*** RUND UM AGADIR *** AUF DEM SOUK IN AGADIR |
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Die stadt agadir hat unter dem verheerenden erdbeben im jahre 1960 schwer gelitten. es bedurfte einer grossen anstrengung des marokkanischen volkes, die stadt am fusse der ehemaligen kasbah neu zu erbauen. so ist es auch zu verstehen, dass agadir zwar modern, aber doch ein wenig gesichtslos wirkt. an sehenswürdigkeiten bietet die stadt nur wenig - wer das wirkliche marokko sucht, sollte aus diesen und anderen gründen nach fes oder marrakesch reisen. da aber die meisten urlauber in den ferien nach agadir fliegen, wird kaum zeit sein, die grossen, alten städte des landes zu besuchen. aber auch agadir besitzt plätze und orte, an denen wir - wenn schon nicht altehrwürdige bauwerke - so doch den alltag der menschen unmittelbar erleben können. der souk der stadt ist so ein ort. er liegt ein wenig abseits von talborjt, dem zentrum agadirs. am besten nehmen wir uns ein "petit taxi" und lassen uns dorthin fahren. das sollte nicht mehr als 10 dirham kosten. der souk - recht weitläufig - ist von gelben lehmmauern umgeben, so kann er nachts abgeschlossen werden und verwehrt unbefugten den zutritt. er ist täglich - ausser montags! - geöffnet. wir sollten keine scheu haben, ihn auch ohne einen marokkanischen führer zu besuchen. verirren können wir uns nicht, denn wir haben jederzeit gelegenheit, den souk zu verlassen. wenn wir einfach geradeaus weiter gehen, kommen wir automatisch an einen der ausgänge, denn der souk ist von allen seiten von strassen umgeben. der souk von agadir teilt sich in verschiedene zonen. so haben zum beispiel die handwerkerszünfte jeweils ihr eigenes viertel, auch die stände der schmuckhändler findet man dicht gedrängt an einem ort. wir kommen an gemüseständen vorbei, werfen einen blick in den teil des souks, wo hühner und anderes federvieh verkauft werden, erreichen den bazar mit den gewürzen und können auch noch einen abstecher zu den verkaufsstellen für die djellabas, den traditionellen kleidern der marokkaner machen. da alle stände mit gleichen warenangeboten dicht beieinander liegen, können wir in aller ruhe die qualität und die preise vergleichen. ich finde das ausserordentlich praktisch! wenn uns der sinn danach steht, etwas einzukaufen, sollten wir nach dem preis fragen, aber ihn nicht gleich bezahlen! die marokkaner sind es gewöhnt zu handeln. als faustregel sollte gelten: für die hälfte des ursprünglich genannten preises können wir schliesslich nach vielem hin und her die gewürze, die keramiken, den schmuck, die früchte ... kaufen. ein wenig lästig werden die marokkaner immer dann, wenn sie meinen, den touristen unbedingt etwas verkaufen zu müssen. am besten, man schweigt und geht weiter. denn schon unser höfliches "nein" verleitet sie manchmal zu der irrigen annahme, wir seien zwar prinzipiell kaufbereit, aber nicht einverstanden mit dem preis oder der ware. unser "nein" versteht der marokkaner immer nur als aufforderung, mit dem feilschen um die ware zu beginnen. das schweigen unsererseits ist durchaus nicht unhöflich. wir begründen ja auch in deutschland nicht auf schritt und tritt, warum wir etwas NICHT kaufen. da es manchmal auf dem souk recht eng wird, sollten wir unser geld möglichst in einem brustbeutel bei uns tragen. übervorsichtig brauchen wir nicht zu sein - und keinesfalls ängstlich. es empfiehlt sich aber, einige 1-, 5- und 10-dirham geldstücke griffbereit zu halten, um spontan kleinigkeiten kaufen zu können, ohne allen menschen auf dem souk unsere gesamte barschaft zeigen zu müssen. und noch ein tipp: wenn wir etwas kaufen möchten, uns aber partout mit dem händler nicht über den preis einig werden können, sollten wir einfach weiter gehen. ich garantiere dafür, dass der händler uns hinterher läuft, um uns das gute stück doch noch zu verkaufen. es sei denn ... ... er würde dabei kein gutes geschäft machen. aber - uns allen zum trost: marokkaner sind überaus geschäftstüchtig und lassen sich niemals auf einen handel ein, bei dem sie am schluss nichts verdienen. EINIGE FOTOS - IM SOUK VON AGADIR! |