herz und sein verständnis für das, was ihm begegnet. das foto, das ich von seiner homepage ausgewählt habe, ist das ausdrucksstarke bild eines kleinen mädchens, das sehr verloren irgendwo in marokko in seine kamera schaut. manche fotos auf mohameds homepage sind bewusst unscharf, doch gerade darum voller poesie. aber bei allem zauber marokkos, den mohamed einfängt, verschweigt er nicht die schweren schatten, die über dem land liegen. ich möchte euch einladen, die „faszination marokko“ kennen zu lernen. leider bauen sich die einzelnen seiten sehr langsam auf - aber das warten lohnt sich. klickt bitte auf das foto, dann kommt ihr zu den kinder-fotos von mohamed. wer sich die ganze homepage ansehen will, die er zusammen mit seiner partnerin gestaltet hat, - hier ist der link: http://www.marokko-faszination.ch 16.01.2004 reisefieber! davon erzählte ich gestern. heute stelle ich euch den inbegriff allen reisens vor! wer bei ihrem anblick nicht ins träumen gerät, dem ist nicht zu helfen. new-york - caracas - tokio - casablanca - dubai - neu dehli - shanghai - peking ... sie erreichte eine geschwindigkeit von 445 km in der stunde, konnte non-stop 6500 km weit fliegen, ihre reiseflughöhe betrug 7000 meter, sie war die königin des transozeanischen verkehrs in den 50er jahren: die bei lockheed gebaute super-constellation, - das schönste kolbenmotor-flugzeug der welt. ihre propeller hatten einen durchmesser von 4, 6 metern. in ihr reisten die erfolgreichen dieser welt. für mich war sie, als ich ein kleiner junge war, der inbegriff aller träume von der weiten welt! 15.01.2004 wenn doch nur nicht immer das reise-fieber wäre! allerdings sind davon die menschen unterschiedlich stark betroffen. aber das ist wie beim schnupfen: der eine hat ihn immer - der andere nie! es soll menschen geben, die - wenn sie nicht auf reisen sind - alle fahrpläne der eisenbahnen studieren und auswendig lernen. sie tun das freiwillig! und der schönste moment ist für sie gekommen, wenn wir fragen: "wie komme ich am schnellsten von oslo nach madrid?" nicht nur, dass sie uns die genauen uhrzeiten der abfahrt und ankunft nennen - sie wissen auch, ob die züge schlaf- und speisewagen mit sich führen, in welchen städten wir umsteigen müssen (und auf welchen bahnsteigen!) und an welchen orten sich die lokomotivführer ablösen. reisefieber! unheilbar! ein virus, der sich immer tiefer in unsere seele gräbt und sich dort festsetzt. das ziel der reiselust meiner eltern war italien (rimini!) sie sassen in ihrem kleinen schnurrenden vw (der mit den nierenfenstern!) und sausten über den brenner in die sonne. zurückgekehrt zeigten sie ihren staunenden freunden und nachbarn die leicht grün- bis gelbstichigen diapositive: mama unter einem mandelbaum, pappa mit strohhut im liegestuhl am strand. aber auch schon vor 50 jahren gab es menschen, die so dermassen vom reisefieber geschüttelt wurden, dass ihnen italien als ziel nicht ausreichte. sie wollten nach *jott-wie-dee*, also janz weit draussen! herr klasing aus delmenhorst, biologie- und erdkundelehrer, war so einer! schon in den 60-er jahren hängte er an seinen opel kadett den *eriba* und fuhr mit seiner frau los, in die weltgeschichte - jwd eben!
seine kollegen staunten nicht schlecht, als er
nach rückkehr aus marokko ("WO warst du? kann man in der wüste
überhaupt baden?") seine dias zeigte!
übrigens, - der *puck* von eriba ist längst kult ! unverwüstlich wie er ist, reisen mit ihm noch heute die wirklich reise-fiebrigen durch die welt, denn kein wohnmobil - sagen sie! - ist so gemütlich wie der kleine *puck*. und wer es nicht glauben will, klickt bitte auf den kadett von herrn klasing aus delmenhorst! ... oder besorgt sich gleich den *MITGLIEDER-AUSWEIS*! 14.01.2004 architektur ist ausdruck einer kultur. die kubischen, weiss getünchten häuser gehören zu den griechischen kykladen wie tadelakt zu marokko ... tadelakt? alle, die in marokko waren, haben tadelakt gesehen, womöglich aber übersehen - dabei ist er allgegenwärtig und prägend für die architektur der berber. tadelakt ist eine putztechnik, die schon in der antike bekannt war. das wort tadelakt kommt aus dem arabischen und bedeutet frei übersetzt: „massieren“. diese spezielle tadelakt-keramik wird an ihrer oberfläche mit runden steinen „massiert“ (verdichtet) und schliesslich mit seife poliert. dadurch entsteht eine glatte und schimmernde oberfläche, die, - mit verschiedenen pigmenten versehen - , wundervolle farbwirkungen zeigt.
