WINTERMOND
dieser wintermond ...
er hängt - in der dämmerung des morgens
zwischen den schluchten der häuser ...
so gross, so hell, so gelb, so blass, so rot.
nie habe ich ihn grösser gesehen,
in allen nächten griechenlands
war er wenig mehr
als ein kleiner ball am schwarzen himmel
umspielt von tausend sonnen, tausend sternen.
an diesem morgen aber
weitete er sich
wurde grösser und sprengte die häuser der stadt,
zwischen denen er
- wie eingezwängt -
sass und dennoch
fast ummerklich
unter den horizont sank.
dieser wintermond fing
die blassen farben der tage ein
und gab sie in einem müd-wehmütigen
spiel
an mich zurück.
so gross war er,
dass eine welt darin platz fände
... winterfarben,
eine winterfarbene welt
... wo die kälte mit der wärme spielt
und keiner mehr gewinnen kann.
c: r.d.v. 12/2008