die tadelakt-oberfläche ist wasser abweisend und wurde seit der antike zur versiegelung von brunnen, zisternen und für die innenwände und fussböden der hammams (badehäuser) verwendet. aber nicht nur innenräume, sondern auch schalen und vasen werden in der tadelakt-technik hergestellt. wir begegnen dem tadelakt in marokko auf schritt und tritt und sind fasziniert von den farben und seiner warmen ausstahlung. ich bin mir sicher, dass die bilder, die wir aus marokko mit uns nehmen, ihren ursprung auch in der architektur der berber haben, die mit der technik des *tadelakt* ihre häuser in künstlerische unikate verwandeln. hier zwei links für die, die sich eingehender informieren wollen: http://www.grina.de/tadelakt.htm http://www.kreidezeit.de/datenblaetter/info_tadelakt.php3 13.01.2004 ich möchte euch noch einmal erinnern: heute
wieder der *dienstag-22 uhr-schrei*!
zu faul zum *scrollen*? dann klicke auf
den hirsch!
das
schöne an einer homepage ist, dass man durch sie menschen mit gleichen
interessen kennenlernt. jürgen aus vlotho suchte vor einigen tagen
im internet nach einem tajine-rezept und „google“ war so freundlich,
ihn auf meine seite zu leiten.nun gibt es auf meiner homepage kein einziges tajine-rezept. ich habe nämlich festgestellt, dass eine tajine (gedünstestes gemüse und fleisch im tontopf) eigentlich nur in marokko schmeckt. statt des rezeptes entdeckte jürgen meinen reisebericht über süd-marokko. und weil er gerade von dort zurückgekehrt war, hat er ihn gelesen und mir eine mail geschickt, um mich auf seinen eigenen bericht aufmerksam zu machen. jürgen und seine frau reisten im dezember/januar mit dem wohnmobil durch marokko. sie haben den verlauf der reise, die auch nach rissani und zagora führte, knapp skizziert und mit beeindruckenden fotos auf ihrer homepage *www.camping-bus.de* illustriert. es lohnt sich, den bericht zu lesen und die fotos anzusehen. klicke dazu auf jürgens wohnmobil! 12.01.2004 was mich am maghreb fasziniert, ist sein immer gegenwärtiger wille zur reduzierung des menschlichen lebens auf das wesentliche. dieser "wille" ist im grunde allumfassend und auch kern der abendländischen gesellschaften - doch wir achten ihn nicht und hören nicht auf seinen ruf. zum „heiligen islamischen bezirk“ in der medina der städte des maghreb gehören fünf elemente: die MOSCHEE - die KORANSCHULE - der BRUNNEN - der BÄCKER - der HAMMAM ... diese fünf elemente sind zugleich sinnbilder des lebens: die moschee verweist auf menschliche religiosität, die koranschule auf die sozialen beziehungen. der brunnen spendet das nötige wasser, der bäcker das lebenswichtige brot und der hammam (das öffentliche badehaus) dient der hygiene und damit der gesundheit. diese „heiligen bezirke“ des maghreb beherbergen, was der mensch braucht. alles weitere? wünschenswert, aber nicht lebensnotwendig. diese spirituellen orte mit ihren fünf ankern hatten immer denselben platz - in der heidnischen welt, in der antike, bei den juden, den christen, den muslims - in allen kulturen, überall auf der welt. auch wenn die geschichte über sie hinweg gegangen ist und sich neue kulturen und andere religionen etablierten: die heiligen bezirke blieben an ihrem angestammten ort. so errichteten die christen ihre gotteshäuser auf den heiligen stätten der germanen, der griechen und römer - andere religionen machten es nicht anders. mindestens zwei christliche kirchen in europa illustrieren dies in sinnbildlicher weise. als die spanier den mauren andalusien entrissen, bauten sie inmitten der grossen moschee von cordoba eine kirche. sie steht dort heute noch und ist in ihrer barocken fülle ein grotesker fremdkörper in der strengen ordnung des verlassenen muslimischen gotteshauses. in syracus auf sizilien steht eine prächtige, barocke kirche - der dom "santa maria del piliero". 1693 wurde er nach einem erdbeben in seiner jetzigen form neu aufgebaut. aber erst 1925 legte man im inneren die pfeiler des mittelschiffs frei. zu tage traten die antiken säulen eines tempels, den die christen in seiner bausubstanz belassen und für ihre zwecke in eine kirche verwandelt hatten.
was in cordoba so bizarr und verfehlt erscheint, ist im dom von syracus von staunender schönheit. die heiligen orte der menschen bewahren ihre spiritualität - wenn auch weltliche und religiöse machtansprüche sie nur allzu oft bis in die unkenntlichkeit verändern wollen. sie sprechen einfach weiter - von: gott, mitmensch, wasser, brot und leib! 11.01.2004
das folgende hat uwe an anderer stelle im internet aufgeschrieben. er hat mir erlaubt, es hier noch einmal zu veröffentlichen. uwe macht sich gedanken darüber, ob sich unser leben im kreis dreht, oder immer wieder neu und anders ist - mit jedem tag! er schreibt: Jeden
morgen geht die Sonne auf, und doch erleben wir einen neuen Tag, mit
neuen Eindrücken und Erlebnissen. Auch wenn scheinbar jeder Tag gleich ist. Jeden Tag kommt der Postbote und doch bekomme ich immer andere Post. Jeden Tag muss ich essen, doch jedes mal esse ich etwas anderes, auch wenn es scheinbar immer das gleiche ist. Jeden Tag lege ich mich abends ins Bett, doch jeden Abend habe ich andere Gedanken. ( ... ) Jeden Tag denke ich, wieder so ein Scheiß Tag, aber Tage sind doch nur Überschriften. Ich meine, es kommt doch nicht auf diese Überschriften an, viel wichtiger ist doch der Inhalt und was ich mit dem Inhalt mache. ( ... ) nicht im Kreis drehen, dadurch kann einem ganz schön schwindlig werden. Das alles meint nur der Uwe p.s. ich weiss schon, warum ich alles von uwe so gerne lese - und das schon seit jahren. übrigens: uwe ist 17 jahre alt! 10.01.2004 da haben uns die kleinen weissen dinger immer so gut geholfen - und ganz besonders nach den fröhlichen silvester-feiern! das meist verkaufte medikament weltweit! jeder apotheker - ob in murmansk oder santiago - versteht, was wir wollen, wenn wir danach verlangen. fieber, kopfschmerzen, unpässlichkeit? die damen haben es in ihrer handtasche und die herren tragen es in der westentasche mit sich herum. übler stress? vergeigte bilanz? heisser kopf? lambrusco aus italien? schimmer ehekrach? laufende nase? trübes wetter? quälende müdigkeit? klopfende schmerzen in den schläfen? reissen im knie? ziehen im zahn? verspannungen im rücken? kein problem!
amerikanische wissenschaftler haben herausgefunden, dass die regelmässige einnahme von aspirin die gefahr einer krebserkrankung der bauchspeicheldrüse herauf beschwört. dabei hatten sie uns noch vor wenigen wochen sehr plausibel folgendes erklärt: hallo, bauchspeicheldrüse! ja, was denn nun? jungs, forscht tüchtig weiter - aber lasst in zukunft die finger vom lambrusco! 9.01.2004 möchtet ihr dorthin reisen? noch werden wir uns aber gedulden müssen: denn die NASA wird erst einmal feststellen, ob es wasser auf dem mars gibt. dann wäre auch noch die frage zu klären, ob es dort elektrisches licht, eine kanalisation und hundesteuern gibt und wie der verkehr geregelt ist (was ist mit dem kleinen grünen pfeil für rechtsabbieger?). auf diese fragen kann die NASA wohl erst verbindlich antworten, wenn ihr roboter den stein (rechts im bild!) weggeräumt hat. und das kann jahre dauern! aber alles, was uns sonst noch interessiert, hat er längst aufgeschrieben: ray bradbury! egal! wer urlaub auf dem mars machen will - oder gar einen bauplatz für sein eigenheim sucht ... es gibt viel aussicht!
dies ist nun eines der leidigsten themen, wenn wir im süden - etwa in italien oder marokko - unterwegs sind. noch immer begegnen uns dort diese schrecklichen "plumpsklos". nicht nur, dass es äusserst schwierig ist, eine angemessene position zu finden, - spätestens bei der spülung stehen wir knöcheltief im wasser. aber der menschliche geist ruht nicht, sondern tüftelt und tüftelt. und so wird mancher, der mit schrecken diese "plumpsklos" kennenlernte, (ein schrecken, der bisweilen zu darmverschlüssen führt!) über diese erfindung sehr erleichtert sein - in mehrfachem sinn!
einen
dank an dennis, der diese information in den weiten des internets gefunden
hat!
p.s. sollte die klobrille eine klappvorrichtung haben und dem normalen koffermass entsprechen, ist sie auf meiner nächsten reise (versprochen!) dabei. 7.01.2004 ich hoffe, ihr habt es gestern nicht vergessen:
nun aber zum jeden-tag-weil-so-schrecklich-in-deutschland-geschrei: die spd plädiert für die einrichtung von elite-universitäten in deutschland. das mag einerseits begründet sein, um den forschungsstandard zu heben - andererseits ist dies aber doch wohl ein eingeständnis, dass die deutschen universitäten nicht mehr leistungsfähig sind. ich weiss nicht, wie viel steuergelder jahr für jahr an die deutschen universitäten fliessen. wäre es also nicht vernünftiger, den leistungsstandard hier zu heben, anstatt mit noch mehr geld elite-universitäten für einige wenige zu schaffen? bessere leistungskontrollen, straffere studiengänge, internationaler austausch - um nur einige stichworte zu nennen. eltern, die ihren kindern eine gute ausbildung mitgeben wollen, schicken sie schon jetzt auf private schulen. und nun noch elite-universitäten, die nur für einige wenige offen stehen und hohe semestergebühren kosten? bis die neuen universitäten gegründet sind, können ja alle deutschen studenten dort hingehen, wo die spd-funktionäre und eliten ausgebildet werden: das vorbild! oder eben schreien! dienstags! immer um 22 uhr! 6.01.2004 eines meiner lieblings-fotos, das ich im oktober 2003 in südmarokko machte:
es gibt so wundervoll gestaltete reise-seiten im internet! heute möchte ich euch eine homepage vorstellen, die einmal wieder das thema "marokko" variiert. es ist ein genuss, sich die fotografien anzuschauen, die mich sofort wieder in den maghreb entführten. ist es ein wunder, wenn ich in diesen trüben, nass-kalten januartagen immer wieder auf einer sonnigen reise-seite im internet lande? also, macht es euch bequem, lehnt euch zurück und lasst euch entführen: nach marokko! 5.01.2004 eine ballon-fahrt durch den winter - viel vergnügen! um die dia-show zu starten, musst du in der oberen leiste den button drücken. dort kannst du auch einstellen, nach wie vielen sekunden das bild wechseln soll! 4.01.2004 im kajak durch marokko? das ist möglich - und besonders aufregend erscheint mir die durchquerung der dades-schlucht! dass es möglich ist, sieht man HIER ******
zurück aus südmarokko möchte
ich mit euch ein ungarisches *gulasch * kochen. im grunde ist
das eine einfache angelegenheit - man muss nur auf einige dinge achten:in den schmortopf wenig neutrales öl geben und erhitzen. dann wird - nach und nach - das rindfleisch dazu gegeben. deshalb stück um stück, damit das fett nicht abkühlt. wenn alle fleischstücke im topf braten, kommt die "nervenprobe". das fleisch soll nämlich ein wenig einbrennen (aber nicht verbrennen!). also: nicht rühren, das fleisch nicht bewegen - bis es sich *von selbst * vom boden des schmortopfs löst. jetzt wenden wir die fleischstücke und gedulden uns abermals. dieser ganze bratvorgang sorgt für die nötigen aromastoffe. wenn das fleisch gut angebraten ist, wird es gesalzen und gepfeffert. alsdann gebe ich sehr viele geschnittene zwiebeln dazu (am besten dieselbe menge wie das fleisch). die zwiebeln werden kräftig angeschmort. sie sollen ein wenig farbe nehmen. als nächstes wird tomatenmark hinein gerührt, paprikapulver nach belieben (manche mögen auch kümmel - ich nicht!) und das ganze mit rotwein aufgiessen. das fleisch sollte halb bedeckt sein. jetzt kann man noch ein loorbeerblatt hinzugeben, oder piment (mein lieblingsgewürz im winter!). das ganze schmort bei geschlossenem deckel so an die 90 minuten vor sich hin - immer mal umrühren, den bratensatz vom boden lösen und vielleicht noch einmal angiessen, falls zu viel flüssigkeit verdampft ist. bevor das gulasch serviert wird, verfeinere ich es mit creme fraische und schmecke noch einmal ab. wenn zu viel flüssigkeit übrig geblieben ist, wird es zuvor auf höchster flamme eingekocht (reduziert). dazu passen semmelknödel (aus der tüte!) ganz prächtig. als wein empfehle ich den, den wir schon zum kochen verwendet haben. guten appetit! p.s. wenn ihr ein wenig mehr gulasch zubereitet habt - kein problem! es eignet sich bestens dazu, eingefroren zu werden! 3.01.2004 dieses kleine pop-up fenster, das ich gestern auf meine seite nahm, ist gar nicht so harmlos, wie es aussieht. es setzt bei allen, die meine homepage aufrufen, einen "cookie" auf ihre festplatte. das habe ich heute festgestellt und deshalb das ganze sofort abgestellt. ich verärgere meine besucher nicht gern mit werbung und diesen kleinen unnötigen "keksen"! einen *banner-exchange* sollte man eben nur mit befreundeten seiten vornehmen, alles andere ist kommerziell und - wie man an diesem beispielt sieht - auch irgendwie hinterfotzig (so sagt man es in bayern!). es ist eigentlich schade, dass wir inzwischen jede offerte - ob im internet oder real-life - erst einmal auf ihre seriosität abklopfen müssen. das hat auch etwas mit der ehrlichkeit bzw. unehrlichkeit unserer zeitgenossen zu tun. dabei fällt mir eine kleine anekdote ein: im vorfeld der olympischen spiele 1936 in berlin probierte leni riefenstahl neue kamerapositionen aus. dazu befestigte sie auch eine kamera an einem ballon und liess sie (filmend) über dem olympiagelände aufsteigen. ein windstoss liess das seil reissen und der ballon flog samt der (teuren) arriflex davon. am nächsten tag klingelte es an ihrer wohnungstür. ein berliner überreichte ihr die kamera. er hatte sie in seinem schrebergarten gefunden. irgendwie nett, oder? ich weiss allerdings nicht, ob leni riefenstahl ihn zum dank zu kaffee und cookies einlud! p.s. ich wollte euch noch mein *labskaus* - rezept aufschreiben. das gehört zu bremen, wie der himmel über frankreich ... oder so! in einer pfanne klein geschnittene zwiebeln anbraten (nicht braun werden lassen!). dazu gebe ich pellkartoffeln, die ich in der pfanne mit den zwiebeln zermuse. ein wenig fleischbrühe angiessen und dann das "corned beef" dazu geben. alles kräftig durcharbeiten, damit sich zwiebeln, kartoffeln und corned beef miteinander vermischen. salzen und pfeffern. dazu zwei spiegeleier und eine saure gurke. wer es mag: auch einen matjes (hering)! 2.01.2004 das kleine pop-up fenster, das seit heute aufspringt, wenn man meine seite besucht, ist wohl zu tolerieren. ich verdiene damit kein geld - es handelt sich vielmehr um einen banner-tausch, wobei ich mir nicht sicher bin, ob daran nicht andere verdienen! das neue jahr ist da - und das nächste wochenende steht schon bevor. also lasse ich alles ruhig angehen und mache innerlich noch ein wenig ferien, bevor dann in der nächsten woche der alltag mit seinem stress beginnt. ich wollte hier ja noch aufschreiben, was ich mir von diesem jahr erhoffe. alles und nichts! denn ich weiss, dass die wirtschaftliche situation in deutschland schlecht ist - und damit schlechte zeiten, redlich geld zu verdienen. einen plan aber verfolge ich mit allem nachdruck: das ist meine reise im oktober nach libanon, syrien und jordanien. ich hätte sie gern schon im frühjahr unternommen, aber es gibt bedingungen und zwänge, denen auch ich mich zu fügen habe. ich hoffe nur, dass die weltpolitische lage dann so ist, dass ich unbesorgt reisen kann. mich haben einige grüsse zum jahreswechsel erreicht, für die ich mich auch noch einmal hier sehr bedanke. es ist immer gut zu wissen, dass andere an uns denken. und nun mit neugier, ein wenig abenteuerlust und selbstvertrauen in das jahr 2004! |